Krawalle in der Dritten Liga Hansa Rostock drohen hohe Strafen

17 Minuten musste das Spiel zwischen Hansa Rostock und Magdeburg unterbrochen werden. Fans beider Drittligisten hatten sich mit Feuerwerkskörpern beschossen. Der Gastgeber fürchtet nun empfindliche Strafen.

Dritte Liga in Rostock: Auch die Magdeburger Fans zündeten Pyrotechnik
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Dritte Liga in Rostock: Auch die Magdeburger Fans zündeten Pyrotechnik


Hansa Rostock muss nach schweren Ausschreitungen beim Spiel gegen den 1. FC Magdeburg erneut mit Strafen des Deutschen Fußball-Bundes rechnen. "Das war ein Rückfall in die Steinzeit. Der Vorstand arbeitet an allen Ecken und Enden, um das Thema aufzuarbeiten", sagte Hansas Sportdirektor Uwe Klein.

Fans beider Vereine hatten sich bei der Drittliga-Partie am Mittwochabend mit Feuerwerkskörpern beschossen, die Böller und Rauchbomben nebelten das Spielfeld komplett ein. Schiedsrichter Sven Jablonski musste die Partie zweimal für insgesamt rund 17 Minuten unterbrechen. Das Spiel stand vor dem Abbruch.

Trotz Sicherheitsmaßnahmen konnte Hansa die Krawalle nicht verhindern. Der Klub hatte die Einlasskontrollen verschärft, Sprengstoff-Spürhunde eingesetzt und Karten nur an Anhänger aus Mecklenburg-Vorpommern verkauft. "Wir werden die Geschehnisse intern und mit den Sicherheitsbehörden bewerten. Und dann kommt ja noch ein Verfahren seitens des Deutschen Fußball-Bundes auf uns zu", sagte Rostocks Vorstandschef Michael Dahlmann.

Hansa ist in der Vergangenheit wegen Verfehlungen seiner Anhänger wiederholt zur Kasse gebeten worden. Das letzte "Geisterspiel" vor leeren Rängen gab es am 18. Dezember 2011 gegen Dynamo Dresden, es verursachte ein Finanzloch in sechsstelliger Höhe.

Nach dem Abpfiff der Partie gingen die Randale in der Rostocker Innenstadt weiter. Der Polizei zufolge bewarfen etwa 100 vermummte Rostock-Anhänger das neue Polizeizentrum mit Steinen und beschädigten Fensterscheiben. Vor dem Spiel hatten Unbekannte den Zug der Magdeburger mit Gegenständen beworfen und mit Farbe besprüht. Im Stadion kam es zu weiteren Streitereien. Die Polizei setzte 85 Beteiligte fest.

cte/dpa



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