Gekündigter Sportdirektor Hamburger SV zahlt Kreuzer üppige Abfindung

Der Gerichtstermin ist abgesagt: Der Hamburger SV und sein früherer Sportchef Oliver Kreuzer haben sich gütlich geeinigt. Der gekündigte Kreuzer erhält eine hohe Abfindung und darf auch sein Dienstauto behalten.

Ex-HSV-Sportdirektor Kreuzer: Außergerichtliche Einigung
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Ex-HSV-Sportdirektor Kreuzer: Außergerichtliche Einigung


Hamburg - Fußball-Bundesligist Hamburger SV und sein früherer Sportdirektor Oliver Kreuzer haben die für diesen Montag angesetzte Verhandlung vor dem Arbeitsgericht in Hamburg abgesagt. Das teilte die Behörde wenige Stunden vor dem Termin mit. Nach Informationen verschiedener Hamburger Medien soll Kreuzer eine Abfindung von rund 800.000 Euro erhalten.

Diese entspreche seinem Gehalt bis zum Ende des ursprünglichen Vertrages bis 2016. Der 48-Jährige darf demnach zudem weiter von anderen Privilegien wie einer Tankkarte, einem Dienstwagen und einem Diensthandy Gebrauch machen. Diese Regelung ändere sich nur dann, wenn Kreuzer bei einem anderen Klub eine Festanstellung finde.

HSV-Aufsichtsratsvorsitzender Karl Gernandt feierte die außergerichtliche Einigung als Erfolg: "So eine Lösung könnte ein Modell sein. Wir wollen den Gang vor das Arbeitsgericht vermeiden", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Kreuzer war im Sommer 2013 vom Karlsruher SC nach Hamburg gekommen, gehörte auch dem Vorstand an, arbeitete aber nur eine Saison für den HSV. Sein Dreijahreskontrakt wäre bis zum 30. Juni 2016 gelaufen, der HSV kündigte ihm nach der schlechtesten Saison der Vereinsgeschichte aber zum 31. August 2014. Daraufhin wollte Kreuzer gegen seinen Ex-Arbeitgeber vor Gericht ziehen.

Die Trennung hatte der neue Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer vorgenommen, einen Nachfolger gibt es für Kreuzer bislang nicht. Beiersdorfer möchte Peter Knäbel für diese Position verpflichten, der 47 Jahre alte frühere St.-Pauli-Profi ist derzeit Technischer Direktor des Schweizer Fußballverbands. "Ich kann die Gespräche bestätigen, aber unterschrieben ist noch nichts", sagte Beiersdorfer vor Kurzem.

psk/dpa

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insgesamt 22 Beiträge
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koepi71 08.09.2014
1. Hütchen abchen!
Das sind schon Summen. Wenn ich von unserem Unternehmen ausgehe, das in der Regel den dreifachen Umsatz eines HSV erwirtschaftet und in dem nicht einmal die GF das Gehalt dieses Sportdirektors bezieht, kommt man schon ins Staunen.
meisterpopper 08.09.2014
2. Karriereende
Damit dürfte Herr K. für alle anderen Clubs uninteressant geworden sein. Sein Gehalt UND Privilegien wie Tankkarte bis zum letzten Cent ausreizen, obwohl er nichts geleistet hat (und nun auch weitere zwei Jahre nicht wird) - wer will einen so offensichtlichen Raffzahn? Worauf kommt's Herrn K. bei der Arbeit für einen Club an ? Nur auf sein Portemonnaie.
kommentar4711 08.09.2014
3.
Ist schon krass. Erst zahlt der HSV knapp eine Mio Ablöse, dann darf Kreuzer ein Jahr vor sich hin wurschteln, bekommt dafür wenn man die 800.000 plus Zusatzleistungen umrechnet ca. 500.000 Euro Gehalt und dann noch mal knapp 1 Mio Abfindung (800.000 plus Nebenleistungen). Kurzum, ca. 2,5 Mio hat der HSV hier für nichts aus dem Fenster geworfen.
spmc-122226439819235 08.09.2014
4. Nieten - Hartz IV
Dies ist der richtige soziale Umgang mit NICHTLEISTERN,man muß das Sprungbrett für den nächsten Job höher hängen,andere sollen auch geschädigt werden.Ob sich dies ein 2.Ligist noch leisten kann steht auf einem anderen Blatt.
username987 08.09.2014
5. das ist doch keine abfindung
er bekommt sein reguläres gehalt bis ablauf des vertrages, wieso wird da von abfindung gesprochen? warum akzeptiert der hsv das? vor dem arbeitsgericht wäre das doch wohl die "höchststrafe" gewesen, ein verfahren hätte also nur günstiger ausgehen können. warum darf der auto und tankkarte behalten? die zeit der dienstlich begründeten fahrten ist ja wohl vorbei. ich nehme an, dass der rechtzeitig ein paar diskreditierende unterlagen kopiert hat...
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