Bundesliga Claudio Pizarro legt Siegtreffer für Bremen auf

Zwei Tore in der Nachspielzeit haben Werder Bremen einen Sieg in Hoffenheim gesichert. Rückkehrer Claudio Pizarro bereitete das entscheidende 2:1 von Anthony Ujah vor. Zugang Eduardo Vargas hatte für die TSG getroffen.

Getty Images

Auch im fünften Pflichtspiel der Saison konnte die TSG Hoffenheim nicht gewinnen. Bei der 1:3-Heimniederlage gegen Werder Bremen fielen die beiden entscheidenden Tore für die Gäste durch Anthony Ujah und Zlatko Junuzovic erst in der Nachspielzeit. Junuzovic hatte auch das Führungstor (45.) erzielt, Eduardo Vargas für die Gastgeber ausgeglichen (49.).

Gegen Werder Bremen hatte die TSG in ihrer Geschichte aber nur eines von 15 Pflichtspielen für sich entschieden - und das vor mehr als fünf Jahren. Aus dem Team, das damals 4:1 gegen die Bremer gesiegt hatte, steht inzwischen niemand mehr im Hoffenheimer Kader. Claudio Pizarro aber war damals im grünen Trikot dabei und saß jetzt nach seiner Rückkehr zu Werder erstmals wieder für den SVW auf der Bank.

Die erste gute Chance des Spiels hatte einer der Stürmer, die Pizarros Platz in der Startelf noch blockieren. Aron Jóhannsson ließ beim Bremer Anhang aber früh Rufe nach Pizarro laut werden, als er nach einem Freistoß von Zlatko Junuzovic aus dem rechten Halbfeld am langen Pfosten zum Kopfball kam. Völlig unbedrängt verfehlte der Amerikaner das TSG-Tor um einen Meter.

Wenn man Bremer Standardsituationen rund um den eigenen Strafraum verhindert, dann ist man einem Erfolg gegen Werder schon ein gutes Stück näher gekommen. Hoffenheim schaffte es aber nach 20 Minuten nicht, einen Eckstoß von Junuzovic zu verteidigen. Der Ball wurde von Santiago García mit dem Kopf verlängert, und Assani Lukimya kam im Fünfmeterraum zum Abschluss. Der Verteidiger konnte den Ball aber nicht kontrollieren und setzte seinen Kopfball über die Latte.

Hoffenheim hatte in der Folgezeit mehr Ballbesitz, schaffte es aber nicht, klare Abschlusssituationen zu generieren. Ganz anders die Gäste, die nach Ballgewinnen gut umschalteten. So auch in der 27. Minute, als Anthony Ujah mit einem diagonalen Anspiel Jóhannsson schickte. Der legte zurück auf Junuzovic, dessen Rechtsschuss knapp am rechten Pfosten des Hoffenheimer Tors vorbeisprang. Das Tempo des Spiels kam fast zum Erliegen, wenn die TSG sich im Spielaufbau befand.

Als sich alle Anwesenden schon auf die Pausengetränke freuten, traf Werder in der 45. Minute zur Führung. Fabian Schärs verunglückte Rettungsaktion im eigenen Strafraum sprang zu Ujah. Der legte den Ball zurück auf Junuzovic. Der Österreicher traf mit einem Rechtsschuss aus 13 Metern.

Gisdol reagiert - zunächst mit Erfolg

Markus Gisdol musste reagieren und brachte für die zweite Hälfte Jonathan Schmid und Zugang Eduardo Vargas für Steven Zuber und den enttäuschenden Kevin Kuranyi. Diese Maßnahme zahlte sich schnell aus. Keine vier Minuten nach Wiederanpfiff schickte Mark Uth Vargas mit einem perfekten Schnittstellenpass, und der Chilene schob den Ball durch die Beine von Felix Wiedwald hindurch ins Tor.

Wenige Minuten nach dem Ausgleich schoss Schär aus 18 Metern mit dem rechten Außenrist und erzwang eine Parade von Wiedwald. Nun waren es die Gäste, deren Chancen den Hauch von Verzweiflung atmeten. Außer einem Fernschuss von Junuzovic aus knapp 30 Metern erreichte kein Bremer Abschluss mehr das Tor von Oliver Baumann.

Jetzt schaffte Hoffenheim es besser, seine Umschaltsituationen in gefährliche Konter umzuwandeln. Die ganz großen Torchancen aber sprangen mit Ausnahme des Vargas-Tors weiterhin nicht dabei heraus. Dass Schmid nach einer Kollision mit Theodor Gebre Selassie im Strafraum einen Foulelfmeter forderte, darf in diesem Zusammenhang nicht als Chance gelten, lag in dieser Szene doch kein Foul vor.

Acht Minuten vor Schluss kam dann Claudio Pizarro zu seinem Einsatz. Der Peruaner, der zum dritten Mal in seiner Karriere bei Werder unterschrieben hat, ersetzte Ulisses Garcia und bildete eine Doppelspitze mit Anthony Ujah. Fast wäre er im ersten Angriff nach seiner Hereinnahme zum Helden geworden, als Fin Bartels einen langen Ball erlief und von rechts in die Mitte passen konnte, wo Ujah und Pizarro einschussbereit eingelaufen waren. Die Hereingabe war aber nicht präzise genug, was Schär die Option gab, in letzem Moment dazwischenzugehen.

In einem am Ende offenen Spiel hatte auch Vargas noch zwei gute Szenen. Einmal hätte er abspielen müssen, versuchte es aber aus ungünstigem Winkel selbst, ein zweites Mal hatte er das richtige Auge für Jonathan Schmid, der aus dem Strafraum aber gegen die aufmerksame Bremer Verteidigung nicht zum Abschluss kam.

Als alle sich schon mit dem Unentschieden abgefunden hatten, tankte sich Pizarro von rechts in den Hoffenheimer Strafraum und stocherte den Ball irgendwie auf Ujah, der sich gut abgesetzt hatte. Aus einer 2:5-Unterzahlsituation heraus traf der Ex-Kölner ins Tor. Das war aber noch nicht alles. Aus spitzem Winkel markierte auch Junuzovic noch einen Treffer, seinen zweiten des Tages.

rae



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
der_sich_den_wolf_tanzt 13.09.2015
1. Wie auf Schalke
Raul brauchte nur auf dem Platz sein und hatte schon zwei Spieler gebunden. Bei Pizarro ist es ähnlich. Bremen hat den richtigen Schritt gemacht.
brotherandrew 13.09.2015
2. Hoffenheim tut ...
... mir leid. Gisdol wird auf diese Weise die Hinrunde nicht als Trainer überstehen.
stern4 13.09.2015
3.
Zehn Minuten vor Schluss kommt Claudio, vernascht in der 90. drei Gegenspieler, legt für Tony auf und... bumm...Auswärtssieg in der Nachspielzeit. I love this game!
t.rotkopf 13.09.2015
4. Seltsam
Da gelingt Junuzovic ein sensationelles Spiel, und alles dreht sich nur um Pizarro!
stern4 13.09.2015
5.
Das ist nicht seltsam. Der Mann steht in einer Linie mit Völler, Rufer, Micoud und Ailton und noch einigen Legenden. Ist doch klar, dass die Fans abgehen. Junu war super, klar. Aber das ist er seit einem Jahr fast immer:-)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.