Hoffenheim-Niederlage Vier Tore gegen Babbel

Es wird eng für Hoffenheim-Trainer Markus Babbel. Vier Tore kassierte seine phasenweise desolate Mannschaft gegen Werder Bremen. Der Coach selbst gibt sich kämpferisch: "Ich gehe als Letzter von Bord."

1899-Trainer Babbel: "Ich fokussiere mich auf Freitag"
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1899-Trainer Babbel: "Ich fokussiere mich auf Freitag"

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Hamburg - Die Situation für Markus Babbel war zuvor schon schwierig - jetzt ist sie miserabel. Der Hoffenheim-Trainer, seit Wochen in der Kritik, hatte im Heimspiel gegen Werder Bremen auf einen Sieg, einen Befreiungsschlag, gehofft. Es gab einen Rückschlag. Und was für einen.

1:4 (0:2) verloren die Hoffenheimer, die eine desolate erste Hälfte spielten. Damit liegt der Club auf Relegationsplatz 16, hat mit 36 Gegentoren die mit Abstand schlechteste Bilanz der Liga.

War's das für Babbel?

Der 40-Jährige selbst geht "felsenfest" davon aus, weiter für die TSG arbeiten zu dürfen. Die Diskussion um seine Person interessiere ihn nicht: "Ich fokussiere mich auf Freitag gegen den HSV. Ich bin der Letzte der von Bord geht, wenn es schwierig wird."

Doch wie lange Babbel im Amt bleibt, entscheiden andere. Allen voran 1899-Mäzen Dietmar Hopp, der momentan in den USA weilt. Sportdirektor Andreas Müller sagte kurz nach Spielende: "Wir sind alle wahnsinnig enttäuscht. Es wäre falsch, in der Emotion Entscheidungen zu treffen, aber wir müssen uns natürlich zusammensetzen. Wir werden die Situation knallhart analysieren und werden die Entscheidung treffen, ob wir mit Markus weiter machen oder nicht."

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Bundesliga: Drei Tore von Arnautovic, zwei Gesichter von Hoffenheim
Ein klares Bekenntnis zum Trainer konnte sich Müller nicht abringen. Kein Wunder, nach der bitteren Niederlage.

Schon in der 21. Minute gingen die Gäste in Führung: Nach einer Freistoßflanke von Kevin de Bruyne köpfte Sebastian Prödl aufs Hoffenheimer Tor, der Ball senkte sich hinter 1899-Keeper Koen Casteels zum 1:0 ins Netz.

Gute Torchancen hatte sich zuvor keine der beiden Mannschaften erspielen können. Werder merkte man deutlich an, dass in Aaron Hunt der bisher beste Bremer der Hinrunde (6 Tore, 4 Vorlagen) mit Wadenproblemen passen musste.

Doch auch ohne spielerischen Glanz kam Werder zum 2:0: Hoffenheims Daniel Williams verlor am eigenen Strafraum den Ball, Marko Arnautovic spielte einen schnellen Doppelpass mit de Bruyne und schob unbedrängt ein. Der doppelte Vorbereiter hätte in der letzten Minute der ersten Halbzeit sogar noch den dritten Treffer erzielen können, doch de Bruyne schoss über das Tor. Wenige Sekunden später schoss Nils Petersen Schlussmann Casteels an.

Auf den Pausenpfiff von Schiedsrichter Knut Kircher folgte ein Pfeifkonzert der Hoffenheim-Fans ob der desolaten Leistung ihres Teams. "Die erste Halbzeit war ganz schwach von uns", sagte Babbel.

Lag es an Babbels Halbzeitansprache? Zumindest wirkten die Hoffenheimer zu Beginn deutlich konzentrierter und aggressiver. Sejad Salihovic schloss einen schönen Angriff überlegt zum 1:2 ab (50. Minute). Kevin Volland (52.) und Fabian Johnson (53.) scheiterten kurz darauf mit ihren Torschüssen.

Werder-Keeper Sebastian Mielitz lenkte mit dem Fuß einen Schuss von Josélu noch um den Pfosten (57.) - schon so kurz nach der Pause hatten sich die Gastgeber mehr gute Chancen erspielt als in der gesamten ersten Halbzeit. Auch von der Tribüne kam nun reichlich Unterstützung. Josélu vergab weitere gute Möglichkeiten, auf der Gegenseite wurde Werder dann nach Handspiel Marvin Comppers im Strafraum ein Elfmeter verwehrt.

Doch wenige Sekunden später verwandelte Arnautovic einen direkten Freistoß aus 18 Metern (73.), sechs Minuten später erzielte der Österreicher mit einem Schlenzer noch seinen dritten Treffer der Partie und sein fünftes Saisontor.

Die Bremer Fans skandierten, bezogen auf den verletzt fehlenden Heimtorwart und Ex-Werder-Keeper Tim Wiese, hämisch: "Zweite Liga, Wiese ist dabei". Sollte es soweit kommen, wäre Babbel wohl schon lange nicht mehr dabei.

1899 Hoffenheim - Werder Bremen 1:4 (0:2)
0:1 Prödl (21.)
0:2 Arnautovic (29.)
1:2 Salihovic (50.)
1:3 Arnautovic (73.)
1:4 Arnautovic (79.)
Hoffenheim: Casteels - Beck, Williams, Compper, Johnson - Streker, Salihovic - Volland, Schröck (37. Firmino) - Schipplock (37. Grifo), Joselu (74. Derdiyok)
Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Schmitz - Ignjovski - Fritz (85. Lukimya), De Bruyne - Arnautovic (84. Füllkrug), Elia (71. Akpala) - Petersen
Schiedsrichter: Knut Kircher
Zuschauer: 23.500
Gelbe Karten: Schipplock, Schröck, Salihovic - Prödl

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