Hamburg - 23 Jahre nach der Hillsborough-Katastrophe hat die britische Staatsanwaltschaft Untersuchungen gegen die Polizei angekündigt. Die Behörde teilte am Freitag mit, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung zu ermitteln. Auch die Polizeiaufsichtsbehörde IPCC wird Untersuchungen einleiten.
Bei einer Massenpanik beim Pokalspiel zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest am 15. April 1989 waren 96 Fußballfans im Hillsborough-Stadion in Sheffield ums Leben gekommen. Hunderte wurden verletzt. Die Polizei hatte damals zu viele Menschen in den Block der Liverpool-Fans gelassen. Die meisten Todesopfer wurden in dem völligen überfüllten Stehplatzbereich der Liverpool-Fans zu Tode gedrückt oder erstickten. Im Anschluss an das Unglück waren die Fans von Polizei und Medien als betrunken und aggressiv dargestellt worden.
Vor einem Monat hatte ein neuer Bericht jedoch schwere Fehler bei der Arbeit der Polizei- und Rettungskräfte sowie falsche Schuldzuweisungen im Anschluss festgestellt. Polizei und Retter hätten bei der Massenpanik nicht schnell genug reagiert. Der britische Premierminister David Cameron hatte sich im Namen der Regierung für die Fehler entschuldigt.
bka/dpa
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