Hoeneß-Wutrede gegen van Gaal "Das konnte man sich nicht länger antun"

In Uli Hoeneß muss es schon länger gebrodelt haben, jetzt brach es aus ihm heraus. "Das Maß war voll", sagte der Präsident des FC Bayern im Interview über die Trennung von Trainer Louis van Gaal. Dieser habe nicht auf den Vorstand gehört und nichts gelernt.

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Frage: "Herr Hoeneß, nach dem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg droht der FC Bayern das Minimalziel Platz drei zu verpassen. Haben Sie mit der Trennung von Louis van Gaal deshalb die Notbremse gezogen?"

Hoeneß: "Wir im Vorstand haben wochen- und monatelang geredet, irgendwann musste eine gemeinsame Entscheidung getroffen werden. Samstag war das Ende einer Kette, das Maß war voll. Es gibt da ein Sprichwort: Der Krug geht so lange bis zum Brunnen bis er bricht. Jetzt ist er gebrochen."

Frage: "Die Kritik am Spiel des FC Bayern wurde oft an den schwachen Defensivleistungen der Mannschaft festgemacht. Hat es van Gaal verpasst, der Defensive zur nötigen Stabilität zu verhelfen?"

Hoeneß: "Mit der Entscheidung, Jörg Butt aus dem Tor zu nehmen, ging die ganze Scheiße los. Der Vorstand hatte van Gaal mehrmals auf diese Problematik hingewiesen, und er hat es trotzdem gemacht. Er hat nichts daraus gelernt und sich dieses Themas nicht angenommen. Es war ja nicht so, dass hinten einer mal einen Fehler macht. Es ist eine komplette Unruhe in der ganzen Abwehr entstanden. Das konnte man sich nicht länger antun."

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Louis van Gaal: Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Frage: "Sie bezeichnen den FC Bayern gern als große Familie. Sind Sie zu der Erkenntnis gekommen, dass van Gaal mit seiner Art nicht in dieses Umfeld gepasst hat?"

Hoeneß: "Wir haben uns völlig unnötig selbst Probleme bereitet, die den ganzen Verein total durcheinandergebracht haben. Das Thema Manuel Neuer hätte sich nicht so hochgeschaukelt und wir hätten nie solche Probleme mit der Südkurve bekommen. Darüber sollte sich Louis van Gaal mal Gedanken machen. Erfolg ist eine Sache, Spaß die andere. Und Spaß hat es in diesem Verein schon lange nicht mehr gegeben, nicht bei uns und auch nicht bei den Spielern. Dass die hinter dem Trainer gestanden haben, ist ohnehin ein Märchen."

Frage: "Welche Reaktion erhoffen Sie sich beim wichtigen Bundesligaspiel am Sonntag gegen Bayer Leverkusen von der Mannschaft?"

Hoeneß: "Ich erwarte eine Explosion und dass die Zwangsjacke, in der die Spieler seit Monaten stecken, abgestreift wird. Wenn man den ein oder anderen in den letzten Wochen beobachtet hat, kann man sagen, dass die pure Angst seine Aktionen begleitet hat. Ich gehe davon aus, dass das ab sofort beendet ist."

Frage: "Wie, glauben Sie, wird die Reaktion der Fans gegenüber der Mannschaft, aber speziell Ihnen gegenüber ausfallen?"

Hoeneß: "Das müssen Sie die Fans fragen."

aufgezeichnet von Emanuel Reinke (sid)

