Bundesliga Hannover siegt durch Handspiel-Tor in Köln

Mit dem Unterarm erzielte Hannovers Leon Andreasen das Siegtor beim 1. FC Köln. Schiedsrichter Bastian Dankert bemerkte das Vergehen nicht und erkannte den Treffer an. Ein Skandal, der die Bundesliga noch beschäftigen wird.

DPA

Mit seinem ersten Auswärtssieg verließ Hannover 96 die Abstiegsplätze der Bundesliga. Die "Roten" fügten beim 1:0-Sieg in Köln dem 1. FC dessen erste Heimniederlage zu. Das Siegtor erzielte Hannovers Leon Andreasen allerdings mit dem Unterarm, was Schiedsrichter Bastian Dankert nicht bemerkte.

Unter Peter Stöger ist Köln eine Mannschaft, die besser zurechtkommt, wenn der Gegner das Spiel machen will. Diesen Gefallen tat die Mannschaft von Michael Frontzeck dem FC allerdings nicht. So entwickelte sich ein zunächst chancenarmes Spiel. Erst nach einer halben Stunde gab es die erste nennenswerte Szene im Strafraum der nun stärker unter Druck geratenden Gäste. Eine Hereingabe von Pawel Olkowski von der linken Seite wurde vom Arm von Christian Schulz gestoppt. Schiedsrichter Dankert befand, das sei nicht genug für einen Strafstoß.

Wenig später musste zum ersten Mal ein Torwart ins Spiel eingreifen: Ron-Robert Zieler parierte einen Schuss von Marcel Risse. Eine Hannoveraner Hand stand dann erneut im Mittelpunkt des Geschehens. In der 38. Minute lenkte Andreasen den Ball mit dem Unterarm über die Linie, nachdem Schulz eine Ecke von Hiroshi Kiyotake mit dem Kopf verlängert hatte. Der Treffer war eindeutig irregulär, den TV-Bildern nach zu urteilen. Aber Dankert hatte das Vergehen ebenso wenig bemerkt wie sein Assistent, und bei Handspiel hilft auch die Torlinientechnologie nicht.

Die Gäste aus Hannover zogen sich nun noch weiter zurück. FC-Trainer Stöger reagierte und brachte nach einer knappen Stunde mit Simon Zoller und Milos Jojic zwei Offensivspieler für Yannick Gerhardt und Olkowski. Wenige Minuten später bekamen die Gastgeber ihre beste Chance des Spiels, als Anthony Modeste nach einer Hereingabe durch Leonardo Bittencourt am zweiten Pfosten zum Kopfball kam und eine starke Reflexparade von Zieler erzwang. Es war Mitte der zweiten Hälfte erst der zweite Ball des Spiels, der das Hannoveraner Tor erreichte. Kurz darauf prüfte Jojic Zieler mit einem scharfen Freistoß aus 20 Metern.

Für die Schlussviertelstunde wechselte Köln dann auch noch Philipp Hosiner ein. Hannover verstärkte als Reaktion mit der Hereinnahme von Felipe für Artur Sobiech die Abwehr. Am Ergebnis änderte das nichts mehr, auch wenn Frederik Sörensen in der 87. Minute nach einer Ecke von Jojic noch zu einer guten Kopfballchance kam. Der Verteidiger setzte den Ball jedoch aus sieben Metern unbedrängt über die Latte.

So blieb es beim 0:1 - Anlass für neue Diskussionen um den Videobeweis im Fußball.

rae



insgesamt 132 Beiträge
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Seite 1
dr.schnabel 18.10.2015
1. Warum
sollte dieser "Skandal" die Liga auch nur 10 Minuten länger beschäftigen als die anderen 80 spielentscheidenden Schiedsrichterfehler pro Saison?
petruz 18.10.2015
2. ... Der Abstiegskampf
wird schon jetzt durch die Schiedsrichter entschieden, nicht erst in der Relegation wie letztes Jahr. Traurig.
viwaldi 18.10.2015
3. Wer kein Tor schießt, kann nicht gewinnen
Es ist kein Skandal, sondern eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters. Vielleicht hat er einen Fehler gemacht, passiert 1000x pro Saison. Ein Skandal wäre es erst, wenn der Schiedsrichter dies mit Absicht nicht gesehen oder geahndet hätte. Köln hatte noch lange Zeit, selber das Spiel zu entscheiden. Also, das einzige was nervt sind Journalisten, die bei allem und jedem "Skandal" schreien.
andreasm.bn 18.10.2015
4. den Andreasen kannste also auch vergessen...
als Sportler! Nicht die Eier in der Hose das zuzugeben ist schon echt arm! Ich wollte so nicht gewinnen.
MarkusW77 18.10.2015
5.
Bitte bitte endlich Videobeweis!
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