Hamburg - Die Aufarbeitung der Tragödie von Hillsborough bekommt immer größere Ausmaße. Die Polizeiaufsichtsbehörde IPCC gab bekannt, dass mindestens 2444 Beamte aus 20 Regionen befragt werden sollen - 1000 mehr als ursprünglich geplant. Das berichten die britischen Zeitungen "The Guardian" und "The Independent".
IPCC-Chefin Jane Furniss sagte, dass Polizeistationen aus ganz England freiwillig Namen von Polizisten gemeldet hätten, die direkt beim Spiel im Einsatz oder an den späteren Aufarbeitungen beteiligt waren. Die Untersuchungen der Ermittler sollen nun ergeben, wer tatsächlich an den anschließenden Vertuschungen beteiligt war.
Bei der Tragödie im Sheffielder Hillsborough-Stadion waren am 15. April 1989 96 Fußballfans umgekommen. Erst im September dieses Jahres freigegebene Unterlagen hatten schwere Fehler bei den Polizei- und Rettungskräften sowie falsche Schuldzuweisungen im Anschluss an das Unglück festgestellt.
Wenn die Einsatzkräfte schneller gehandelt hätten, hätten mindestens 41 der Opfer überleben können. Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb Mitte Oktober Ermittlungen gegen die Polizei wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen. Wenige Tage später hatte der britische Generalstaatsanwalt Dominic Grieve gefordert, die ursprünglichen Urteile zum Tod der Opfer neu zu untersuchen. Sie lauteten ursprünglich "Tod durch Unfall".
leh
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