Hannover 96 Kind startet Planung für zweite Liga

Die Hoffnung auf den Klassenerhalt schwindet in Hannover. 96-Präsident Martin Kind beschäftigt sich deshalb bereits mit dem Abstiegsszenario. Außerdem räumt der Vereinsboss auch Fehler ein.

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"Wir müssen das realistisch sehen. Wir haben noch zwölf Spiele und damit natürlich auch Chancen, aber mit dieser Leistung wird es äußerst schwer", sagte Martin Kind, Präsident von Hannover 96 im NDR-Sportclub. Acht Spiele in Folge hat das Bundesliga-Schlusslicht mittlerweile verloren, zuletzt 0:1 im Heimspiel gegen den FC Augsburg.

Der Klub liegt sechs Punkte hinter dem Relegationsrang, acht hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz. Das beeinflusst die Planung für die kommende Saison bereits jetzt: "Wir werden uns sicherlich - und das müssen wir auch schon alleine aufgrund der Lizenzierung - mit der Planung für die 2. Liga beschäftigen", sagte Kind. Der Vereinsboss zeigte sich "deutlich enttäuscht" vom Auftreten der Mannschaft. "Wir haben gegen Darmstadt, Mainz und jetzt Augsburg zu Hause nicht gewonnen, das ist eindeutig." Es droht der erste Abstieg nach 14 Jahren Erstklassigkeit.

Ob Trainer Thomas Schaaf, der seit seiner Verpflichtung im Winter alle fünf Spiele verloren hat, auch in der zweiten Liga bleiben würde, ließ Kind offen. "Wir werden sicher einen geeigneten Zeitpunkt finden, dieses Gespräch zu führen, auch im Hinblick auf eine mögliche Weiterverpflichtung in der 2. Liga", sagte der 71-Jährige. Schaafs Vertrag bis 2017 gilt nur für die Bundesliga. Der Coach hatte nach der erneuten Niederlage von "wenig Hoffnung" gesprochen.

Kind räumte selbst auch Fehler ein, nämlich mit Blick auf die Kaderzusammenstellung. Bestimmte Abgänge von Spielern in den vergangenen beiden Jahren seien "nicht adäquat ersetzt" worden. Gerade die Wechsel von Joselu (Stoke City) und Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach) dürften immer noch schmerzen. Über die eigenen Verpflichtungen könne man "diskutieren". "Ich habe die Gesamtverantwortung und die ist nicht teilbar", sagte der Präsident, verwies aber auch darauf, dass er "die Zusammenstellung der Mannschaft selber nicht zu vertreten" habe. "Aber ich habe alle Entscheidungen mitgetroffen und damit auch die Verantwortung übernommen", sagte Kind.

aev/sid/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
K:F 22.02.2016
1. Warum sollte Schaaf in der 2. Liga nicht Trainer sein
Da kann er doch eine adequate Manschaft zusammenstellen. Im Moment lebt er mit der Manschaft, die ihm hinterlassen wurde. Wie es im Moment aussieht, stehen die Chancen der Erstklassigkeit sehr schlecht. Also Planung für die zweite Liga mit Schaaf ist angesagt.
road_warrior 22.02.2016
2. Den besten Manager hat man schon
Glückwunsch! Dank der Verpflichtung von Martin Bader als Manager, der dann gleich auch noch Christian Möckel als Chefscout mitgebracht hat, hat man die besten Vorrausetzungen für Chaos in Liga 2 geschaffen. Bin ich froh, dass sich der Club nach langem Hickhack von den beiden getrennt hat. Seitdem ist Ruhe in Nürnberg, das Team spielt im Rahmen der Möglichkeiten gut (und manchmal glücklich). Ohne Bader läuft vieles besser. Glückwunsch an Hannover zu diesen tollen Verpflichtungen!
politik-nein-danke 22.02.2016
3. Den entscheidenden Abgang hat man schon 2013
nicht ersetzen können. Auch wenn Sergio Pinto fußballerisch limitiert war, so war er doch der Führungsspieler an dem sich die Mannschaft orientiert hat und der wusste wann er auch mal Zwischentreten muss. Wie zum Beispiel damals gegen Bayern als er Boatengs Platzverweis erzwang.....das Vakuum wurde nie wieder gefüllt. Schulz als Dienstältester hat doch viel zu viel mit sich und seinen Verletzungen zu tun als das er noch führen könnte. Zieler ist viel zu ruhig, Andreasen sieht sich gern als Führungsspieler wird aber nicht akzeptiert...
unter_linken 22.02.2016
4.
Zitat von road_warriorGlückwunsch! Dank der Verpflichtung von Martin Bader als Manager, der dann gleich auch noch Christian Möckel als Chefscout mitgebracht hat, hat man die besten Vorrausetzungen für Chaos in Liga 2 geschaffen. Bin ich froh, dass sich der Club nach langem Hickhack von den beiden getrennt hat. Seitdem ist Ruhe in Nürnberg, das Team spielt im Rahmen der Möglichkeiten gut (und manchmal glücklich). Ohne Bader läuft vieles besser. Glückwunsch an Hannover zu diesen tollen Verpflichtungen!
Absolute Zustimmung! Was war ich froh, als Bader weg war, auch wenn ich beim Club nicht alles schlechte an ihm festmachen mag und er auch gute Entscheidungen fällte. Leider liegen die aber schon so lange zurück, dass er sich nun auch in Hannover nicht mehr daran erinnert. Dass seither in Nürnberg ein wenig mehr Ruhe einkehrte, merkt man auch am arbeiten des Trainers und der Mannschaft.
im_ernst_56 22.02.2016
5. Keine Führungsspieler
Zitat von politik-nein-dankenicht ersetzen können. Auch wenn Sergio Pinto fußballerisch limitiert war, so war er doch der Führungsspieler an dem sich die Mannschaft orientiert hat und der wusste wann er auch mal Zwischentreten muss. Wie zum Beispiel damals gegen Bayern als er Boatengs Platzverweis erzwang.....das Vakuum wurde nie wieder gefüllt. Schulz als Dienstältester hat doch viel zu viel mit sich und seinen Verletzungen zu tun als das er noch führen könnte. Zieler ist viel zu ruhig, Andreasen sieht sich gern als Führungsspieler wird aber nicht akzeptiert...
Volle Zustimmung. So ein Typ wie Sergio Pinto fehlt bei 96 an allen Ecken und Enden. In den beiden letzten Spielzeiten hat Lars Stindel die Roten vor dem Schlimmsten bewahrt. Jetzt schlingert das "rote Fussballboot" ziemlich orientierungslos herum. Es gibt in der Mannschaft keine Führungsspieler.
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