Fußballbundesliga HSV stoppt den Höhenflug der Hertha

Der Hamburger SV hat den Tabellendritten Hertha BSC ins Stolpern gebracht. Nicolai Müller war mit zwei Toren der Matchwinner beim 2:0-Erfolg. Der Sieg der Gastgeber fiel hochverdient aus.

HSV-Doppeltorschütze Nicolai Müller
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HSV-Doppeltorschütze Nicolai Müller


Fast hatte man sich schon damit abgefunden, dass man an diesem Bundesligasonntag keine Tore zu sehen bekommen würde. Nach dem 0:0 zwischen Mainz und Darmstadt mühten sich anschließend auch der Hamburger SV und Hertha BSC eine Stunde lang extrem erfolglos damit ab, einen Treffer zu erzielen. Aber dann hatte HSV-Angreifer Nicolai Müller seine lichten Momente, traf zweimal zum 2:0-Erfolg und bescherte den Hamburgern einen nicht unbedingt erwarteten Heimsieg.

Beide Teams taten sich über die gesamte erste Halbzeit schwer, ins Spiel zu kommen. Hertha agierte extrem abwartend, für einen Tabellendritten schon eine sehr defensive Haltung. Aber bisher hat Trainer Pál Dárdai meistens die richtige Einstellung seiner Mannschaft gefunden, auch diesmal hätte es sich schon früh im Spiel fast rentiert. Bei einem der seltenen Gegenstöße kam Vedad Ibisevic zentral frei zum Kopfball, aber Torwart René Adler konnte parieren.

Ansonsten war von den Berlinern nur wenig zu sehen, der HSV gestaltete die Partie überlegen, war aber auch großteils harmlos. Lediglich ein Schuss des Japaners Gotoku Sakai kurz vor dem Seitenwechsel sorgte für Aufregung. Aber Hertha-Keeper Rune Jarstein war auf dem Posten.

Die zweite Hälfte wurde von den Hamburgern mit viel Druck begonnen. Aaron Hunt eröffnete sich eine gute Torgelegenheit, bezeichnend, wie sie endete. Der Hamburger verstolperte den Ball, die Chance war dahin. Müller machte es zehn Minuten später erheblich besser, er schoss den Ball von der Strafraumgrenze ins lange Eck, Jarstein war diesmal chancenlos.

Danach erst entwickelte die Partie ihr Temperament. Hertha schaltete auf Angriff um, drängte auf den Ausgleich, kam auch zu Gelegenheiten, aber ließ sie ungenutzt. Der HSV überstand die Druckphase mit Glück, auch deswegen, weil Schiedsrichter Felix Brych eine Attacke von Sakai gegen Ibisevic nicht als elfmeterreif ansah.

In der 75. Minute war es dann mit der Hertha-Hoffnung vorbei. Erneut war es Müller, der im Strafraum nach Vorarbeit von Lewis Holtby am schnellsten schaltete und den HSV mit seinem siebten Saisontreffer erlöste.

Insgesamt eine ärgerliche Niederlage für die Berliner, die angesichts von Punktverlusten der Mainzer, Gladbacher und Leverkusener die Möglichkeit gehabt hätten, ihren Platz drei mit einem gewissen Vorsprung auszustatten. Der HSV springt auf Platz zehn, sein Abstand zu den Abstiegsplätzen, und - noch wichtiger - dem Relegationsrang beträgt nun schon sieben Punkte.

Hamburger SV - Hertha BSC 2:0 (0:0)
Tore:
1:0 Müller (57.)
2:0 Müller (75.)

Hamburg: Adler - Sakai, Cléber, Spahic, Ostrzolek - Ekdal, Holtby - Müller (88. Bahoui), Hunt (78. Jung), Ilicevic - Rudnevs.
Berlin: Jarstein - Pekarik, Stark, Brooks, Plattenhardt - Skjelbred, Lustenberger (67. Cigerci) - Weiser, Darida (67. Haraguchi), Kalou - Ibisevic.
Schiedsrichter: Felix Brych
Zuschauer: 50.000
Gelbe Karten: Spahic, Rudnevs, Müller / Pekarik

