Gündogan über Reaktionen auf Erdogan-Foto "Beleidigen lassen will ich mich nicht"

Mit Verständnis und Enttäuschung hat Ilkay Gündogan beim Medientag des DFB auf die Kritik an seinem Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdogan reagiert. Mesut Özil äußerte sich dagegen nicht.

Ilkay Gündogan
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Ilkay Gündogan


Nationalspieler Ilkay Gündogan ist von den heftigen Reaktionen auf sein Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan überrascht. "Die Reaktionen haben mich getroffen, vor allem auch die persönlichen Beleidigungen. Weil ich schon der Meinung bin, dass einige Vorwürfe, die jetzt gegen Mesut Özil und mich aufgekommen sind, nicht zu 100 Prozent stimmen", sagte Gündogan auf einem Pressetermin im WM-Trainingslager des DFB in Südtirol.

"Das war eine Erfahrung, die im Nachhinein betrachtet nicht leicht war", sagte der deutsche Profi mit türkischen Wurzeln auf die Frage, ob das gemeinsame Foto mit Erdogan ein Fehler gewesen sei.

Gündogan hatte zusammen mit seinem Nationalmannschaftskollegen Mesut Özil den türkischen Präsidenten bei einer Veranstaltung getroffen, bei der Stipendien aus der Türkei verteilt worden waren. Bei diesem Termin hatte Gündogan dem türkischen Präsidenten ein Trikot überreicht, es hatte die Aufschrift: "Mit Respekt für meinen Präsidenten." Das hatte teilweise für starke Kritik gesorgt, für die Gündogan in Teilen Verständnis zeigt.

Ilkay Gündogan (links) mit Recep Tayyip Erdogan
DPA

Ilkay Gündogan (links) mit Recep Tayyip Erdogan

"Ich bin immer offen für Kritik. Jeder Mensch hat seine eigene Meinung. Deshalb haben wir die Meinungsfreiheit. Dafür stehe ich auch. ... Aber beleidigen lassen will ich mich auch nicht", sagte der 27 Jahre alte Gündogan: "Wir haben aufgrund unserer türkischen Wurzeln noch einen sehr starken Bezug zur Türkei. Das heißt aber nicht, dass wir jemals behauptet hätten, Herr Steinmeier sei nicht unser Bundespräsident oder Frau Merkel nicht unsere Bundeskanzlerin. Deshalb war es auch nie ein Thema, ein politisches Statement zu setzen."

Weiter hieß es: "Alle türkischstämmigen Fußballer aus der Premier League waren dort eingeladen. In dem Rahmen hat das Treffen stattgefunden und sind die Fotos entstanden", sagte Gündogan, der bei Manchester City unter Vertrag steht. Laut Medienberichten hatte der deutsche Nationalspieler Emre Can vom FC Liverpool, ebenfalls türkischer Abstammung, den Termin mit Erdogan abgesagt.

Beim Medientag des DFB waren bis auf Mesut Özil alle Nationalspieler anwesend. Laut Informationen der "Welt" sei es der Wunsch des Arsenal-Profis gewesen, nicht am Medientag teilzunehmen. Es heißt, er habe zu dem Thema bereits alles gesagt.

jan/dpa/sid



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