Hoffenheims Sieg gegen Mainz Neue Lust am Spiel

Offensiv und mutig: Beim Sieg gegen Mainz ist Hoffenheim kaum wiederzuerkennen. Es scheint ganz so, als habe der neue Trainer bei den Spielern wieder den Spaß am Fußball entfacht.

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Aus Sinsheim berichtet


Kevin Volland stand nach dem 3:2-Sieg gegen Mainz 05 schon vor den Journalisten in der Interviewzone der Sinsheimer Arena. Der Hoffenheimer Angreifer wollte unbedingt seine Einschätzungen zum Spiel loswerden. "Jetzt bleiben wir dran!", sagte Volland. Und schien nur darauf zu warten, dass jemand fragte, welchen Anteil denn der neue Trainer daran habe, dass man beim Tabellen-17. wieder ein bisschen an den Klassenerhalt glauben darf.

Als wirklich jemand fragte, sprudelte er prompt los: "Julian Nagelsmann vermittelt uns Selbstvertrauen und Mut und ermuntert uns, so zu spielen wie wir auch trainieren." Wie Hoffenheim gegen Mainz auftrat, lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: Offensiv und mutig.

Nach dem frühen Rückstand durch den Mainzer Jhon Cordoba (11. Minute) stürmte die TSG einfach weiter und kam durch Nadiem Amiri (13.) und Mark Uth (68./76.) zu drei Treffern. Die Tore waren dabei keine Zufallsprodukte, sie fielen nach planvoll vorgetragenen Angriffen. Eduardo Vargas, Volland, Uth und Amiri präsentierten sich als starke Offensiveinheit. Den Zuschauern wurde ein lebhaftes, unterhaltsames Spiel geboten - auch dank der starken Mainzer Gegenwehr.

Hoffenheim wollte den Sieg mehr

"Wir haben heute gegen ein Team verloren, das den Sieg mehr wollte", sagte 05-Trainer Martin Schmidt. Er sieht sein Team nun dort, wo es hingehört: "Auf den Rängen 6, 7 oder 8, alles andere wird von den Medien reingetragen." Dann lobte er die Arbeit seines 28 Jahre alten Hoffenheimer Kollegen, der in der Hoffnung installiert worden war, neue Kräfte für den Abstiegskampf freisetzen zu können. Eine goldrichtige Entscheidung, wie Schmidt fand: "Man kann sehr vieles beeinflussen, das habt ihr hier gemacht."

Nagelsmanns Vorgänger Huub Stevens hatte in der vergangenen Saison den VfB Stuttgart vor dem Abstieg gerettet, der Mannschaft tat die Rückbesinnung auf defensive Mechanismen gut. In Hoffenheim schien nach dem Rauswurf von Markus Gisdol allerdings etwas anderes gefordert. Zwar stabilisierte Stevens die TSG defensiv, dabei ging jedoch zeitgleich die Offensivkraft verloren. In den zurückliegenden Heimspielen wirkte das Team verzagt und ohne jeden Plan im Angriff.

"Wir spielen mutiger und flexibler"

Ein Trainer wie Nagelsmann, der auf Chancen statt auf Risiken hinweist, kommt da offenbar vielen Spielern sehr gelegen. "Der Coach gibt neue Impulse und neuen Schwung. Es ist wieder eine neue Spielweise, die zu vielen Spielern gut passt", hatte Volland schon unter der Woche geschwärmt. "Wir spielen mutiger, auch flexibler - das brauchen wir in dieser Phase." Kollege Amri äußerte sich nach dem Sieg ähnlich: "Er strahlt Vertrauen und Selbstvertrauen aus und das kommt bei der Mannschaft an", sagte der 19-Jährige, der gegen Mainz einer der besten Hoffenheimer war.

