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Mannschaftsarzt beim FC Bayern: Müller-Wohlfahrt tritt zurück

Eine Ära geht zu Ende: Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt legt nach fast 40 Jahren sein Amt als Mannschaftsarzt des FC Bayern München nieder. Auslöser waren offenbar Vorwürfe des Vereins wegen der Niederlage in Porto.

Bayern-Teamarzt Müller-Wohlfahrt: "Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt" Zur Großansicht
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Bayern-Teamarzt Müller-Wohlfahrt: "Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt"

SPIEGEL ONLINE Fußball
Der langjährige Bayern-Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und sein Stab legen ihre Tätigkeit für den deutschen Fußball-Rekordmeister nach eigenen Angaben mit sofortiger Wirkung nieder. Dies teilte Müller-Wohlfahrt in einer Erklärung am Donnerstag mit.

"Nach dem Champions-League-Spiel des FC Bayern München gegen den FC Porto wurde aus uns unerklärlichen Gründen die medizinische Abteilung für die Niederlage hauptverantwortlich gemacht", heißt es darin. Man sehe dadurch das für eine erfolgreiche medizinische Arbeit notwendige Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt. Der 72-Jährige war seit dem 1. April 1977 mit einer kurzen Unterbrechung für die Bayern tätig und ist weiterhin Teamarzt der deutschen Nationalmannschaft.

Der FC Bayern hatte das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League 1:3 verloren und musste dabei auf etliche verletzte Stars verzichten, darunter Arjen Robben (Bauchmuskelriss), Franck Ribéry (Knöchelprobleme), Bastian Schweinsteiger (erkrankt), David Alaba (Innenbandriss) und Javier Martínez (Kreuzbandriss).

Die Bayern wurden vom Schritt der Mediziner völlig überrascht. "Wir haben von dieser Pressemitteilung keine Kenntnis, insofern können wir sie nicht kommentieren", sagte Mediendirektor Markus Hörwick am Donnerstagabend.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es bei den Münchnern Aufregung um den Mannschaftsarzt gegeben. Damals war es zwischen Bayern-Trainer Josep Guardiola und Müller-Wohlfahrt zum Streit über die Behandlung von Mittelfeldspieler Thiago gekommen.

Schon einmal war Müller-Wohlfahrt beim Rekordmeister zurückgetreten: Nach einem Streit mit Jürgen Klinsmann im Jahr 2008 kehrte er allerdings unmittelbar nach dessen Entlassung zurück.

mon/dpa/sid

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insgesamt 94 Beiträge
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1. bitter
tommigee 16.04.2015
da endet eine ära leider unwürdig. nach der niederlage in porto wäre fokussierung wichtig. bei mw muss sich vieles angestaut haben, sonst würde er SEINEN verein nicht jetzt hängen lassen. das lässt, was hinter den kulissen passiert, böses ahnen...
2.
pb-sonntag 16.04.2015
Natürlich ist, wie immer bei Bayern München, immer ein Anderer Schuld. Mal ist es der Rasen, mal das Wetter. Mal der Gegner, der nicht so spielte, wie es trainiert wurde, dann der Schiedsrichter. Jetzt ist es eben der Mannschaftsarzt. Ich finde es nur noch peinlich, wie sich der Verein und die Vereinsführung gibt. Vielleicht wäre mal eine Erdung mal von Nöten, damit dieser Höhenflug an seine Grenzen stößt.
3.
keinereiner 16.04.2015
Na wenn es so weiter geht, dann könnte Klopp ja in Deutschland bleiben. Pep arbeitet ja gerade mächtig an seiner Entlassung. Wen sie das 1:3 nicht drehen können ist er weg, da lege ich mich fest.
4. High Noon
Ihr5spieltjetzt4gegen2 16.04.2015
Showdown in Munich? Wenn der Doc und sein Stab zurücktreten, dann ist etwas gebacken. Man erinnert sich sofort an Klinsmann 2008. Im Club rumort es. Oder kocht es schon? Ein mögliches Ausscheiden im VF der CL und die Nerven liegen blank. Aber der Konflikt scheint tiefer zu liegen. Sicherlich geht es auch um Macht und Einfluss im Club. Ganz offensichtlich geht es um die Verantwortung für die hohe Anzahl an Verletzten. Der Trainerstab zeigt mit dem Finger auf die medizinische Abteilung. Die zeigt ihrerseits zurück auf den Trainerstab. Gut möglich, dass die med. Abt. wirklich nicht optimal arbeitet. Aber auch gut möglich, dass der Trainerstab eine unzureichende Trainingsperiodisierung bei verletzten oder außer Form befindlichen Spieler betreibt. Irgendetwas liegt wohl tatsächlich im Argen. Schade, dass Uli Hoeneß nicht mehr präsent ist. Der würde nun tabula rasa machen. Tuchel wird wohl noch etwas warten mit seiner Unterschrift in Dortmund...
5.
theodorzaloschnik 16.04.2015
Ich war von Anfang an skeptisch bzgl Guardiola. Seit seiner Verpflichtung verändert sich der Verein zunehmend und jegliche Vertrautheit geht verloren. Die untypischen Spielerverpflichtungen allen voran und nun geht eine Ära zu Ende... Müller-Wohlfahrt gehört zum FCB. Guardiola ist und bleibt ein Fremdkörper in München! Er profilierte von der herausragenden Vorarbeit von Van Gaal und Heynckes. Jetzt kristallisiert sich heraus, wie überbewertet dieser Mann als Trainer ist.
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