Rassistische Ausfälle gegen Mainz-Profis Hannover verurteilt "beschämenden Vorfall"

Nach den Affenlauten gegen Anthony Ujah und Leon Balogun hat sich Hannover 96 klar hinter die beiden Mainzer gestellt. Der Verein sprach von einer "hirnlosen Aktion". Der DFB ermittelt gegen den Klub.

Salif Sané (l.), Stefan Bell
Getty Images

Salif Sané (l.), Stefan Bell


Einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg verwandelt - und trotzdem war die Stimmung bei Hannover 96 nicht ausgelassen. Die Verantwortlichen mussten sich stattdessen mit rassistischen Ausfällen der eigenen Fans beschäftigen. Opfer waren die beiden Mainzer Spieler Anthony Ujah und Leon Balogun. Der DFB-Kontrollausschuss leitete ein Ermittlungsverfahren gegen die Niedersachsen ein und forderte beide Klubs zu Stellungnahmen auf.

"Anthony Ujah und ich sind beim Warmmachen vorm Hannover-96-Fan-Block unter anderem mit Affenlauten rassistisch beleidigt worden", schrieb Abwehrspieler Balogun in den sozialen Netzwerken: "Ich bin erschrocken darüber, dass so ein Verhalten 2018 in der Bundesliga, in der jeden Tag Spieler unterschiedlicher Herkunft, Hautfarben und Religionen gemeinsam für ihre Fans kämpfen, überhaupt noch existiert."

Der FSV Mainz teilte am Sonntagabend mit, dass man wegen des Vorfalls mit den Verantwortlichen von Hannover 96 in Kontakt stehe. "Es ist unbegreiflich, dass Spieler in der Bundesliga immer noch mit rassistischen Diskriminierungen konfrontiert werden", sagte 05-Sportvorstand Rouven Schröder. Er sei "bestürzt".

Auch Hannover 96 schrieb mittlerweile auf Twitter von einem "beschämenden Vorfall" und verurteilte die Aktion nachdrücklich. "Du hast recht, Leon: In keiner Kurve der Welt sollte Platz für Rassismus sein - und das ist auch unser ganz klares Statement!"

chh/sid



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