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Hoffenheimer Pfeifton-Affäre: BVB-Trainer Klopp fordert Entschuldigung und Strafe

Die Hoffenheimer Pfeifton-Affäre geht in die nächste Runde: Dortmunds Trainer Jürgen Klopp fordert Sanktionen - und eine ehrliche Entschuldigung. Bei der TSG ist die Stimmung gereizt. Dietmar Hopp ist weiter uneinsichtig und Trainer Holger Stanislawski nur noch genervt.

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Dortmund-Coach Klopp: "Hoffe auf angemessene Sanktionierung"

Hamburg - Dortmunds Trainer Jürgen Klopp stellt sich nach der Pfeifton-Attacke in Hoffenheim wie erwartet hinter die BVB-Anhänger. "Ich hoffe, dass die Angelegenheit angemessen sanktioniert wird. Außerdem sollte es eine Entschuldigung wert sein. Ich habe viel gelesen, aber eine klassische Entschuldigung war nicht dabei", sagte Klopp.

Am Samstag waren beim Gast-Spiel des BVB in Hoffenheim (0:1) Schmährufe der Dortmunder Fans gegen 1899-Klubboss Dietmar Hopp mit einem lauten Akustik-Signal übertönt worden. Daraufhin hatten mehrere Anhänger Anzeige wegen Körperverletzung bei der Polizei gestellt. "Wir haben es auf der Bank gehört, wussten aber nicht, was es ist. Wenn wir es hören, muss es relativ laut gewesen sein", sagte Klopp.

Zudem kritisierte der BVB-Coach, wie die Hoffenheimer mit der Aktion umgehen, auch wenn er mit den Gesängen gegen Dietmar Hopp selbst wenig anfangen kann. "In gewissem Maße muss man das im Fußball aber akzeptieren, dass es passieren kann. Herr Hopp war nicht der erste, der darunter zu leiden hatte. Wenn aber die anderen Dinge (Beschallung gegnerischer Fans, Anm. d. Red.) Einzug halten, dann haben wir ein grundlegendes Problem", sagte Klopp.

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Lärm in Hoffenheim: Der Krachmacher aus den Katakomben
Unterdessen hat BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betont, dass er sich keineswegs bei Dietmar Hopp entschuldigt habe. "Es gab Gegensätze, die ich des Öfteren auch überspitzt ausgeführt habe. Da war aber nie eine Beleidigung dabei, wofür ich mich entschuldigen müsste. Wenn sich jemand bemüßigt gefühlt hat, deshalb Herrn Hopp auf übelste Weise zu beschimpfen, kann ich nichts dafür. Aber es tut mir leid, dass es passiert ist", sagte der BVB-Boss.

Watzke bezweifelt Einzeltäter-Theorie

Er bezweilt zudem, dass lediglich ein Täter für die Aktion zuständig gewesen sei. "So klein war die Kiste ja auch nicht. Aber wenn man das so sagt, habe ich erstmal keine Veranlassung, das so nicht zu glauben. Es sei denn, man kriegt neue Erkenntnisse", sagte er weiter. Daher sei die "Sache insofern abgehakt, als dass sich der DFB-Kontrollausschuss damit befasst. Und die sind ja objektiver."

Mäzen Hopp hatte sich nach der Aktion hinter den Hoffenheimer Mitarbeiter gestellt, der diese Apparatur im gegnerischen Fanblock installiert hatte. "Diese Leute sollten mal darüber nachdenken, wie es ist, vor 30.000 im Stadion und Millionen Fernsehzuschauern als 'Sohn einer Hure' beschimpft zu werden", sagte Hopp im Interview mit der "Rhein-Neckar-Zeitung" in Richtung BVB-Fans. Sollte Hopp damit zum Ausdruck bringen wollen, dass die Dortmunder Fans selbst Schuld an der Beschallung gehabt hätten, sei das laut Klopp eine "exklusive Sichtweise".

TSG-Manager Ernst Tanner sagte: "Wir haben offensichtlich gegen Statuten verstoßen. Deshalb ist es denkbar, dass wir eine Geldstrafe kriegen. Das wäre das vernünftige Maß", sagte Tanner. Der Club bekräftigte am Donnerstag noch einmal, dass weder Geschäftsführung, Präsidium noch Hopp in der sogenannten Schall-Attacke gegen die Borussen-Anhänger involviert gewesen seien. Tanner sprach von einem "Imageschaden" und äußerte sich "irritiert" über die Diskussion in der Öffentlichkeit, die seiner Meinung nach "in die völlig falsche Richtung" gelaufen sei.

