Relegationspleite für Hertha: Düsseldorf hat den Aufstieg vor Augen

Von Jan Reschke

Runde eins ging an den Zweitligisten: Im Hinspiel der Bundesliga-Relegation hat Hertha BSC Berlin gegen Fortuna Düsseldorf gepatzt. Eine schwache Abwehrleistung und ein Eigentor von Adrian Ramos besiegelten die Heim-Niederlage. Die Fortuna kann nun zu Hause alles klarmachen.

Bundesliga-Relegation: Otto, Kopfball, Eigentor Fotos
DPA

Es ist der Traum eines jeden Stürmers: In einem wichtigen Spiel das entscheidende Tor markieren. Herthas Angreifer Adrian Ramos gelang dieses Kunststück - allerdings traf er ins eigene Netz (71. Minute) und sorgte so dafür, dass sich sein Team im Hinspiel der Bundesliga-Relegation Zweitligist Fortuna Düsseldorf 1:2 (1:0) geschlagen geben musste. Zuvor hatte Berlins Roman Hubnik für die Führung gesorgt (19.), Thomas Bröker (64.) war der Ausgleich gelungen.

Das Bittere an der Pleite: Es war Herthas Heimspiel. Am kommenden Dienstag (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) hat Fortuna Düsseldorf im eigenen Stadion die Gelegenheit, den Aufstieg in die Bundesliga perfekt zu machen. "Man muss die Kirche im Dorf lassen. Wir haben noch nichts erreicht", sagte Torschütze Bröker allerdings.

Zu Prognosen hatte sich Hertha-Trainer Otto Rehhagel vor dem Spiel gegen Düsseldorf trotz des Klassenunterschieds ebenfalls nicht hinreißen lassen: "Das ganze Gequatsche bringt doch nichts." Recht hatte er. Auch ohne Vorhersage verlor sein Team. "Jetzt sind die Jungs alle sehr, sehr enttäuscht. Aber wir haben noch eine kleine Chance", gab sich Rehhagel trotz der Niederlage kämpferisch.

Lambertz scheiterte freistehend an Hertha-Torwart Kraft

Im Vergleich zum letzten Bundesliga-Spiel bot Rehhagel im Sturm anstelle des verletzten Pierre-Michel Lasogga (Kreuzbandriss) Pechvogel Ramos auf. Ansonsten vertraute er der Elf, die Hoffenheim 3:1 geschlagen und so den Sprung auf den Relegationsplatz ermöglicht hatte. Fortuna-Trainer Norbert Meier nahm in der Defensive Juanan und Sascha Dum (Gelbsperre) heraus, Jens Langeneke und Johannes van den Bergh spielten dafür von Beginn an. In der Offensive kam Maximilian Beister für Sascha Rösler.

Das Spiel begann verhalten, beide Teams mühten sich, den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten. Chancen bekamen die knapp 70.000 Zuschauer zunächst nicht zu sehen - bis zur zehnten Minute. Da brachte Ken Ilsö mit ein bisschen Glück den Ball zu Andreas Lambertz, doch der scheiterte freistehend an Hertha-Torwart Thomas Kraft. Nur eine Minute später setzte Adam Bodzek nach einer Ecke einen Kopfball Zentimeter neben den Pfosten.

Bundesligist Hertha BSC hatte in diesen Szenen viel Glück. Bislang hatte in 13 Aufeinandertreffen in der Bundesliga-Relegation nur viermal der klassentiefere Club das bessere Ende für sich. Sollte an diesem Abend der Grundstein dafür gelegt werden, dass diese Statistik durch Fortuna Düsseldorf zugunsten der Zweitligisten verbessert würde?

Fortuna in der Offensive zunächst harmlos

Zunächst nicht, denn Roman Hubnik setzte in der 19. Minute einen wuchtigen Kopfball nach einer Ecke ins Tor - 1:0. Der Schuss von Fanol Perdedaj landete hingegen in den Armen von Fortuna-Keeper Michael Ratajczak (23.).

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Heatmap-Analyse: Bröker wie Messi, Ben-Hatira zweikampfschwach
Düsseldorf schien beeindruckt. Das Aufbauspiel geriet zuweilen fahrig, einzig ein Kopfball von Lambertz sorgte für ein wenig Gefahr (28.). Besser war da schon die Gelegenheit von Levan Kobiashvili, doch der nutzte seine aussichtsreiche Schussposition nicht. Seinen schwach geschossenen Ball hielt Ratajczak mühelos (32.). Ramos verpasste drei Minuten später nur knapp eine Hereingabe von Raffael. Die Fortuna brachte nicht viel zustande. Nur wenige Offensivaktionen gelangen, meist wurde der Ball leichtfertig im Spielaufbau hergeschenkt.

Wechsel gab es zur zweiten Halbzeit keine. Auf dem Spielfeld veränderte sich ebensowenig. Fortuna brachte in der Offensive nicht viel zustande, Hertha kontrollierte die Partie. In der Summe ergab das ein für die Zuschauer langweiliges Spiel. Bis zur 58. Minute: Da kam Ramos nach einer Ecke frei zum Kopfball, doch sein Versuch landete Zentimeter neben dem Pfosten. Immerhin, es war wieder Leben im Spiel.

