Kritik von Kölns Hauptsponsor: "Form und Auftreten ein Armutszeugnis"

Das kommt auch nicht alle Tage vor: Beim 1. FC Köln hat der Hauptsponsor die Spieler und Verantwortlichen scharf angegangen. Die Auftritte würden dem Image schaden, zudem habe der Verein ein massives Führungsproblem. Köln war zuletzt durch die Pleite in Augsburg auf den Relegationsrang abgerutscht.

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FC-Kapitän Podolski: Die Kritik in Köln nimmt zu

Hamburg - Die Talfahrt des 1. FC Köln hat nun auch den Hauptsponsor des Clubs (REWE-Group) zu klaren Worten veranlasst. "Was da derzeit abläuft, das schadet unserem Image, und das kann ich nicht akzeptieren. Form und das Auftreten dieser Mannschaft sind ein Armutszeugnis. Da muss man dringend die Handbremse ziehen", sagte Unternehmens-Chef Alain Caparros dem Kölner "Express".

Caparros fordert von der Vereinsspitze entschlossene Taten zur Bewältigung der Krise. "Wir haben derzeit beim FC ein massives Führungsproblem. Wir brauchen mehr Einigkeit und Schnelligkeit. Im Moment habe ich den Eindruck, jeder spricht für sich", sagte der 55-Jährige.

Köln war am vergangenen Samstag durch die 1:2-Niederlage beim FC Augsburg auf den Relegationsplatz abgerutscht. Dennoch hält der Club an Trainer Ståle Solbakken fest. Statt eines Trainerwechsels sollen einige Veränderungen und eine konzentrierte Vorbereitung auf das kommende Punktspiel am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Werder Bremen die Wende herbeiführen.

So soll zu den von FC-Geschäftsführer Claus Horstmann am Sonntag in Aussicht gestellten "radikalen Veränderungen" soll laut "Bild"-Zeitung die Absetzung von Kapitän Pedro Geromel gehören. Den Spielern Milivoje Novakovic, Slawomir Peszko und Petit soll sogar der Rausschmiss aus dem Profikader drohen, da sie weit hinter den Erwartungen hinterherhinken und der Stimmung im Team geschadet haben sollen. Personelle Konsequenzen der unüblichen Art - nicht der Trainer, die Mannschaft soll zur Verantwortung gezogen werden.

Der Club allerdings hielt sich bedeckt. "Wir werden uns nicht an Spekulationen beteiligen. Sollte es personelle Konsequenzen geben, werden wir diese mitteilen", sagte Pressespecher Tobias Schmidt.

