Insolventer Drittligist Aachen darf weiter im Tivoli spielen

Eigentlich kann sich die finanziell angeschlagene Alemannia aus Aachen die Miete für das eigene Stadion gar nicht leisten. Der drohende Auszug ist dennoch abgewendet. Die Stadt übernimmt in der kommenden Saison einen Großteil der Kosten. Die Zuschauer bekommen dann wohl Regionalliga-Fußball zu sehen.

Aachener Tivoli: Weiterhin Heimstätte der Alemannia
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Aachener Tivoli: Weiterhin Heimstätte der Alemannia


Hamburg - Der finanziell angeschlagene Fußball-Drittligist Alemannia Aachen kann weiter auf dem Tivoli spielen. Die Stadt übernehme nach jetziger Kalkulation rund 1,5 Millionen Euro der Stadion-Betriebskosten für die nächste Saison, teilte der Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Helmut Ludwig am Donnerstag den Beschluss des Aachener Stadtrates mit. Die Alemannia selbst könne nur rund 500.000 Euro aufbringen.

Der Club hatte im November Insolvenzantrag gestellt. Wenn der Tivoli gar nicht mehr genutzt würde, müsste die Stadt rund 500.000 Euro pro Jahr für den Stadion-Unterhalt zahlen. In einem Konzept sollen nun Möglichkeiten für andere Nutzungen aufgezeigt werden, die Einnahmen bringen.

Ende Februar war die Alemannia von einem Auszug ausgegangen. Wegen der hohen Miete drohte Aachen, in einem fremden Stadion spielen zu müssen, im Gespräch war kurzzeitig das im 30 Kilometer entfernten Jülich liegende Karl-Knipprath-Stadion.

Im Moment ist der Drittligist noch Eigentümer der Arena. Das wird sich mitdem Insolvenzverfahren ändern. "Das heißt, es wird einen neuen Eigentümer geben, der dann auch für die Betriebskosten zuständig ist", sagte Ludwig. Die Stadt zählt zu den Hauptgläubigern. Zusätzlich zu den Betriebskosten bringt die Stadt für Stadionkredite 360.000 Euro im Jahr auf.

Der Ex-Bundesligist will seinen Spielbetrieb bis zum Saisonende aufrechterhalten, sich danach über das Insolvenzverfahren sanieren und in der Regionalliga neu starten. Aachen ist fünf Spieltage vor Saisonende Tabellenletzter. Der für etwa 50 Millionen Euro gebaute neue Tivoli wurde erst 2009 eröffnet.

chp/dpa



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dasistdasende 18.04.2013
1. auf
Wenn schon spielt Alemannia "auf" dem Tivoli und nicht "in". Als geplagter Öcher bin ich mir da ziemlich sicher. ;)
fallaway 19.04.2013
2. optional
Na toll, der Steuerzahler blecht mal wieder für Missmanagement im Sport. Vielen Dank für nichts......
achim68 11.05.2013
3. ...
Zitat von sysopDPAEigentlich kann sich die finanziell angeschlagene Alemannia aus Aachen die Miete für das eigene Stadion gar nicht leisten. Der drohende Auszug ist dennoch abgewendet. Die Stadt übernimmt in der kommenden Saison einen Großteil der Kosten. Die Zuschauer bekommen dann wohl Regionalliga-Fußball zu sehen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/insolventer-drittligist-aachen-darf-weiter-im-tivoli-spielen-a-895166.html
Der Niedergang der Alemannia zeigt deutlich was Missmanagement und Kalkulationsunfähigkeit auslösen können. Das Stadion ist für die 2. Liga schon überdimensioniert. Für die 3. oder Regionalliga ist es eher ein Scherz. Und beim besten Willen und als gebürtiger Aachener, der die Stadt wirklich liebt: Aachen hat andere Probleme, viel viel wichtigere, zu lösen, als einen Verein am Leben zu erhalten, der Jahrzehnte lang alle Zuschauerrekorde gebrochen hat (im Verhältnis natürlich), der nach UEFA-Cup Teilnahme vollständig saniert war und durch pure Unfähigkeit und Größenwahn ins sportliche und finanzielle Niemandsland gestürtzt ist. Man muß nur knapp 40 km weiter schauen. Mönchengladbach ist ebenso groß wie Aachen (auf ein paar 1000 Ew.). Es hat einen eher kleineren Einzugsbereich durch Düsseldorf, Neuss und Krefeld praktisch vor der Haustür. Und siehe, es klappt. Seit Jahrzehnten. Als Aachener habe ich für die Borussia nun wirklich nichts übrig. Aber man sieht, es geht. Auch in einer Viertelmillionen Stadt, ohne sich zum Leibsklaven eines Autobauers oder Softwarekönigs zu machen, weil man aus dem tiefsten vorstellbaren Pampakaff mit einem Drittel der Einwohner kommt.
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