Nach Krawallen in Dortmund Hertha verbietet seinen Fans Banner und Fahnen

Harte Strafe für alle Hertha-Fans nach den Krawallen der Berliner Ultras beim BVB: Ab dem Heimspiel gegen Leipzig sind Banner und Fahnen verboten. Die Sanktionen betreffen auch die Anhänger der Gegner.

Hertha-Fans beim Pokalspiel gegen Darmstadt
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Hertha-Fans beim Pokalspiel gegen Darmstadt


Der Fußball-Bundesligist Hertha BSC reagiert mit einer Reihe von Maßnahmen auf die schweren Fan-Ausschreitungen am vergangenen Samstag in Dortmund. Der Hauptstadtklub untersagt - beginnend mit dem Heimspiel am Samstag (18.30 Uhr) gegen RB Leipzig - "das Einbringen von Bannern, Spruchbändern, Blockfahnen und Doppelhaltern", heißt es in einer Klubmitteilung. Die Verbote gelten "bis auf Weiteres" sowohl für die Heim- als auch die Auswärtsbereiche im Olympiastadion.

Da Hertha die "Sicherheit aller Zuschauer bestmöglich gewährleisten" möchte, werden künftig auch die Sicherheitsmaßnahmen "insbesondere bei den Einlasskontrollen" verschärft. Dazu soll auch die Anzahl des Sicherheitspersonals bei den Heimspielen erhöht werden.

Hertha-Ultras hatten am Samstag beim Bundesligaspiel in Dortmund (2:2) hinter einem Spruchband mit der Aufschrift "15 Jahre Hauptstadt-Mafia" Pyrotechnik gezündet, daraufhin schritt die Polizei ein und wollte das Banner einziehen. Danach eskalierte die Lage: Die Berliner Anhänger lieferten sich eine Prügelei mit den Polizisten. Die Beamten seien unter anderem mit Abwasserrohren geschlagen und mit Pyrotechnik beworfen worden, sagte Einsatzleiter Edzard Freyhoff.

In der Halbzeit hätte die Gruppe aus Berlin als weitere Reaktion auf den Entzug des Banners zunächst Sanitärräume unter der Tribüne demoliert und sei danach unter anderem mit Kloschüsseln auf die Ordnungshüter losgegangen.

Die Bilanz laut Polizeiangaben: Sechs Beamte seien leicht verletzt worden. Außerdem seien 45 Stadionbesucher aus Berlin verletzt worden, 35 durch Reizgas und zehn durch Gewaltanwendung der Polizei. Es habe zudem zehn unbeteiligte Zuschauer mit Atembeschwerden gegeben, die in Folge von Pyrotechnik und der Rauchgasentwicklung zustande gekommen sein sollen.

jan/dpa



insgesamt 71 Beiträge
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JPO 02.11.2018
1. Sehr gut
Hab mich schon lange gefragt warum Banner nicht verboten sind Wo doch jeder weiß das sie nur dem Zweck des pyroschmuggelns dienen.
mlarsen 02.11.2018
2.
Es ist schade, dass auch die "normalen" Fans darunter leiden müssen, aber wenn man diese Auswüchse nicht anders in den Griff kriegt dann ist das leider so. Offenbar kommt man ja mit Vernunft nicht weiter. Ich kenne das noch von der Bundeswehr. Wenn da einer Mist gebaut hat, mussten alle dafür den Kopf herhalten. Hat gewirkt.
super-m 02.11.2018
3.
Meines Wissens nach ist das Zünden von Pyro eine Ordnungswidrigkeit und keine Straftat. Ohne die völlig dämliche Reaktion der Berliner relativieren zu wollen, sollte die Sinnhaftigkeit des Polizeieinsatzes durchaus in Frage gestellt werden. Immerhin heißt, dass deeskalierend gehandelt werden soll, was - offensichtlich - absolut nicht geschehen ist. Leider werden durch den Einsatz von Reizgas auch wieder etliche Besucher verletzt worden sein, die überhaupt nichts mit der Ultraszene zu tun haben. Wie so oft wenn die Polizei auf engem Raum Reizgas einsetzt... Diese Erfahrung beruht leider auf eigenen Erlebnissen. Lieber ertrage ich als Stadionbesucher ab und zu Pyroqualm als nochmal als Unbeteiligter von einer Wolke Tränengas getroffen zu werden.
Ultras 02.11.2018
4. Grün-weißer Partybus
Klar, die bösen, bösen Ultras. Daß die Dortmunder Polizei bereits mehrfach Eskalation bewußt herbeigeführt hat, statt sie zu verhindern, ist natürlich nicht erwähnenswert. Zum Zeitpunkt, als das Banner durch die Polizei entwendet wurde, waren die Bengalos und auch die Rauchtöpfe längst abgebrannt. Dazu kommt, daß die Einsatzkräfte Profis sind, die ganz genau wissen, was passiert, wenn man Ultragruppierungen ihr Heiligstes gezielt zu entwenden versucht. Durch diesen Einsatz sind mehr Menschen verletzt worden als in den letzten fünf Spielzeiten durch bengalische Fackeln etc. Könnte man ja auch mal drüber berichten. Aber über gewaltbereite Fans schreiben bringt natürlich mehr Klickzahlen, da haut der Leser, der sich gerne für gebildet hält, immer bereitwillig drauf.
verruca 02.11.2018
5. Dumpf
Zitat von UltrasKlar, die bösen, bösen Ultras. Daß die Dortmunder Polizei bereits mehrfach Eskalation bewußt herbeigeführt hat, statt sie zu verhindern, ist natürlich nicht erwähnenswert. Zum Zeitpunkt, als das Banner durch die Polizei entwendet wurde, waren die Bengalos und auch die Rauchtöpfe längst abgebrannt. Dazu kommt, daß die Einsatzkräfte Profis sind, die ganz genau wissen, was passiert, wenn man Ultragruppierungen ihr Heiligstes gezielt zu entwenden versucht. Durch diesen Einsatz sind mehr Menschen verletzt worden als in den letzten fünf Spielzeiten durch bengalische Fackeln etc. Könnte man ja auch mal drüber berichten. Aber über gewaltbereite Fans schreiben bringt natürlich mehr Klickzahlen, da haut der Leser, der sich gerne für gebildet hält, immer bereitwillig drauf.
Also mich hat die Polizei noch nie "eskaliert". Ich gehe zum Stadion und da stehen Polizisten davor. Ziemlich viele sogar. Ich schaue einzelne an, sie nicken vielleicht sogar freundlich zurück und haben keinerlei Interesse mir irgendwie dumm kommen zu wollen. Überhaupt kein Problem. Scheint wohl doch am Gebaren der Ultras zu liegen, denn echte Fußballfans berichten eher nie von Polizeiwillkür gegen sie.
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