Social Media beim FC Barcelona "Messi macht uns die Arbeit deutlich leichter"

Im Fußball war der FC Barcelona über Jahre das Nonplusultra - und auch in den sozialen Netzwerken liegt der spanische Top-Club ganz vorne. Kein Wunder, sagt Dídac Lee im Interview mit "Stadionwelt Inside". Barças Social-Media-Chef sieht den Zulauf vor allem im sportlichen Erfolg begründet.

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Frage: Herr Lee, seit wann ist der FC Barcelona in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter aktiv?

Lee: Wir sind seit etwa vier Jahren in den sozialen Netzwerken mit einem offiziellen Account vertreten. Die einzelnen Netzwerke unterscheiden sich vor allem in der Herkunft der Nutzer. Durch permanente Untersuchungen analysieren wir, wer welche Plattform nutzt, und passen unsere Inhalte dem jeweiligen Publikum an.

Frage: Wie hoch ist der Personalaufwand in diesem Bereich?

Social-Media-Tabelle (Stand: 01.05.2013): Barcelona vor Madrid
Stadionwelt Inside

Social-Media-Tabelle (Stand: 01.05.2013): Barcelona vor Madrid

Lee: Das Thema Social Media haben wir von Anfang an sehr ernst genommen. Innerhalb unserer Online-Redaktion haben wir bereits seit einigen Jahren eine eigene Social-Media-Abteilung. Drei Mitarbeiter kümmern sich ausschließlich um diesen Bereich. Darin inbegriffen sind sämtliche sozialen Netzwerke des FC Barcelona, also Facebook, Twitter, Google+, Youtube und Instagram. Eine spezielle Aufgabenteilung oder Prioritäten gibt es nicht, da ein Großteil der Inhalte identisch ist und für uns alle Plattformen gleich wichtig sind.

Frage: Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Social-Media-Strategie?

Lee: Unser Hauptziel ist es, mithilfe der verschiedenen sozialen Netzwerke ein möglichst großes und breites Publikum zu erreichen und unsere Fanbasis zu erweitern. Darüber hinaus möchten wir unsere vorhandenen Fans mit attraktiven Inhalten ansprechen und langfristig an uns binden. In einem nächsten Schritt ist es natülich auch unser Ziel, diese Aktivitäten direkt oder indirekt zu monetarisieren. Doch hier sind wir noch am Anfang und es wird noch dauern, bis wir signifikante Erlöse daraus generieren.

Frage: Hatten Sie beim Aufbau Ihres Social Media Engagements Vorbilder?

Lee: Die Teams der US-Profiligen, wie der NBA oder der NFL, sind den europäischen Vereinen was Social Media angeht noch einiges voraus. Daher sind sie für uns Vorbilder. Vor allem im Bereich Entertainment, wie etwa kostenpflichtige Online-Games, ist man dort schon viel weiter als in Europa. Hier haben wir noch Nachholbedarf und werden unser Entertainment-Angebot stark ausbauen.

Frage: Führen Sie regelmäßig Evaluationen über die Resonanz bei den Fans durch?

Deutsche Clubs in der Social-Media-Welt (Stand: 01.05.2013): Bayern an der Spitze
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Deutsche Clubs in der Social-Media-Welt (Stand: 01.05.2013): Bayern an der Spitze

Lee: Wir sind stets offen für Kritik und Verbesserungsvorschläge. Außerdem führen wir jeden Monat Untersuchungen über die Resonanz unserer Online-Angebote durch, und protokollieren die Seitenaufrufe und Nutzerzahlen. Dadurch erhalten wir regelmäßiges Feedback über unsere Aktivitäten und können bei Bedarf Anpassungen vornehmen.

Frage: Haben Sie für die Zukunft neue Innovationen geplant?

Lee: Das Thema Apps wird in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen. Auch der FC Barcelona wird sein Augenmerk verstärkt auf mobile Applikationen legen, insbesondere im Bereich Entertainment. In Kürze gehen drei weitere kostenpflichtige Apps an den Start, die sich mit Videospielen beschäftigen. Unsere internen Analysen haben gezeigt, dass hier noch ein großes Potential liegt. Die Fans sind bereit, für qualitativ hochwertige Applikationen auch Geld zu bezahlen.

Frage: Wie wirkt sich der sportliche Erfolg auf den Zuspruch in den sozialen Medien aus?

Lee: Der sportliche Erfolg ist selbstverständlich der wichtigste Faktor für ein erfolgreiches Engagement in den sozialen Netzwerken. Eine erfolgreiche Mannschaft, die gespickt ist mit Weltklassespielern wie Lionel Messi oder Andres Iniesta, macht uns die Arbeit um vieles einfacher.

Fußball, Basketball, Handball und Eishockey: Welcher Club ist in welchen Sozialen Netzwerken aktiv - und wer ist am erfolgreichsten? Klicken Sie sich durch die Fotostrecke.

Die ungekürzte Version dieses Interviews finden Sie in der aktuellen Ausgabe von "Stadionwelt Inside".

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Seite 1
tylerdurdenvolland 18.06.2013
1. Naja, das kann man auch anders sehen...
Anscheinend hat man seit Guardiolas Weggang ein wenig vergessen, dass beim Fussball das Wesentliche auf dem Platz abläuft? Und dass der Sinn des Fussballs zB nicht darin besteht die meisten Vereinstrikots weltweit zu verkaufen? Nun ja, uns soll es recht sein, wenn man ausser dem Einkauf solcher Einzelspieler wie Neymar auch nach einem 0:7 keine tatsächlichen Konsequenzem ziehen will...
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