Hillsborough-Tragödie Rolle von 2444 Polizisten wird untersucht

96 Fußballfans starben im April 1989 bei der Hillsborough-Tragödie - auch weil die Polizei schwere Fehler machte. Nun will die englische Polizeiaufsichtsbehörde 2444 involvierte Sicherheitskräfte befragen, 1000 mehr als eigentlich geplant.

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Hamburg - Die Aufarbeitung der Tragödie von Hillsborough bekommt immer größere Ausmaße. Die Polizeiaufsichtsbehörde IPCC gab bekannt, dass mindestens 2444 Beamte aus 20 Regionen befragt werden sollen - 1000 mehr als ursprünglich geplant. Das berichten die britischen Zeitungen "The Guardian" und "The Independent".

IPCC-Chefin Jane Furniss sagte, dass Polizeistationen aus ganz England freiwillig Namen von Polizisten gemeldet hätten, die direkt beim Spiel im Einsatz oder an den späteren Aufarbeitungen beteiligt waren. Die Untersuchungen der Ermittler sollen nun ergeben, wer tatsächlich an den anschließenden Vertuschungen beteiligt war.

Bei der Tragödie im Sheffielder Hillsborough-Stadion waren am 15. April 1989 96 Fußballfans umgekommen. Erst im September dieses Jahres freigegebene Unterlagen hatten schwere Fehler bei den Polizei- und Rettungskräften sowie falsche Schuldzuweisungen im Anschluss an das Unglück festgestellt.

Wenn die Einsatzkräfte schneller gehandelt hätten, hätten mindestens 41 der Opfer überleben können. Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb Mitte Oktober Ermittlungen gegen die Polizei wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen. Wenige Tage später hatte der britische Generalstaatsanwalt Dominic Grieve gefordert, die ursprünglichen Urteile zum Tod der Opfer neu zu untersuchen. Sie lauteten ursprünglich "Tod durch Unfall".

leh



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insgesamt 7 Beiträge
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Atheist_Crusader 13.11.2012
1.
Soll nochmal einer den Behörden vorwerfen, dass sie langsam arbeiten. Noch wäre keines der damaligen Opfer an Altersschwäche gestorben!
ghibli 13.11.2012
2. Wenigstens etwas.
Zitat von Atheist_CrusaderSoll nochmal einer den Behörden vorwerfen, dass sie langsam arbeiten. Noch wäre keines der damaligen Opfer an Altersschwäche gestorben!
Zumindest wurden die Akten zu dem Fall noch nicht geschreddert. Beim BKA oder beim Verfassungsschutz wäre das schon längst passiert.
jObserver 13.11.2012
3. Wie albern!
Schlimm, wenn da vertuscht wurde. Absurd, zu glauben man könne das heute noch aufklären. Sinnlos, die Angehörigen der Opfer nochmal mit dem Unglück zu konfrontieren. Die Kapazitäten der Staatsanwaltschaft und Gerichte lieber dafür nutzen, in aktuellen und zukünftigen Prozessen besser zu ermitteln - und nicht an einen Fall verschwenden, bei dem nichts mehr zu holen ist. Als ob man irgendeinem der 2444 Polizisten etwas wird nachweisen können, dafür werden die Erinnerungen (wenn überhaupt) viel zu unsicher sein.
ambition 14.11.2012
4. Fussball &Polizei
Verstehe ich das richtig, über 2000 Polizisten waren bei einem Fussballspiel im Einsatz? So wie in Deutschland, von Steuergeldern bezahlt? Und jetzt sollen die, die mMn gar nichts auf einem Fussballspiel zu suchen haben, belangt werden? Klar, da hätte ich auch versucht, alles zu vertuschen - erst den Kopf für durchgeknallte Fussballfans hinhaltenen und dann noch beschuldigt werden.....das werde ich nie nachvollziehen.
lollopa1 14.11.2012
5. @ambition
Ich denke Sie wissen überhaupt nicht was dort passierte. Menschen sind in einem überfüllten Stadion zu Tode gedrückt und getreten worden, in einer Situation wo die Polizei zu vile Tore öffnete um Leute einzulassen und fatalerweise in der Paniksituation die Zuigänge auf das Spielfeld nicht öffnete! Dadurch sind 96 Menschen zu Tode gekommen, darunter Kinder. Und die Polizei hat alle Getöteten pauschal als Hooligans und Betrunkene dargestellt. Bevor Sie das nächste mal was kommentieren sollten Sie sich besser informieren, oder einfach die Klappe halten.
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