Der nur neun Jahre ältere Nagelsmann musste nach all den Lobpreisungen auch gar nicht mehr viel über seine Methoden bei der einstweiligen Wunderheilung berichten. Dass der Spaß an der Arbeit vielen seiner Spieler zuletzt abhanden gekommen war, ließ sich aber auch bei ihm deutlich heraushören. "Wir hatten einige Trainingsformen in unserem Programm, bei denen die Spieler nicht viel denken mussten und sie einfach mal kicken konnten", sagte er. Als Kontrastprogramm zu Taktikschulungen und Einzelgesprächen habe das möglicherweise die nötige Lockerheit gebracht.

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Seite 1
Attila2009 20.02.2016
1.
So ist das manchmal. Plötzlich gelingen wieder Sachen die früher hundertprozent nicht gelungen waren.Locker leicht.. So ein Jungspund als Trainer... da sind Profis dabei die älter sind als der. Unglaublich wie das geht. Aber bissel Dusel ist dann immer dabei und nötig. Der Ausgleich war für Mainz auch noch möglich.
karl-der-gaul 20.02.2016
2. Sowas
Man könnte meinen nach plötzlichen Unentschieden und Gewinn unter dem Säugling Manager die Hoffenheimer sollten alle ihren Urin zur Prüfung stellen.
axelmueller1976 21.02.2016
3. Nr.1 Super Hoffenheim
Zitat von Attila2009So ist das manchmal. Plötzlich gelingen wieder Sachen die früher hundertprozent nicht gelungen waren.Locker leicht.. So ein Jungspund als Trainer... da sind Profis dabei die älter sind als der. Unglaublich wie das geht. Aber bissel Dusel ist dann immer dabei und nötig. Der Ausgleich war für Mainz auch noch möglich.
Dem jungen neuen Trainer und Seinem Team sei der Sieg wirklich gegönnt. Aber es ist auch klar erkennbar bei Mainz sind die ersten Schwächen in den Lauf-Km erkennbar ,denn das Team ist nur 115 Km gelaufen. Im letzten Spiel waren es noch 125 Km .Das ist als wenn 1 Spieler weniger auf dem Platz steht Scheinbar gibt es den ersten Einbruch bei der Kondition.Denn Mainz liegt an der Spitze der BL in den Lauf-Km.
Attila2009 21.02.2016
4.
Zitat von axelmueller1976Dem jungen neuen Trainer und Seinem Team sei der Sieg wirklich gegönnt. Aber es ist auch klar erkennbar bei Mainz sind die ersten Schwächen in den Lauf-Km erkennbar ,denn das Team ist nur 115 Km gelaufen. Im letzten Spiel waren es noch 125 Km .Das ist als wenn 1 Spieler weniger auf dem Platz steht Scheinbar gibt es den ersten Einbruch bei der Kondition.Denn Mainz liegt an der Spitze der BL in den Lauf-Km.
Immerhin haben die Mainzer die Hoffenheimer zum Ende des Spieles mächtig unter Druck gesetzt, so sehr dass deren Trainer den Abpfiff herbeigesehnt hat. nach dem Anschlußtor zum 2 : 3 hat Hoffenheim so was von gewackelt ,so KO waren die Mainzer.... Das nennt man Einbruch in der Kondition , ja ? Irgendetwas stimmt nicht an Ihrer Laufkilometertheorie ?
axelmueller1976 21.02.2016
5. Nr.4 Lauf-Km Theorie
Zitat von Attila2009Immerhin haben die Mainzer die Hoffenheimer zum Ende des Spieles mächtig unter Druck gesetzt, so sehr dass deren Trainer den Abpfiff herbeigesehnt hat. nach dem Anschlußtor zum 2 : 3 hat Hoffenheim so was von gewackelt ,so KO waren die Mainzer.... Das nennt man Einbruch in der Kondition , ja ? Irgendetwas stimmt nicht an Ihrer Laufkilometertheorie ?
Jetzt warten wir einmal heute ab ,welche Lauf-Km von den Teams erreicht werden welche am Donnerstag gespielt haben.Reus sitzt doch schon vermutlich auf der Bank.
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