Hertha BSC Götz gefeuert - Heine wird Nachfolger

Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin trennt sich von Coach Falko Götz. Nachfolger wird der bisherige Amateurtrainer - der bereits zweimal kurzfristig einsprang. Nach acht Spielen ohne Sieg ist der Club in Abstiegsgefahr geraten.


Berlin - Hertha-Manager Dieter Hoeneß verkündete auf einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz die sofortige Trennung von Götz und dessen Assistent Andreas Thom. Nachfolger wird bis zum Saisonende Amateurcoach Karsten Heine, als Co-Trainer fungiert der frühere Hertha-Profi Sven Kretschmer.

Neuer Hertha-Trainer Heine: Die ewige Notlösung
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Neuer Hertha-Trainer Heine: Die ewige Notlösung

Hoeneß sagte zum Rauswurf von Götz: "Von so einem Mann trennt man sich nicht aus der Laune raus, so was muss vernünftig abgehandelt werden. Ich habe Falko Götz gestern telefonisch die Entscheidung mitgeteilt. Die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer war nicht mehr in Ordnung. Wir mussten handeln." Heine wird erstmals am kommenden Samstag in Bochum (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf der Bank sitzen.

Wie lange der neue Trainer im Amt bleiben soll, ist laut Hoeneß noch unklar: "Es ist nicht so, dass Karsten Heine von vornherein nur Interimscoach sein wird. Wir werden die Entwicklung abwarten." Heine sagte: "Ich glaube, die Mannschaft sehr gut zu kennen. Ziel kann es nur sein, schnellstmöglich an die Hinrunde anzuknüpfen. Da wurden tolle Leistungen gezeigt.", Viele der jungen Profis hat der neue Chefcoach schon im momentan abstiegsbedrohten Regionalliga-Team betreut.

Als Notlösung besitzt der 52-Jährige Erfahrung: Von Mai bis Juni 1991 in der Bundesliga und von März 1994 bis Dezember 1995 in der 2. Liga half Heine bereits zweimal aus. Den Abstieg konnte er 1991 allerdings nicht mehr verhindern.

Nach dem mageren 1:1 am Samstag gegen Arminia Bielefeld und acht Spielen ohne Sieg in Folge war Götz immer mehr in die Kritik geraten. Der Hauptstadtclub war im Oktober 2006 noch Tabellenführer, muss aber nach dem 28. Spieltag mit einem Vorsprung von nur fünf Punkten auf einen Abstiegsplatz um den Klassenerhalt bangen.

Götz übernahm die Verantwortung für den sportlichen Niedergang und wünschte Heine viel Glück. "Wenn eine Mannschaft acht Spiele in Folge ohne Erfolgserlebnis geblieben ist, keinen Befreiungsschlag landen konnte, dann sind personelle Konsequenzen meist unausweichlich. In diesem Fall hat es mich getroffen", schrieb der 45-Jährige auf seiner Homepage und betonte, er werde "diesem großartigen Verein" weiter verbunden bleiben.Der 45-jährige Götz, der einen Vertrag bis 2008 hatte, soll eine Million Euro Abfindung kassieren. Das wollte Hoeneß allerdings nicht bestätigen. Hertha BSC ist mit 45 Millionen Euro verschuldet.

all/sid/dpa



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