Nur noch genervt ist hingegen Hoffenheim-Coach Holger Stanislawski, der am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) mit seiner Mannschaft beim FC Augsburg antreten muss. "Ich finde es wirklich nicht witzig. Es zeigt ganz klar, dass die negative Schlagzeile die positive Schlagzeile schlägt. Es wurde vier Tage lang kein Wort über Fußball gesprochen", sagte Stanislawski. Der Trainer war vor der Saison vom FC St. Pauli gekommen, auch um im Kraichgau in Ruhe arbeiten zu können. Eine Vorstellung, die nur wenigen Wochen gehalten hat.

leh/dapd/sid

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insgesamt 59 Beiträge
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    Seite 1    
1. Geldstrafe?
Mülheimer, 18.08.2011
Zitat von sysopDie Hoffenheimer Pfeifton-Affäre geht in die nächste Runde: Dortmunds Trainer Jürgen Klopp fordert Sanktionen - und eine ehrliche Entschuldigung. Bei der TSG ist die Stimmung gereizt. Dietmar Hopp ist weiter uneinsichtig und Trainer Holger Stanislawski nur noch genervt. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,781038,00.html
Eine Geldstrafe für Hoffenheim wäre ein Witz. Ein Milliardär wir Hopp zahlt so etwas aus der Hosentasche. Ich denke, dass zwei bis drei Geisterspiele (also Heimspiele ohne Zuschauer) dem Kunstklub viel mehr weh tun. Außerdem wird das Problem Hoffenheim immer größer: Demnächst hält sich der nächster Egomane den Klub Red-Bull-Leipzig. Wir gehen wirklich tollen Zeiten entgegen! Wenn noch mehr Leute nicht mehr wissen wohin mit ihrem Geld ist die Bundesliga bald im Eimer!
2. Hopp gibt sein Geld aus - bei Dortmund war das anders
monaco_franze, 18.08.2011
Zitat von MülheimerEine Geldstrafe für Hoffenheim wäre ein Witz. Ein Milliardär wir Hopp zahlt so etwas aus der Hosentasche. Ich denke, dass zwei bis drei Geisterspiele (also Heimspiele ohne Zuschauer) dem Kunstklub viel mehr weh tun. Außerdem wird das Problem Hoffenheim immer größer: Demnächst hält sich der nächster Egomane den Klub Red-Bull-Leipzig. Wir gehen wirklich tollen Zeiten entgegen! Wenn noch mehr Leute nicht mehr wissen wohin mit ihrem Geld ist die Bundesliga bald im Eimer!
Man kann über Herrn Hopp denken was man will. Ich spreche hier auch nicht als Hoffenheim-Fan (bevorzuge die Bayern) Aber Hopp gibt sein eigenes Geld aus. Daher hat er die Schmäh-Gesänge auch nicht verdient. Dortmund hat mit seiner damaligen Pleite vielen Anlegern und sonstigen Gläubigern viel Geld gekostet. Hopp ist auch nicht mit Abramowitsch oder irgendwelchen Fussball-Scheichs zu vergleichen. Er gibt sein Geld aus, das er durch unternehmerische und in Deutschland versteuerte Arbeit verdient hat. Vielleicht ist das für manchen gegnerischen Fan einfach zu hoch.
3. Zu wenig...
Thor Branke, 18.08.2011
Zitat von MülheimerEine Geldstrafe für Hoffenheim wäre ein Witz. Ein Milliardär wir Hopp zahlt so etwas aus der Hosentasche. Ich denke, dass zwei bis drei Geisterspiele (also Heimspiele ohne Zuschauer) dem Kunstklub viel mehr weh tun. Außerdem wird das Problem Hoffenheim immer größer: Demnächst hält sich der nächster Egomane den Klub Red-Bull-Leipzig. Wir gehen wirklich tollen Zeiten entgegen! Wenn noch mehr Leute nicht mehr wissen wohin mit ihrem Geld ist die Bundesliga bald im Eimer!
Fünf Vorfälle, fünf Platzsperren. Die Punkte bleiben aber bei Hoffenheim, schon damit niemand sagen kann, der BvB oder seine Fans seien schlechte Verlierer.
4. Nein,
Einervondrei 18.08.2011
Zitat von MülheimerEine Geldstrafe für Hoffenheim wäre ein Witz. Ein Milliardär wir Hopp zahlt so etwas aus der Hosentasche. Ich denke, dass zwei bis drei Geisterspiele (also Heimspiele ohne Zuschauer) dem Kunstklub viel mehr weh tun. Außerdem wird das Problem Hoffenheim immer größer: Demnächst hält sich der nächster Egomane den Klub Red-Bull-Leipzig. Wir gehen wirklich tollen Zeiten entgegen! Wenn noch mehr Leute nicht mehr wissen wohin mit ihrem Geld ist die Bundesliga bald im Eimer!
die Bundesliga ist durch besoffene Proleten am Ende, die der Meinung sind, dass es sich beim Stadion um einen rechtsfreien Raum handelt, in dem nach Lust und Laune beleidigt und bedroht werden darf. Das ist eine Unkultur und schadet dem Fußball.
5. Wer lesen kann ist klar im Vorteil...
dummgscheit 18.08.2011
Offizielle Pressemitteilung vom 16.8.: "...Alle Verantwortlichen distanzieren sich ausdrücklich von dieser Aktion und entschuldigen sich bei allen Fußballfans, deren Spielerlebnis durch diese Vorkommnisse beeinträchtigt wurde. Sollte es in einzelnen Fällen tatsächlich zu einer Schädigung der Gesundheit von Stadionbesuchern gekommen sein, entschuldigt sich der Verein hierfür ebenfalls ausdrücklich. Die Führung der TSG 1899 Hoffenheim wird dafür Sorge tragen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen wird. ..." Sollte eine Kniewallfahrt nach Westalen gewünscht sein, muss Kloppo dies auch so sagen....
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