Drei Minuten später war es erneut Ramos, der die Gelegenheit zum 2:0 hatte, sein Schuss wurde aber geblockt. Auf der Gegenseite probierte es Lambertz ebenso erfolglos. Besser machte es Bröker: Er setzte sich gleich gegen drei Hertha-Profis durch, die Berliner legten in dieser Situation ein dilettantisches Abwehrverhalten an den Tag.

Machtlos war die Defensive hingegen beim Eigentor von Ramos: Einen Freistoß von Ilsö köpfte er zum 1:2 ins eigene Netz. Es blieb dabei, weil Ronnys Freistoß nur an den Pfosten klatschte (88.).

Hertha BSC - Fortuna Düsseldorf 1:2 (1:0)
1:0 Hubnik (19.)
1:1 Bröker (64.)
1:2 Ramos (71., Eigentor)
Berlin: Kraft - Janker, Hubnik, Niemeyer, Holland - Perdedaj (70. Ronny), Kobiaschwilli - Ebert (74. Torun), Ben-Hatira - Raffael - Ramos
Düsseldorf: Ratajczak - Levels, Lukimya-Mulongoti, Langeneke, van den Bergh - Bodzek (89. Juanan) - Bröker, Oliver Fink, Lambertz - Beister (57. Jovanovic), Ilsö (72. Matuschyk)
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Zuschauer: 68.041
Gelbe Karten: Niemeyer - Lambertz

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insgesamt 40 Beiträge
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1. Verdient und nicht verdient ...
kaiser-k 10.05.2012
Verdient hat Düsseldorf gewonnen. Nicht verdient hat Hertha einen Platz in der ersten Liga. Punkt.
2. Unabhängig
Bee1976 10.05.2012
von den jeweiligen Vereinen, gönne ich das Weiterkommen in der Relegation grundsätzlich dem Zweitligisten. Wer in der zweiten auffem dritten landet muss ne ganze Saison halbwegs gut gespielt haben, gleichso gilt wer in der Ersten auf dem 16. landet muss sich schon ne reichliche Grütze zusammengekickt haben. Auch wenn Düsseldorf jetzt 2:1 gewonneh at, würde ich Otto nicht abschreiben. Spannend wäre übrigens den Abstieg als turnier laufen zu lassen. Die letzten 4 spielen in Ko Games auf neutralem Boden aus, wer absteigt, nur der "Gewinner" bleibt drin. Da wär feuer drin...;)
3. glückwunsch
homer_jay_s. 10.05.2012
Zitat von sysopDPARunde eins ging an den Zweitligisten: Im Hinspiel der Bundesliga-Relegation hat Hertha BSC Berlin gegen Fortuna Düsseldorf gepatzt. Eine schwache Abwehrleistung und ein Eigentor von Adrian Ramos besiegelten die Heim-Niederlage. Die Fortuna kann nun im zu Hause alles klarmachen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,832547,00.html
herzlichen glückwunsch fortuna aus dem pott... dienstag klappts dann endgültig...viel erfolg glück auf
4. Glück und nochmal Glück
samueldora 10.05.2012
Glücklich hat Düsseldorf gewonnen. Mit Glück kann Hertha das Ding immer noch für sich entscheiden. Ausrufezeichen!
5. Berlin mit Bodenhaftung
ArnoNuem 10.05.2012
Hallo Campino und deine Hosen - ich drücke euch für kommenden Dienstag die Daumen! Sorgt dafür, dass Berlin die seit gestern besiegelte Bodenhaftung behält.
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Hertha BSC: Die alte deutsche Dame
Die bisherigen Relegationsspiele zur Bundesliga
Jahr Erstligist Zweitligist Ergebnis
1982 Bayer Leverkusen Kickers Offenbach 1:0/2:1
1983 FC Schalke 04 Bayer Uerdingen 1:3/1:1
1984 Eintracht Frankfurt MSV Duisburg 5:0/1:1
1985 Arminia Bielefeld 1. FC Saarbrücken 0:2/1:1
1986 Borussia Dortmund Fortuna Köln 0:2/3:1/8:0
1987 FC Homburg FC St. Pauli 3:1/1:2
1988 SV Waldhof Mannheim Darmstadt 98 2:3/2:1/5:4 i.E. (0:0)
1989 Eintracht Frankfurt 1. FC Saarbrücken 2:0/1:2
1990 VfL Bochum 1. FC Saarbrücken 1:0/1:1
1991 FC St. Pauli Stuttgarter Kickers 1:1/1:1/1:3
2009 Energie Cottbus 1. FC Nürnberg 0:3/0:2
2010 1. FC Nürnberg FC Augsburg 1:0/2:0
2011 Bor. Mönchengladbach VfL Bochum 1:0/1:1
2012 Hertha BSC Fortuna Düsseldorf 1:2/2:2
2013 1899 Hoffenheim 1. FC Kaiserslautern 3:1/2:1

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