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Reformhaus, 10.04.2011
1. Wechselt Hoeneß ins Traineramt?
Uli Hoeneß strotzt nur so vor Kompetenz. Bei so viel Hirn hätte er schon längst das Training seines Clubs leiten müssen - und so nebenbei 1860 managen.
firem 10.04.2011
2. Nach der Entlassung
erfolgte ein fristloser Rausschmiss. Es reichte. Wer hat eigentlich den van Gaaal für einen guten Fußball-Trainer gehalten? Das waren doch die, die auch Klinsmann hochjubelten. Klinsmann, der als Trainer der deutschen Nationalelf keinen Schritt ohne Löw gehen konnte. Fehlt eigentlich nur noch Loddar als Trainer.
taupe, 10.04.2011
3.
Zitat Hoeness: "Wir haben uns völlig unnötig selbst Probleme bereitet, die den ganzen Verein total durcheinandergebracht haben. Das Thema Manuel Neuer hätte sich nicht so hochgeschaukelt und wir hätten nie solche Probleme mit der Südkurve bekommen. Darüber sollte sich Louis van Gaal mal Gedanken machen." Ich versteh den Hoeness nicht- was hat die Causa Neuer mit van Gaal zu tun? Es ist doch schon seit März klar, dass der van Gaal geht und daher nichts mit einer womöglichen Verpflichtung Neuers zu tun haben kann / wird? Oder verstehe ich was falsch? Ich hab das Gefühl, der Hoeness ist so richtig beleidigt über die Reaktion vieler Fans und schiebt die Schuld mal wieder anderen zu - also dem Trainer. Und dieses verbale Nachtreten - nein, Klasse oder Anstand hat der Uli H. wirklich nicht.
cheguevara73 10.04.2011
4. Neid - Hass
Zitat von ReformhausUli Hoeneß strotzt nur so vor Kompetenz. Bei so viel Hirn hätte er schon längst das Training seines Clubs leiten müssen - und so nebenbei 1860 managen.
Viele Leute verwechseln ihre persönliche Abneigung gegenüber bestimmten Personen als "Meinung" bzw. "sachliche Argumentation". Neid, Hass usw. bildet keine Grundlage für eine sachliche Auseinandersetzung. Man muss Uli Hoeness nicht mögen, was wohl gleichbedeutend damit ist, das man kein FC Bayern Fan ist. Doch seine Erfolge, die er für den Verein zu verbuchen hat, sprechen wohl für sich und man muss sie auch nicht aufzählen. Menschen machen Fehler, auch Uli Hoeness, das weiß er mit Sicherheit. Doch diese Neid-/Hassattacken von Bayernhassern (grins,schmunzel)finde ich in Foren geradezu lächerlich und peinlich. So Leute sollten erstmal überlegen, was Hr. Hoeness für den deutschen Fußball, für die Bundesliga, für Liganachbarn (Nürnberg,1860 usw) schon getan hat, um ihnen zu helfen. Und das er mit ganzer Seele Fußball lebt sollte bekannt sein. Wie ein Robben nach Spielschluss noch Rot bekommt, weil er unbedingt gewinnen will, so kann auch Uli Hoeness nicht zusehen, das der FC Bayern die Championsleague verpasst. Wer einen Miro Klose auf der Bank versauern läst, ständig ein System spielt, das nicht funktioniert, nicht in der Lage ist umzustellen (mit 2 Spitzen zu spielen - nicht nur 20Minuten), den Torwart austauscht (nichts gegen Kraft), seine eigenen Spieler verunsichert (Schweinsteiger) und verdiente Spieler in die Wüste schickt (Toni,Lucio, van bommel), und schließlich das Minimalziel Championsleague gefährdet, der ist für den FC Bayern in so einer Situation nicht mehr tragbar. Erfolg heiligt die Mittel. Das musste Uli Hoeness solange akzeptieren, bis man die Chance verspielen könnte, nächstes Jahr das Endspiel der Championsleague im eigenen Stadion zu verpassen. Egal von welchem Verein sie Fan sind, jeder Fan hätte Verständnis für so eine Entscheidung, wenn es um den eigenen Verein gehen würde. Ich war lange Fan des FC Bayern, bezeichne mich heute als Sympathisant, weil das Wort Fan (Fanatiker) zu wenig objektives Verständnis erzeugt. Wenn Bayern verliert, dann kann ich mich auch für den Gegner freuen, die Leistung sachlich kritisieren. Denn es geht um Sport (spielen), und das sollte etwas Gutes sein.
Knackeule 10.04.2011
5. bei Hoeneß sind immer die Anderen schuld
Die "Scheiße", wie Herr Hoeneß so nett sagt, ging nicht erst bei der Auswechslung von Butt gegen Kraft los, sondern schon viel früher. Wer hat denn Felix Magath, nachdem er zweimal hintereinander für Bayern Meisterschaft und Pokal geholt hat, wegen "Erfolgslosigkeit" entlassen ? Wer hat denn den guten und erfahrenen Ottmar Hitzfeld gegen den großmäuligen Anfänger Jürgen Klinsmann bei Bayern ausgetauscht ? Und dann, als auch dem letzten Bayern-Deppen klar war, dass man einen Klub wie Bayern München nicht mit einer Luftnummer coachen kann, den bekannt autoritären Trainer-Zampano von Gaal geholt ? Und auch van Gaal wurde vor gar nicht langer Zeit über den grünen Klee gelobt, bis er halt klar gemacht hat, dass er sich von Hoeneß und dem total unfähigen Selbstdarsteller Rummenigge nicht reinreden läßt. Und jetzt ist also van Gaal der beratungsresistente Depp. Und Hoeneß hat sich nicht entblödet, vor wenigen Tagen erst Frankfurts Vorstand wegen des Daum-Engagements arrogant zu kritisieren. Hoeneß hat allen Grund, seine große Klappe zu halten. Der soll seine Bratwürste fressen und endlich Ruhe geben.
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