"Geste der Höflichkeit" Gündogan verteidigt Treffen mit Erdogan

Sie übergaben Trikots mit Widmung, posierten für Fotos: Die deutschen Nationalspieler Gündogan und Özil werden wegen eines Treffens mit dem türkischen Staatschef Erdogan kritisiert. Jetzt veröffentlichte einer der beiden eine Erklärung.

Ilkay Gündogan, Mesut Özil, Recep Tayyip Erdogan und Cenk Tosun (von links nach rechts)
Getty Images

Ilkay Gündogan, Mesut Özil, Recep Tayyip Erdogan und Cenk Tosun (von links nach rechts)


Der deutsche Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan hat Kritik an einem Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurückgewiesen. "Es war nicht unsere Absicht, mit diesem Bild ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen", teilte Gündogan mit.

Der 27-Jährige hatte Erdogan am Sonntag gemeinsam mit seinem deutschen Teamkollegen Mesut Özil in London getroffen. "Als deutsche Nationalspieler bekennen wir uns zu den Werten des DFB und sind uns unserer Verantwortung bewusst", sagte Gündogan weiter: "Fußball ist unser Leben und nicht die Politik."

Man habe den Präsidenten auf einer Veranstaltung einer türkischen Stiftung getroffen. "Aus Rücksicht vor den derzeit schwierigen Beziehungen unserer beiden Länder haben wir darüber nicht über unsere sozialen Kanäle gepostet", sagte Gündogan: "Aber sollten wir uns gegenüber dem Präsidenten des Heimatlandes unserer Familien unhöflich verhalten? Bei aller berechtigten Kritik haben wir uns aus Respekt vor dem Amt des Präsidenten und unseren türkischen Wurzeln - auch als deutsche Staatsbürger - für die Geste der Höflichkeit entschieden."

Die Fotos von Gündogan und Özil, auf denen sie Erdogan Trikots ihrer jeweiligen Klubs Manchester City und FC Arsenal überreichten, hatten für Aufregung gesorgt. Auf dem Trikot, das Gündogan präsentierte, stand handschriftlich über der Signatur auf Türkisch: "Für meinen verehrten Präsidenten - hochachtungsvoll".

DFB-Chef Reinhard Grindel reagierte mit deutlicher Kritik. Teammanager Oliver Bierhoff äußerte Unverständnis und kündigte eine Aussprache mit dem Duo an. Auch deutsche Politiker und die Organisation "Reporter ohne Grenzen" kritisierten die Fußballer.

jan/dpa



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