HSV vs. Hoffenheim Hunt-Elfmeter

Ein nicht gegebener Platzverweis, zwei Elfmeter, vier Tore: Die Partie Hamburg gegen Hoffenheim wurde zum Schiedsrichter-Spektakel - das ein starker HSV verlor. Alles Wichtige zum Spiel.

Von

HSVer Adler, Ostrzolek, Hoffenheimer Uth (v.l.)
Getty Images

HSVer Adler, Ostrzolek, Hoffenheimer Uth (v.l.)


Die Ausgangslage: Vor dem Spiel stand die TSG Hoffenheim auf einem direkten Abstiegsplatz - allerdings punkt- und torgleich mit Eintracht Frankfurt (24 Punkte/-15 Tore). Der HSV lag mit 31 Punkten auf Platz zwölf, also im unsicheren Niemandsland der Tabelle mit Tendenz nach unten.

Ergebnis: 1:3 (1:2). Hier geht's zum Spielbericht.

Aufstellung:
Hamburger SV:
Adler - Ostrzolek, Spahic, Cleber, Sakai - Holtby (76. Bahoui), Ekdal - Ilicevic, Hunt, Gregoritsch (61. Schipplock) - Rudnevs (68. Lasogga)
TSG Hoffenheim:
Baumann - Toljan, Süle, Bicakcic, Kaderabek - Rudy, Strobl (86. Schär), Amiri (69. Ochs) - Volland, Uth - Kramaric (62. Vargas)

Die erste Hälfte: War dramatisch! Drei Tore, zwei Elfmeter, ein nicht erteilter Platzverweis - viel mehr kann man sich in 45 Minuten Fußball kaum wünschen. Der HSV begann druckvoller, doch die erste Riesenchance hatten die Gäste. René Adler lenkte einen präzisen Heber von Andrej Kramaric an die Latte. Kurze Zeit später hätte Adlers Arbeitstag eigentlich vorbei sein müssen (siehe Fehlentscheidung des Spiels), stattdessen kassierte der HSV-Schlussmann bis zur Halbzeit noch zwei Gegentore. Kramaric verwandelte einen Foulelfmeter (20. Minute), drei Minuten später traf Kevin Volland per indirektem Freistoß aus acht Metern.

Der HSV erzielte in der 30. Minute ebenfalls per Elfmeter das 1:2. Pavel Kaderabek hatte den Ball nach einer Flanke von Ivo Ilicevic an den angelegten Unterarm bekommen. Der schwache Schiedsrichter Knut Kircher entschied auf Hand-Elfmeter - ebenfalls ein heißer Kandidat für die "Fehlentscheidung des Tages". Am Ende war es immerhin tatsächlich ein Hunt-Elfmeter: Aaron Hunt verwandelte den Strafstoß in seinem 250. Bundesligaspiel.

Die zweite Hälfte: War ziemlich einseitig. Der HSV kam aus der Kabine, als hätte Trainer Bruno Labbadia in der Halbzeit eine Großpackung Meldonium herumgereicht.

  • 52. Minute: Michael Gregoritsch scheitert aus drei Metern an Baumann.
  • 53. Minute: Lewis Holtby zieht aus 18 Metern ab, wieder klärt Baumann.
  • 60. Minute: Holtby passt im Strafraum quer auf Gregoritsch, der aus sieben Metern abzieht - Baumann pariert mit einem tollen Reflex.

Doch statt des Ausgleichs fiel das 1:3. Nach einem Konter über Volland erzielte Eduardo Vargas den Endstand (67.). Damit war ein starker HSV bezwungen.

Déjà-vu des Spiels: Mathias Schober sollte heute besser nicht die Sportschau einschalten. Der ehemalige Torhüter des Hamburger SV könnte an einen ziemlich schwarzen Tag in seiner Karriere denken. Der indirekte Freistoß aus acht Metern erinnerte doch ziemlich stark an Patrik Anderssons goldenen Schuss zur Bayern-Meisterschaft 2001.

Fehlentscheidung des Spiels: Ob die Doppelbestrafung Elfmeter und Rote Karte sinnvoll ist, darüber lässt sich streiten. So lange diese Regel aber noch nicht abgeschafft ist, sollten sich die Schiedsrichter dran halten. Knut Kircher dachte in der 19. Minute nicht daran. Volland lief im Strafraum alleine auf Adler zu, der HSV-Torhüter rang den Hoffenheim-Stürmer nieder. Es gab zu Recht Elfmeter - und zu Unrecht nur die Gelbe Karte.

Trauerspiel des Tages: Der Hoffenheim-Block. Geschätzte Auslastung des Auswärtsbereichs: 20 Prozent.

Mann des Spiels: Der Sky-Schiedsrichter-Experte Markus Merk hatte aufgrund der zahlreichen unglücklichen Entscheidungen von Knut Kircher in der ersten Hälfte fast so viel Redeanteil wie der Kommentator Torsten Kunde.

Der Gruß des Tages: Geht an die kleine HSV-Anhängerin Emelie B. Nicht traurig sein!



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
teekaysevenfive 19.03.2016
1. Den starken HSV...
...haben Sie aber exklusiv.
spruzfuzz 19.03.2016
2. so weit mir bekannt ist...
gilt in Deutschland die KANN Möglichkeit einen Strafstoß und die rote Karte zu geben, es ist aber nicht zwingend erforderlich... Entscheidung DFB gilt für den nationalen Verband
LapOfGods 19.03.2016
3. Völlig falsch.
Zitat von spruzfuzzgilt in Deutschland die KANN Möglichkeit einen Strafstoß und die rote Karte zu geben, es ist aber nicht zwingend erforderlich... Entscheidung DFB gilt für den nationalen Verband
Warum geben zum Fußball immer Leute Kommentare ab, die nicht die geringste Ahnung haben? Das ist doch sowas von falsch.
111ich111 19.03.2016
4.
Zitat von spruzfuzzgilt in Deutschland die KANN Möglichkeit einen Strafstoß und die rote Karte zu geben, es ist aber nicht zwingend erforderlich... Entscheidung DFB gilt für den nationalen Verband
... ist eine Formulierung aus dem Tal der Ahnungslosen. Nein, bei einer sog. "Notbremse" ist der Platzverweis ZWINGEND vorgeschrieben. Es liegt allerdings in der Sicht des Schriedsrichters, ob es sich um eine Notbremse handelt. Wenn er Elfmeter gibt und der Torwart der "letzte Mann vor dem Tor" war, gibts da aber keinen Zweifel, dass es eine Notbremse war => Rot. Die Regel ist bei Torhütern m.M.n. einfach Mist, aber solange sie da ist, ist sie eben da.
comeback0815 19.03.2016
5.
Und da warens nur noch 4. Und das schöne: Der HSV muss noch gegen die Kandidaten da unten ran. Und diesmal sind es nur 4 bis 17. 31 Punkte werden jedenfalls nicht reichen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.