DFB-Pokalendspiel: Hauptsache gierig

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Warten aufs Triple: Der FC Bayern kann mit einem Pokalsieg die Saison krönen. Der Gegner VfB Stuttgart hofft hingegen für das Endspiel auf den "perfekten Tag". Und Bayern-Trainer Jupp Heynckes sorgt mit Andeutungen über seine Zukunft für neue Spekulationen.

Gier war mal etwas Negatives. Das war vor der Zeit, als der FC Bayern die Bundesliga beherrschte und die Champions League gewann. Zu verdanken hat der Verein dies offensichtlich vor allem der Gier, zumindest gemessen daran, wie häufig dieses Wort im Zusammenhang mit den Münchner Erfolgen genannt wird. Trainer Jupp Heynckes macht auch am Tag vor seinem letzten Pflichtspiel für die Bayern keine Ausnahme: Die Mannschaft sei immer noch gierig darauf, das DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart zu gewinnen, und sie sei - um gleich das zweite Fußballwort des Jahres anzufügen - "fokussiert".

Gierig und fokussiert, fokussiert und gierig, gierig-fokussiert - das ist also das Erfolgsgeheimnis des FC Bayern. Und VfB-Coach Bruno Labbadia beeilte sich am Freitag bei der gemeinsamen Pressekonferenz beider Teams, sich das Rezept zu eigen zu machen. Der VfB war selbstverständlich auch "fokussiert von der ersten Pokalrunde" auf dieses Endspiel und hofft für das Finale auf den "perfekten Tag". Die Frage ist natürlich, ob das ausreicht gegen einen FC Bayern, der laut Kapitän Philipp Lahm "zu hundert Prozent fokussiert" auf die Begegnung im Berliner Olympiastadion (20 Uhr ARD, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ist.

Schließlich könne der FC Bayern etwas erreichen, das es "in der deutschen Geschichte noch nicht gegeben hat". Nämlich, und da ist das passenderweise dritte Fußballwort des Jahres: das Triple. Das sei "etwas Einmaliges", und daher habe die Mannschaft - "eine absolute Weltklassemannschaft" (Labbadia) - die Feierlichkeiten nach dem Champions-League-Triumph von Wembley abgeschüttelt und ab Mittwoch wieder gut trainiert: "Das war natürlich am Anfang sehr, sehr schwierig." Aber der FC Bayern hat in diesem Jahr schon ganz andere Herausforderungen gemeistert.

Heynckes: "Ich kenne die Brasilianer"

Zum Beispiel auch die, seine beiden Brasilianer Dante und Luiz Gustavo in ihre Heimat ziehen zu lassen, statt sie für das Pokalfinale aufzustellen - weil der brasilianische Verband darauf bestand. Er habe "selten so enttäuschte Spieler gesehen" wie die beiden, als sie die Nachricht erhielten, dass das Endspiel ohne sie stattzufinden habe, sagte Heynckes. Er habe ihnen dennoch dringend geraten zu fahren, um ihre Chancen auf einen WM-Einsatz im kommenden Jahr nicht zu gefährden. Denn das habe ihnen andernfalls gedroht, ist Heynckes überzeugt: "Ich kenne die Brasilianer."

Er kennt allerdings auch den Gegner vom Samstag, den VfB Stuttgart. Und daher weiß er, dass "der VfB nur so eine durchwachsene Saison in der Liga gespielt hat, weil er eine extreme Mehrfachbelastung mit Europa League, Pokal und Meisterschaft durchzustehen hatte". Von daher gelte sein größter Respekt dem Gästecoach Labbadia, dass man es trotzdem bis in dieses Finale geschafft habe.

Ein Lob, das der VfB-Trainer gleich potenziert zurückgeben konnte. "Jupp Heynckes ist ein Vorbild für den gesamten Trainerstand", befand Labbadia, der mit seiner Mannschaft unter der Woche den Ernstfall gegen die Bayern in einer Testpartie gegen den SSV Reutlingen simuliert hatte. Der Bayern-Trainer sei stets fair und respektvoll mit dem Gegner umgegangen, "ich muss das hier loswerden, weil ich ja nicht weiß, ob wir in dieser Konstellation hier noch einmal zusammensitzen".

Heynckes, der 68-Jährige, saß daneben und deutete dabei ein vielsagendes Lächeln an. Auch als er darauf angesprochen wurde, dass der scheidende Bayern-Profi Anatoli Timoschtschuk in russischen Medien Heynckes bereits als künftigen Trainer von Real Madrid vorausgesagt hat, ließ er das Lächeln im Gesicht stehen: "Ich weiß auch nicht, woher er das hat", so der Coach.

Er werde, und da horchte die gesamte Presse dann doch auf, "wenn ich morgen nach dem Spiel gut aufgelegt bin, etwas zu meiner näheren Zukunft sagen". Das klingt nicht zwingend so, als sei Heynckes zu hundert Prozent fokussiert darauf, nur noch ein Leben als Ruheständler auf dem Bauernhof zu führen. Der Erfolgstrainer scheint offenbar noch auf irgendetwas anderes gierig zu sein.

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insgesamt 115 Beiträge
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1. Schade
spon-facebook-10000002792 31.05.2013
Da kommen die Bayern wohl zu spät. Der Vfl Wolfsburg hat vor kurzen das Tripple geholt. Ärgerlich.
2. Heynckes zu Madrid
meischer_eder 31.05.2013
Das wärs doch. Und nächstes Jahr gewinnt er mit Real gegen Pep und Bayern das Finale der Champions League.
3. Wir sprechen
bayernmuenchen 31.05.2013
hier vom ernsthaften Profifussball.
4. nee
vegas333 31.05.2013
a neee ned schon wieder Bayern-Neid
5. Völlig unerheblich
Werner655 31.05.2013
Zitat von sysopWarten aufs Triple: Der FC Bayern kann mit einem Pokalsieg die Saison krönen. Der Gegner VfB Stuttgart hofft hingegen für das Endspiel auf den "perfekten Tag". Und Bayern-Trainer Jupp Heynckes sorgt mit Andeutungen über seine Zukunft für neue Spekulationen. Heynckes und Labbadia sprechen vor DFB-Pokalfinale FC Bayern gegen VfB - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/heynckes-und-labbadia-sprechen-vor-dfb-pokalfinale-fc-bayern-gegen-vfb-a-903065.html)
Selbst wenn Heynckes "die Brasilianer" nicht so "gut kennen würde", würde das Finale ohne Dante und Gustavo stattfinden. Auch ist es völlig schnuppe, was er ihnen geraten hat. Sie würden auch nicht zum Einsatz kommen, wenn sie in München geblieben wären.
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