Internationaler Fußball: AS Rom siegt und peilt die Meisterschaft an

Wechsel an der Spitze: Der AS Rom ist neuer Tabellenführer in Italien und profitierte von einem Ausrutscher Inter Mailands. In England hat Manchester United einen erneuten Rückschlag im Titelrennen hinnehmen müssen. Zwei Deutsche stehen sich im FA-Cup-Finale gegenüber.

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Rom-Profis De Rossi (r.), Toni: Kurs auf die vierte Meisterschaft

Hamburg - Der AS Rom hat in der italienischen Serie A Kurs auf seinen vierten Meistertitel genommen. Die Mannschaft um Bayern-Leihgabe Luca Toni gewann vor heimischer Kulisse 2:1 (2:0) gegen Atalanta Bergamo und löste Inter Mailand als Tabellenführer ab. Der Titelverteidiger kam beim AC Florenz nur zu einem 2:2 (0:1). Rom hat fünf Spieltage vor Saisonende 68 Punkte und damit einen Zähler mehr als Verfolger Inter.

"Jetzt schnappen wir sie wie Wölfe", hatte Roms Trainer Claudio Ranieri sein Team nach Inters Ausrutscher in Florenz heiß gemacht - und seine Spieler erhörten ihn. Mirko Vucinic (12. Minute) und Marco Cassetti (27.) hatten Rom in der ersten Halbzeit 2:0 in Führung gebracht, die AS-Fans stimmten daraufhin bereits Meistergesänge an. Den Gästen gelang nach der Pause zwar der Anschlusstreffer durch Simone Tiribocchi (53.), an der Römer Überlegenheit änderte das aber nichts. Allein durch den zur Pause eingewechselte Toni kamen die Hauptstädter zu drei klar Torchancen, allerdings konnte der Angreifer keine davon nutzen.

Während die Römer nun vom vierten Meistertitel nach 1942, 1983 und 2001 träumen, geht Inter im Endspurt offensichtlich die Luft aus. "Es kann schon sein, dass uns die Champions League ablenkt", gab Inters Technischer Direktor Marco Branca nach dem 2:2 beim AC Florenz zu. Aus den vergangenen elf Ligaspielen holte Inter nur 15 Punkte von 33 möglichen Zählern.

Vor 45.000 Zuschauern hatten Diego Milito (75.) und Samuel Eto'o (81.) die frühe Führung der Gastgeber durch Keirrison (11.) gedreht. Per Koldrup (82.) gelang dann jedoch noch der Ausgleich für Florenz zum 2:2-Endstand.

Nicht profitieren vom Inter-Ausrutscher konnte hingegen Lokalrivale AC Mailand, das es verpasste, den Abstand auf den Erzrivalen zu verkürzen. Gegen Catania Calcio reichte es für Milan nur zu einem 2:2 (0:2). Allerdings bewies das Team Moral und holte durch zwei Tore von Marco Borriello (48., 80.) noch einen Zwei-Tore-Rückstand auf. Catania war durch Maxi Lopez (12.) und Adrian Ricchiuti (43.) in Führung gegangen. Der AC liegt mit 64 Punkten weiterhin auf Rang drei, drei Zähler hinter Inter und vier hinter Rom.

In der englischen Premier League musste Manchester United einen weiteren Rückschlag im Titelrennen verkraften. Nachdem der Club im direkten Duell vom FC Chelsea von der Spitze gestürzt worden war, kam die Mannschaft von Trainer Alex Ferguson bei den Blackburn Rovers nur zu einem 0:0 und verpasste es, Spitzenreiter Chelsea unter Druck zu setzen.

Die Londoner haben mit 74 Zählern einen Punkt Vorsprung auf United, allerdings auch ein Spiel weniger, da der Club im FA-Cup-Halbfinale antreten musste. Sollte Chelsea am Dienstag gegen die Bolton Wanderers gewinnen (21 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), könnten sie sich möglicherweise vorentscheidend absetzen.

Ebenfalls torlos endete die Partie zwischen den beiden Europa-League-Halbfinalisten FC Liverpool und dem FC Fulham. Die "Reds" müssen nun sogar um die Teilnahme am internationalen Wettbewerb bangen - sofern sie sich nicht als Titelverteidiger erneut qualifizieren. Liverpool hat als Sechster 56 Punkte, Verfolger Aston Villa 54 Zähler, aber auch zwei Spiele weniger.

In der zweiten englischen Liga hat unterdessen West Bromwich Albion durch ein 3:2 bei den Doncaster Rovers den direkten Wiederaufstieg geschafft. Eine Woche nachdem bereits Newcastle United seine Rückkehr ins Oberhaus feiern konnte, sind damit die beiden direkten Aufstiegsplätze vergeben.

In der Vorschlussrunde des englischen Pokals siegte Chelsea 3:0 (0:0) gegen Aston Villa. Dabei drehte der Titelverteidiger erst nach dem Seitenwechsel auf und ging durch Torjäger Didier Drogba in Führung (68.). Der in der 76. Minute eingewechselte Ballack leitete mit einer feinen Hereingabe die Entscheidung durch Florent Malouda ein (89.), Frank Lampard markierte in der Nachspielzeit den in dieser Höhe unverdienten 3:0-Endstand (90.+5). Überschattet wurde das Spiel jedoch von einem bösen Foul von Chelsea-Kapitän John Terry an seinem Nationalmannschafts-Kollegen James Milner. Zudem sorgte Terrys Vater Ted wegen Kokainbesitzes und -handels für Schlagzeilen.

Chelsea trifft im Pokalfinale am 15. Mai in Wembley auf den insolventen FC Portsmouth, der 2:0 (0:0) nach Verlängerung gegen Tottenham Hotspur gewann. Dabei ging Portsmouth, das als Absteiger bereits feststeht, durch Frederic Piquionne in Führung (99.). Der ehemalige Bundesligaprofi Kevin-Prince Boateng markierte in der 117. Minute per verwandeltem Foulelfmeter den 2:0-Endstand.

ham/sid/dpa

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