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Offener Brief: Hannover 96 reagiert auf Fan-Wut

Fans in Hannover (Archiv): "Wir haben verstanden" Zur Großansicht
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Fans in Hannover (Archiv): "Wir haben verstanden"

Die Stimmung im Stadion von Hannover 96 ist mau, viele Ultras meiden die Arena seit dieser Saison. Hintergrund ist ein Streit mit der Klubführung. Nun hat der Verein einen offenen Brief an seine Anhänger verfasst und um Unterstützung gebeten.

Wenig Zeit? Am Textende gibt's eine Zusammenfassung.


Hamburg - Der Brief beginnt mit den Worten "wir haben verstanden"! Bundesligist Hannover 96 hat sich an seine Fans gewandt. Auf 27 Zeilen bittet der Klub um Unterstützung.

"Wir haben die Situation, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat und die ganz sicher niemand so haben wollte, unterschätzt und uns von der öffentlichen Diskussion treiben lassen", heißt es in dem Schreiben vor der Partie gegen Bayern München am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPEGEL ONLINE): "So geht es nicht weiter."

Die Ultras von Hannover boykottieren seit dieser Saison die Spiele der Bundesligamannschaft, die Stimmung im Stadion leidet. Hintergrund ist ein jahrelanger Zwist mit der Klubführung. Die Fans empörten sich über kontroverse Aussagen von Präsident Martin Kind und machen den Klub für das Aus der Fan-Vereinigung "Rote Kurve" verantwortlich.

Kind verurteilt den Einsatz von Pyrotechnik und legte entsprechende Strafen des DFB auf einen Teil der Fans um. In der vergangenen Saison eskalierte der Streit.

"Es sollte nicht mehr um Versäumnisse der Vergangenheit gehen. Auch nicht um die Interessen Einzelner", heißt es nun in dem Brief. "Wir alle sollten einmal tief Luft holen und uns überlegen, worum es geht: Um ein Gefühl einer Stadt. Um einen Klub, der kurz vor der Insolvenz gestanden hat und dann von der Regionalliga bis in die Bundesliga aufgestiegen ist."

Die Ultras sind auch in der hannoverschen Fan-Szene umstritten. Doch angesichts der sportlichen Krise, 96 ist in der Rückrunde noch sieglos und hat nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, muss der Verein im Abstiegskampf um wichtige Unterstützung bangen.

Die Klubführung hofft nun, dass sich nach dem Rückzug der Ultras andere Fangruppen organisieren. "Wir sind nicht blauäugig. Klar, ohne die ein oder andere Fangruppierung wird sich die Stimmung nicht kurzfristig ändern - aber es geht um mehr als das. Wir sind sicher, dass dieser Klub, diese Stadt, diese Mannschaft so viel wert sind, dass sich neue Gruppen finden werden, die andere Fans in der Arena mitreißen."

Zusammengefasst: Beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 herrscht seit dieser Saison eine eher triste Stimmung im Stadion. Grund ist auch der Rückzug der Ultras, die mit der Vereinsführung im Streit liegen. Diese wendet sich nun mit einem Offenen Brief an die Anhänger und bittet um (mehr) Unterstützung.

chp/buc/sid

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insgesamt 52 Beiträge
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1.
kay_ro 05.03.2015
Das ist doch der Club der von dem sympathischen Herrn Kind nach Gutsherrenart geführt wird? Und da herrscht keine Stimmung? Und die Ultras haben keine Lust den Klatschaffen für die Logen zu geben? Naja, da passt doch zusammen, was zusammen gehört.
2.
audiotom 05.03.2015
Kind kann ja Klatschpappen verteilen. Aber der interessiert sich doch eh nicht für Stimmung....
3. und ich prophezeie mal:
aschu0959 05.03.2015
96 ist nicht der letzte Club der vor den Fans zu Kreuze kriechen wird ! Wer Fußball für Millionäre und Sponsorenpack macht der darf sich nicht wundern.....
4. Liebe SPO-Redaktion,
rotinator 05.03.2015
die Stimmung in Hannover ist nicht mau, die ist dermaßen besch..., dass sich jede Beerdigung dagegen ausnimmt wie eine Springbreak-Party! Das sind jetzt halt die Geister, die man rief. Und nachdem nun auch der letzte, von der Lokalpresse hochgejubelte, Versuch, eine neue Stimmungsoffensive zu casten, krachend gescheitert ist, kommen langsam die öligen "wir müssen doch alle zusammenhalten" Parolen zum Vorschein. Als nächstes kommt dann wahrscheinlich der Verweis auf Bochum und Kopenhagen. Aber man bekommt halt meist, was man verdient. 96 wollte Kunden - und jetzt bekommen sie auch welche...
5. Pyro hat aber nichts im Stadion zu suchen
bansky 05.03.2015
...insofern kann der Verein ja nicht ewig die Kosten für Strafen übernehmen, nur damit ein paar Unverbesserliche ihren "Spaß" haben. Dann sollen die Ultras ihrerseits auf diese Unsitte verzichten und alle sind zufrieden. Wo ist das Problem?
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