Fußball-Bundesliga Gerüchte um gescheiterten Kind-Plan

Der Präsident von Hannover 96 will den Verein übernehmen. Laut Medien soll der Antrag von Martin Kind keine Chance haben. Die Liga hat nach eigener Aussage allerdings noch keine Entscheidung getroffen.

Martin Kind
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Präsident Martin Kind ist mit seinen Plänen zur Übernahme der Mehrheitsanteile beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 offenbar gescheitert. Dies berichten der "Tagesspiegel" und die "Bild"-Zeitung übereinstimmend. Demnach werde die Deutsche Fußball-Liga DFL den Antrag des Unternehmers auf eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel ablehnen.

Diese Regel besagt, dass ein Investor die Mehrheit an einem Verein halten darf, wenn er diesen mehr als 20 Jahre "ununterbrochen" und "erheblich" gefördert hat. Die Aufwendungen Kinds sollen nicht hoch genug gewesen sein, hieß es in den Medienberichten.

Hannover 96 nahm die Berichte am Freitag "mit Überraschung" zur Kenntnis. "Nach unserem Kenntnisstand wird die Entscheidung tatsächlich voraussichtlich erst nächste Woche getroffen werden", hieß es in einem Klub-Statement. Spekulationen wolle man nicht kommentieren. Kind hatte im Falle eines Scheiterns angekündigt, gegen die Entscheidung klagen zu wollen.

Nachdem sich die Deutsche Fußball-Liga zunächst nicht zu den Berichten äußern wollte, verschickte sie etwas später doch noch eine Mitteilung. Demnach habe das Präsidium noch keine Entscheidung getroffen. Das Gremium werde sich "in seiner turnusmäßigen Sitzung" am kommenden Montag mit dem Antrag beschäftigen.

Laut "Bild"-Zeitung könnte das Präsidium der DFL am Montag eine Statutenänderung beschließen, die Kind womöglich doch noch eine Chance auf die Übernahme eröffnen würde.

Anmerkung: Ursprünglich hatte sich die DFL auf SPIEGEL-ONLINE-Anfrage nicht zu den Berichten äußern wollen. Später teilte die Fußball-Liga jedoch in einem Statement mit, dass noch keine Entscheidung gefallen sei.

bka/sid

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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
mullertomas989 02.02.2018
1. Dann wird er wohl klagen
... und dann wäre Schluss mit 50+1. Oder?
crazy_swayze 02.02.2018
2. So nicht, Herr Kind
Sie alter Sparfuchs, gerne Klubboss sein, aber dann bei den Investitionen geizen? So geht's ja nun gar nicht. Wenn man schon Obermufti sein will, dann muss man auch reinbuttern.
Papazaca 02.02.2018
3. Die Wahrheit ist eine andere, ..
weil ein großer Teil der Fans Kind vehement ablehnt, hätte man einen Dauerkonflikt. Und ein Verein mit nur einem Zuschauer (Kind )wäre dann doch zu wenig. Eine ganz andere Frage stellt sich mit der 50+1 Regel und der kommerziellen Zukunft der Bundesliga. Das die kommen wird, ist für alle, die sich in dem Milliardenspiel Fußball auskennen, nicht die Frage. Die Frage ist nur wann und wie, nicht ob. Ach ja, das wird dann nochmals ein starker Auftritt aller Fußballromantiker sein. Sehr emotional, der Vergangenheit hinterher trauernd. Helfen wird es nicht. Money makes the world go around .... Verglichen damit ist der Abschnitt Kind nur eine Fußnote ...
birdie 02.02.2018
4. Es mag ja ein toller Nervenkitzel für ...
einen erfolgreichen Unternehmer sein, sich eine namhafte Fussballmannschaft einzuverleiben, um damit seine unbestrittenen Führungsqualitäten auszuleben. Doch wäre ihm mehr öffentliche Achtung sicher, wenn er sich mit gleicher Intensität sozialen Problemen würde wie zum Beispiel Waisenhäusern, Altenheimen, Einrichtungen für die Betreuung von Wohnungslosen und ... und ... und ...
mr-mucki 02.02.2018
5. Gewollt von der DFL
Die DFL fordert schon lange, dass sich BL Vereine fuer Investoren oeffnen. Durch die Ablehnung wird Kind nun gegen 50+1 Klagen und wahrscheinlich gewinnen. Dann kippt die Regel und die DFL bekommt ohne Gesichtsverlust und Gegenproteste ihren Willen. Kluger Schachzug....
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