Hamburger SV Beiersdorfer gibt Knäbel eine Jobgarantie

Als Manager plant er den HSV-Kader, nun soll Peter Knäbel den Klub als Trainer vor dem Abstieg retten. Bei seiner Präsentation gab sich der neue Coach kämpferisch. Sichtlich mitgenommen trat sein Chef vor die Presse.

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Hamburg - Eigentlich wollte der Manager Peter Knäbel jetzt kurz in den Urlaub fahren, nun hat der Trainer Peter Knäbel einen der schwierigsten Jobs im deutschen Profifußball: Coach des abstiegsbedrohten Hamburger SV. "Wir packen das mit aller Energie an", sagte Knäbel bei seiner offiziellen Vorstellung: "Ich bin überzeugt, aus der Mannschaft die Qualitäten herauszuholen, die es braucht, um im Abstiegskampf zu bestehen."

Nach der Heimniederlage gegen Hertha BSC ist der HSV auf Relegationsplatz 16 abgerutscht und hat nur noch einen Punkt Vorsprung auf den vorletzten Rang. Die kommenden Gegner der Hamburger heißen Leverkusen, Wolfsburg, Bremen, Augsburg und Mainz. Anschließend warten die direkten Konkurrenten Stuttgart und Freiburg.

"Die Situation ist prekär", sagte Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer, der seinem Trainer/Manager eine Jobgarantie ausstellte: "Peter Knäbel wird auch nächste Saison Direktor Profifußball beim HSV sein." Auf die Nachfrage, ob dies auch im Falle eines Abstiegs gelte, sagt der sichtlich mitgenommene Beiersdorfer: "Ich nehme die 2. Liga nicht in den Mund."

Knäbels Vorgänger Joe Zinnbauer war am Sonntag nach sechs Spielen ohne Sieg beurlaubt worden. Beiersdorfer nannte die Trennung "eine Niederlage", sagte aber auch, dass die Ergebnisse der vergangenen Wochen wie auch die Tatsache, "dass wir uns in einigen Bereichen nicht weiterentwickelt haben", für den Trainerwechsel ausschlaggebend gewesen seien.

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"Er hat eine hohe Fachkompetenz, doch ich habe ihn nie als Trainer erlebt. Ich weiß nicht, wie er gegenüber der Mannschaft auftritt, wie er die Taktik bespricht", sagte der frühere Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld über den Mann, mit dem er einst beim Schweizer Fußballerverband gearbeitet hat: "Er kann sicher die Theorie perfekt, doch die Frage ist, wie er es praktisch umsetzt."

Sollte der HSV mit Knäbel die Klasse halten, soll offenbar Thomas Tuchel ab Sommer den Neuanfang an der Elbe vorantreiben. Der 41-Jährige gilt schon länger als Wunschkandidat des Klubs. Bereits vor drei Wochen soll sich der HSV mit dem ehemaligen Trainer von Mainz 05 zu einem Gespräch getroffen haben, berichtet das "Hamburger Abendblatt". "Ich will dazu keinen Kommentar abgeben", sagte Beiersdorfer.

ham/sid/dpa



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insgesamt 23 Beiträge
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Hans_Suppengrün 23.03.2015
1.
Ha Ha Ha Ha... Eine Job-Garantie vom HSV... Ich habe Tränen in den Augen! Der war echt gut, Didi!
Bueckstueck 23.03.2015
2. Astreine Drohung
Knäbel spürt also schon die Pistole auf der Brust! Wenn der HSV eine Jobgarantie ausspricht, dann meint er damit das Gegenteil wenn der Gegenwind stärker wird.
sekundo 23.03.2015
3. tuchel zum hsv!
niemand, der noch alle tassen im schrank hat, wird zum diesem club gehen. ich halte thomas tuchel für klug genug, den avancen der hamburger zu widerstehen. und stichwort "neuanfang"! mit der presse in der hansestadt und der grauen eminenz kühn kann der nicht klappen.
soundwaves 23.03.2015
4. Wir werden sehen...
... ob es der HSV schafft mit dem "nicht vorhandenem" Geld Tuchel zu verpflichten... Wobei, wenn das Argument hoch genug ausfällt, mal sehen, ob Tuchel es nicht vielleicht doch macht ;)
lini71 23.03.2015
5. Jobgarantie, ist der Anfang vom Ende
Herr Beiersdorfer, der war gut. Der Einzige, der bei euch eine Jobgarantie aht, ist das Abstiegsgespenst...
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