Posse um Franca: 96-Zugang ist sechs Zentimeter zu klein

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Hannovers Winter-Zugang Franca: Auf dem Weg nach Deutschland geschrumpft

Da hat sich 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke wohl verguckt: Er verpflichtete den 21-jährigen Brasilianer Franca auch wegen seines Gardemaßes von 1,88 Meter. In Hannover angekommen stellte man aber fest: Der Spieler ist nur 1,82 Meter groß - nicht die erste Panne in diesem Winter.

Hamburg - Es gibt in der Augsburger Puppenkiste diesen Scheinriesen Turtur. Der wirkt aus der Entfernung riesig groß und wird immer kleiner, je näher er rückt. Der Turtur der Bundesliga heißt Franca und ist Winter-Zugang bei Hannover 96.

Der 1,3 Millionen Euro teure brasilianische Mittelfeldspieler, der vom Erstligisten Coritiba FC nach Deutschland wechselte, war von 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke noch in der Vorwoche angepriesen worden: "Franca hat mit gut 1,90 Meter und 88 Kilogramm körperliche Voraussetzungen, die er mit großer Leidenschaft in sein Spiel einbringt." Denn exakt mit diesen Körpermaßen war der 21-Jährige von seinen Beratern vorgestellt worden.

Als der Brasilianer allerdings nach seiner Ankunft in Hannover mit den 96-Profis mittrainierte, kam diese Größenangabe dem Trainer Mirko Slomka doch ein wenig seltsam vor - Slomka selbst ist 1,87 Meter groß, und sein neuer Profi überragte ihn keineswegs. Also ließ er durch seinen Assistenten nachmessen. Mit dem Resultat: Franca misst lediglich 1,81 Meter. "Was soll ich sagen? ich war überrascht", zitiert die "Bild"-Zeitung den 96-Trainer. Anschließend wurde noch mal ganz genau nachjustiert und Franca auf jetzt hoch offizielle 1,82 Meter hochgestuft.

Schmadtke selbst behauptet nun, dass ihm der Unterschied längst bekannt gewesen sei: "In allen einschlägigen Quellen war das Maß mit 1,88 Meter angegeben. Mir ist die etwas kleinere Größe dann auch aufgefallen. Wir haben ihn trotzdem verpflichtet."

Schmadtke hatte schon in der Vorwoche eine Panne zu verkraften

Für Hannover 96 und den für seine clevere Transferpolitik sonst gerne gelobten Schmadtke ist es bereits die zweite dicke Panne im Winterschlussverkauf. Bereits in der Vorwoche vermeldeten die Hannoveraner das Kommen des polnischen Mittelfeldtalents Pawel Wszolek als so gut wie perfekt. Bis der 20-Jährige von Polonia Warschau plötzlich einen Rückzieher machte, nicht zum Medizin-Check erschien und telefonisch nicht mehr erreichbar war.

Stattdessen erhob Wszolek in der polnischen Zeitung "Rzeczpospolita" schwere Vorwürfe gegen seine Berater: "Ich fühlte mich wie eine in den Westen verkaufte Prostituierte." Von einem Wechsel zu 96 wollte er nichts mehr wissen.

Schmadtke hatte damals gesagt: "So etwas habe ich noch nie erlebt." Einen Spieler, der sechs Zentimeter kleiner ist als angegeben, wahrscheinlich auch noch nicht.

aha/sid/dpa

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