BVB in Dubai Watzke verteidigt Trainingslager gegen Kritik

Auch Borussia Dortmund steht wegen der Wahl des Trainingslagers in Dubai in der Kritik. Die will BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke allerdings nicht gelten lassen. Der Verein mache "keine Werbung für das Regime".

BVB-Geschäftsführer Watzke: "Kann das ein bisschen nachvollziehen"
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BVB-Geschäftsführer Watzke: "Kann das ein bisschen nachvollziehen"


Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vom Bundesligisten Borussia Dortmund hat die Entscheidung für das Winter-Trainingslager in Dubai verteidigt und dabei Spitzen gegen Politiker gesetzt. "Ich kann das ein bisschen nachvollziehen, dass der eine oder andere das thematisiert - Claudia Roth muss dann allerdings aufpassen, dass sie nicht irgendwann ihr Ferienhaus in der Türkei verkaufen muss", sagte Watzke. Später ließ er allerdings mitteilen, vor dem Hintergrund des aktuellen Anschlags in Istanbul, von dem er anschließend erst erfahren habe, bedauere er diese Äußerung.

Grünen-Politikerin Roth hatte gesagt, der BVB solle sich nun "nicht rühmen, statt in Katar in Dubai zu trainieren. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate gehen mit aller Härte gegen Regierungskritiker vor." In Katar hatte der deutsche Rekordmeister Bayern München sein Quartier aufgeschlagen.

Watzke betonte, heutzutage könne ein Verein kaum noch die richtige Wahl treffen. "Im Zeichen der immer stärker werdenden sozialen Medien kriegst Du ja für alles Kritik", sagte der 56-Jährige. "Wir machen hier ja keine Werbung für ein Regime. Wir sind einfach da, wir sprechen aber auch mit normalen Menschen. Wenn wir nur noch in Destinationen gehen, wo Menschenrechte zu hundert Prozent erfüllt sind, sind wir auf der Welt irgendwann ziemlich alleine."

Es könne doch niemand "ernsthaft erwarten, dass wir keine Kontakte mehr mit Regimen pflegen, die in irgendeiner Weise unseren Wertvorstellungen nicht entsprechen. Da fangen wir ja schon in Europa an, schwer zu selektieren." Watzkes Fazit: "Wir machen hier ein Trainingslager - und sonst gar nichts."

aha/sid



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insgesamt 38 Beiträge
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Nonvaio01 12.01.2016
1. tja
wie ich schon beim FCB sagte, das sind professionelle vereine, von denen erwartet man das die im trainingslager dorhingehen wo es am besten ist, wo das nun ist macht keinen unterschied. All die ganzen meckerer sollten sich einmal ueberlegen wie Kapitalismus funktioniert und was die grundpfeiler von Kapitalismus ist und wie Geld erschaffen wird. Wem das nicht past der muss Links waehlen und nicht die etablierten.
Germanus 12.01.2016
2. Ausgerechnet Frau Roth...
...äußert sich kritisch zu den Trainingslagerorten des FCB und BVB. Die soll erst mal vor ihrer eigenen Haustüre kehren! Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steine werfen!
Wolfgang Porcher 12.01.2016
3. Hauptsache Kritik !
Sind die Menschen dort schlechter als wir ? Wieso reisen so viel Deutsche dorthin? Haben wir mit unseren Radikalen nicht genug am Hut. Und wer gibt uns das Recht den Stab über andere Länder zu brechen mit Urteilen? Es scheint wohl modern geworden sein, sich über andere aufzuteilen, anstatt sich an der eigenen Nase zu fassen und sich selbst in Ordnung zu bringen. Miese Niveau zeichnet inzwischen Deutschland aus.
oidahund 12.01.2016
4.
Soweit mir bekannt ist, hat niemand beim BVB sich des Trainingslagers in Dubai gerühmt und mit dem Finger Richtung FCB gezeigt. Von daher entbehrt die Aussage von Fr. Roth die Grundlage. Es erscheint mir immer mehr, dass manche Poltiker/Bischöfe/Gerne-Mitreder eine Sache, die gar nicht zur Debatte steht, in den Raum werfen und gleichzeitig kritisieren. Der BVB ist eine Profi-Fußball-Verein, den in allererster Linie der eigene Erfolg interessiert, da sich damit höhere Einnahmen generieren lassen. - Das ist weder verwerflich noch verwunderlich. Ohne Geld geht halt nichts im Fußball.
gollygee01 12.01.2016
5. Ach Frau Roth
ein Haus im Despotenland ? Wie verträgt sich das denn mit Ihrer political correctness ? Liefert Merkel Ihnen mit ihrer Politik das Alibi ?
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