Von Nils Lehnebach
Hamburg - Jürgen Klopp lächelte befreit. Kein großer Jubel, keine überschwänglichen Gesten - nur ein Lächeln. Schon in der 54. Minute schien sich Dortmunds Trainer des Sieges gegen Hannover sicher zu sein. Doch kurz nach dem zweiten Tor von Robert Lewandowski (27./54. Minute) erzielte Didier Ya Konan (60.) den Anschluss für 96. Wirklich zittern musste Klopp aber nicht mehr. Hannover blieb ohne weitere Großchance, Ivan Perisic sorgte in der Nachspielzeit für den 3:1 (1:0)-Erfolg.
Die Erkenntnis des Erfolgs? Trotz des eindrucksvollen Sieges des FC Bayern am Nachmittag wackelte der BVB kaum. Die Tatsache, dass der Rekordmeister bei einer eigenen Niederlage auf einen Punkt rangekommen wäre, schien ausgeblendet. So bleibt Dortmund durch den siebten Sieg in Serie auch nach dem 23. Spieltag Spitzenreiter, nun mit vier Punkten Vorsprung vor dem FCB.
"Es war ein sehr gutes Heimspiel von uns, für eine Stunde ein überragendes", sagte Klopp. "Wir haben die Mannschaft in der Halbzeit aufgerüttelt. Leider haben wir den entscheidenden Treffer zum Ausgleich nicht gemacht", so Gästetrainer Slomka.
Bender verletzt sich früh
Die Partie begann intensiv. 96-Stürmer Diouf traf Sven Bender in einem Zweikampf im Gesicht - der Nationalspieler musste bereits in der achten Minute ausgewechselt und mit Verdacht auf Nasenbeinbruch ins Krankenhaus gebracht werden. Nur fünf Minuten später hatte der BVB die erste Chance der Partie. Kevin Großkreutzs Schuss aus kurzer Distanz misslang, wurde allerdings noch zu einem Pass für Robert Lewandowski. Der Stürmer erkannte die Szene jedoch zu spät und traf den Ball vor dem leeren Tor nicht mehr richtig.
Doch dem polnischen Nationalspieler sollte sich zügig die Chance zur Wiedergutmachung bieten. In der 27. Minute nutzte er einen Pass von Lukasz Piszczek zur Führung. Bei seinem 15. Saisontor hatte Lewandowski allerdings Glück, 96-Innenverteidiger Mario Eggimann hatte den Ball noch abgefälscht.
Dortmund drückte weiter, Marcel Schmelzer (36.), erneut Lewandowski (40.), Jakub Baszczykowski (44.) und Shinji Kagawa (45.) vergaben noch vor der Pause hochkarätige Chancen.
Ya Konan verkürzt mit Traumtor
Dass Hannover seine Serie von neun Partien ohne Niederlage ausbauen wollte, war auch im zweiten Durchgang zunächst nicht zu erkennen. Im Gegenteil: Das Spiel kannte nur eine Richtung, bereits in der 54. Minute erhöhte der BVB auf 2:0, wieder traf Lewandowski.
Völlig unerwartet kam dann der Anschlusstreffer für 96. Didier Ya Konan (60.), wenige Sekunden zuvor eingewechselt, schlenzte den Ball aus 25 Metern sehenswert in den Torwinkel. Die letzte halbe Stunde war dann vor allem eins: hektisch. Zahlreiche Fouls, fünf Gelbe Karten in gut zehn Minuten. Dortmund kämpfte verbissen - und gewann schließlich verdient. Hannover war in der Schlussphase nicht in der Lage, zielgerichtet nach vorne zu spielen und kam zu keiner nennenswerten Chance mehr. Stattdessen sorgte Perisic in der Nachspielzeit für den Endstand.
Borussia Dortmund - Hannover 96 3:1 (1:0)
1:0 Lewandowski (27.)
2:0 Lewandowski (54.)
2:1 Ya Konan (60.)
3:1 Perisic (90.+2)
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sven Bender (8. Gündogan), Kehl - Blaszczykowski, Kagawa (87. Perisic), Großkreutz - Lewandowski (77. Barrios)
Hannover: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Pogatetz, Christian Schulz - Pinto (76. Stoppelkamp) - Stindl, Schmiedebach - Schlaudraff (59. Ya Konan) - Abdellaoue (59. Rausch), Diouf
Schiedsrichter: Gräfe
Zuschauer: 80.720 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Schmelzer (3), Kehl (5), Gündogan (2) - Diouf, Schmiedebach (6), Stindl (7), Ya Konan (2)
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