aha



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spon-facebook-1261351808 06.03.2016
1. Nicht so schlimm
Die nächsten drei Jahre gewinnt dann wieder die Hertha. Alles gut :-)
humble_opinion 06.03.2016
2. HSV - Hertha 2:0
Ein gutes Spiel sieht anders aus. Häufige unnötige Ballverluste auf beiden Seiten, viele Zuspiele kamen nur mit etwas Glück beim eigenen Mann an. Der HSV zeigte einmal mehr, dass er mangelnde Qualität durch Laufbereitschaft und Kampf ganz gut ausgleichen konnte. Hertha hingegen erwischte keinen guten Tag, wirkte ein wenig lust- und glücklos. Es sieht danach aus, als würde der HSV in dieser Saison nichts mehr mit dem Kampf um den Klassenerhalt zu tun bekommen - eine Wohltat für Fans wie mich. Zwei Akteure möchte ich mal hevorheben. René Adler, der fast in jedem Spiel Großchancen der Gegner vereitelt und in dieser Form auch im Tor der Nationalelf eine gute Figur abgeben würde. Und Bruno Labbadia. Nach etlichen Jahren versteht es ein Trainer, aus der Gruppe der Solisten und Fußballsöldner wirklich eine Mannschaft zu formen, dir für- und miteinander kämpft. Ich ziehe mein Hütchen, weil auch ich zu den Zweiflern gehörte, die Labbadia das nicht zugetraut haben. Der Mann hat ständig dazugelernt und darf inzwischen wohl zu den guten Trainern auf BL-Niveau gezählt werden. Es ist schön, den restlichen Saisonverlauf - aus Hamburger Sicht - einigermaßen gelassen und ohne all zu große Herzinfarktgefahr erleben zu dürfen. Allerdings - für Euphorie ist wenig Raum. 90 Mio Schulden sind eine schwere Last! Da ist auf Jahre kaum Spielraum für die Verpflichtung von Hochkarätern - eher im Gegenteil, wenn man davon hört, dass ein möglicher Verkauf von P.-M. Lasogga für ~3 Mio schon als mögliche Einnahmequelle gehandelt wird. Sportlich allerdings ganz sicher ein Verlust im Spielergefüge der Hamburger. Aber heute darf sich erst einmal gefreut werden.
frozenf 06.03.2016
3. Na ja,
hätte der Schiri den berechtigten Elfer gegeben, dann wären die Hamburger (mal wieder) nervös geworden und wir hätten ein anderes Spiel gesehen. Insgesamt war Hertha aber viel zu passiv und so geht das 2:0 schon in Ordnung. Was mich persönlich aber viel mehr aufregt, ist die Unsportlichkeit, die nahezu jede Mannschaft beherrscht. Wenn sie in Führung liegen, wird ab der 60sten Minute gnadenlos auf Zeit gespielt. Schwer verletzt, den sterbenden Schwan mimend wird Minute um Minute geschunden, um dann - nachdem man sich endlich vom Spielfeld geschleppt hat - Sekunden später wundergeheilt wieder auf das Spielfeld zu rennen, als wenn nie etwas gewesen wäre. Dies konnte heute allein zwischen der 60eten und 67sten Minute gleich zweimal beobachtet werden und hat lockere 4 - 5 Minuten gebracht. Gegen diese Unsportlichkeit - wohlgemerkt aller Mannschaften -, müssen die Schiris was machen. Mindestens erst wieder auf das Spielfeld lassen, wenn der Spieler die selbe Zeit draußen war, die er den Schwerverletzten gemimt hat.
klumpfuß 06.03.2016
4. Es geschehen noch Zeichen
und Wunder! Gegen Hertha gewonnen und gleichzeitig dem Abstiegskampfstrudel entgangen. Ich hätte vor dem Spiel wetten können, dass genau das Gegenteil passieren würde... Aber so ist selbst das scheinbare Erstarken der Bremer mit einer gewissen Gelassenheit zu sehen. Und wer weiß, vielleicht geraten sie ja doch wieder gnadenlos da unten rein, nachdem die Bayern ihre 'gelbgeschwächte' Mannschaft am nächsten Spieltag auseinander genommen haben. Ich persönlich würde es ihnen gönnen. In diesem Sinne: Schwarz, Weiß, Blau!
nn280 06.03.2016
5. Ich fürchte, Hertha BSC
wird in den noch ausstehenden neun Spielen ins Mittelfeld durchgereicht. Zieleinlauf bestenfalls sechster, die Mannschaft wird jetzt von allen noch kommenden Gegnern ernst genommen und dabei fehlt es Hertha an der notwendigen Qualität/Substanz im Kader.
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