leh/sid

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1. Absehbar
gruenerfg 02.04.2012
Zitat von sysopGetty ImagesDas kommt auch nicht alle Tage vor: Beim 1. FC Köln hat der Hauptsponsor die Spieler und Verantwortlichen scharf angegangen. Die Auftritte würden dem Image schaden, zudem habe der Verein ein massives Führungsproblem. Köln war zuletzt durch die Pleite in Augsburg auf den Relegationsrang abgerutscht. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,825352,00.html
Das Debakel war absehbar, wenn auch keiner den Grund sehen will: Der Einkauf von Podolski hat von Anfang an verhindert, daß der 1. FC Köln als Mannschaft auftreten konnte, und Fußball ist und bleibt nunmal ein Mannschaftssport. Und wenn ein Verein vom Gehaltsgefüge und öffentlichem Interessen nur aus einem Spieler besteht, muß eben kommen, was kam.
2. Falsch
Stelzi 02.04.2012
Zitat von gruenerfgDas Debakel war absehbar, wenn auch keiner den Grund sehen will: Der Einkauf von Podolski hat von Anfang an verhindert, daß der 1. FC Köln als Mannschaft auftreten konnte, und Fußball ist und bleibt nunmal ein Mannschaftssport. Und wenn ein Verein vom Gehaltsgefüge und öffentlichem Interessen nur aus einem Spieler besteht, muß eben kommen, was kam.
Falsch. Das hat weder was mit dem in Deutschland so gerne bemühten "Gehaltsbefüge" noch dem auf einen Spieler fokusierten Interesse zu tun. Denn bei grossen Clubs ist all das kein Thema. Nur mal so als Beispiel: Barcelona. Immer nur Messi. Messi hier, Messi dort, Messi hat das Spiel gewonnen - selbst wenn das nicht stimmt. Die anderen Spieler werden selbst vom Trainer zuweilen nur als Statisten gesehen, obwohl jeder weiss das Barca auch ohne Messi glänzen kann, Messi ohne Barca aber nicht halb so strahlt, wie jeder bei seinen Einsätzen für Argentinien sehen kann. Auch seine Teamkollegen, die Welt- und Europameister sind. Solche Beispiele gibts genügend. Das wahre Problem, dass man sich mit dem Kauf von Poldi eingehandelt hat, ist doch vielmehr die darauf folgende finanzielle Lähmung des Vereins. Es war und ist einfach kein Geld mehr da für brauchbare Spieler - denn Poldi alleine kann es eben auch nicht richten. Jedenfalls nicht oft genug.
3. .
meinungsbeharrer 02.04.2012
Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg nur einen... nur beim FC ist es umgekehrt. Der von einigen geschmähte Prinz Poldi hat in der laufenden Saison immerhin die Hälfte aller FC-Tore geschossen, ohne die der Verein wohl Tabellenletzter sein dürfte. Dass das Präsidium bestenfalls Drittklassig war, ein ziemlich intriganter Sportdirektor alles getan hat ausser die Geschlossenheit der Mannschaft zu fördern und zum begrenzten Kader noch limitiertere Spieler hinzugekauft hat, die wirklich unbrauchbar waren, und ein Trainer, der immer wieder versucht hat, der Mannschaft ein Spielsystem aufzuzwingen, welches sie offensichtlich weder verstanden noch umgesetzt hat (oder aufgrund der Limitiertheit nicht konnte) anstatt das System der Befähigung anzupassen hat wohl eher zu dem Versagen geführt. IMHO resultieren die Probleme mit dem Kaders daraus, dass sich die Trainer Daum, Soldo und Finke, aus welchen Gründen auch immer, blindlings der Fussballer-Reste-Rampe bedient haben anstatt auf eine solide Nachwuchsarbeit und -förderung zu setzen.
4. Poldipoldipoldi
saba1 02.04.2012
Zitat von StelziFalsch. Das hat weder was mit dem in Deutschland so gerne bemühten "Gehaltsbefüge" noch dem auf einen Spieler fokusierten Interesse zu tun. Denn bei grossen Clubs ist all das kein Thema. Nur mal so als Beispiel: Barcelona. Immer nur Messi. Messi hier, Messi dort, Messi hat das Spiel gewonnen - selbst wenn das nicht stimmt. Die anderen Spieler werden selbst vom Trainer zuweilen nur als Statisten gesehen, obwohl jeder weiss das Barca auch ohne Messi glänzen kann, Messi ohne Barca aber nicht halb so strahlt, wie jeder bei seinen Einsätzen für Argentinien sehen kann. Auch seine Teamkollegen, die Welt- und Europameister sind. Solche Beispiele gibts genügend. Das wahre Problem, dass man sich mit dem Kauf von Poldi eingehandelt hat, ist doch vielmehr die darauf folgende finanzielle Lähmung des Vereins. Es war und ist einfach kein Geld mehr da für brauchbare Spieler - denn Poldi alleine kann es eben auch nicht richten. Jedenfalls nicht oft genug.
... und Finke, der diesen Irrtum korrigieren wollte, der wurde von den FC-Fans, Super-Poldi und dem überforderten Ex-Bundeswehroffizier Horstmann aus Köln weggeblökt.
5.
TLR9 02.04.2012
REWE muss sich wohl damit abfinden, nächstes Jahr zweimal gegen Netto (VfL Bochum) antreten zu müssen - in der 2. Liga. Das Problem beim FC ist eine jahrelange Misswirtschaft. Der Etat in dieser Saison liegt bei 27 Millionen Euro. Hannover 96 kommt in etwa mit dem gleichen Etat aus, steht auf Platz 5 und spielt in der Europa League. Dort hatte man es geschafft, die Mannschaft durch gute Transfers kontinuierlich zu verbessern. So hat man auch Ron Robert Zieler verpflichtet, der u.a. in der Jugend vom 1. FC Köln ausgebildet wurde.
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