HSV-Investor Kühne "Ich werde den Verein nicht weiter fördern"

Weil er seine Anteile langfristig nicht aufstocken könne, will Klaus-Michael Kühne den HSV nicht weiter fördern. Seine Entscheidung bezeichnete der größte Anteilseigner des Klubs als "nachhaltig".

Klaus-Michael Kühne
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Klaus-Michael Kühne


Klaus-Michael Kühne hat das Ende seines finanzielles Engagements beim Fußball-Zweitligisten Hamburger SV angekündigt. "Ich werde den Verein nicht weiter fördern, weil mein Wunsch, meine Anteile langfristig aufstocken zu können, nicht respektiert wird", sagte der 81-Jährige der "Sport Bild".

Der Unternehmer hält 20,57 Prozent der Anteile und ist größter Einzelinvestor der HSV-Fußball-AG. Seit 2010 hat er rund 100 Millionen Euro in den Verein investiert, der in der abgelaufenen Saison erstmals in die 2. Bundesliga abgestiegen ist. Kühne hatte sich die Erhöhung seiner Anteile um acht bis zehn Prozent, "je nach Bedarf", gewünscht.

In der Vereinssatzung ist allerdings eine Sperrklausel (24,9 Prozent) verankert, die für weitere Investitionen hätte aufgehoben werden müssen. In diesem Zusammenhang kritisierte Kühne den HSV-Präsidenten und neuen Vorstandschef Bernd Hoffmann.

"Wir waren nah dran an einer Lösung und hatten sogar schon Papiere entwickelt, doch dann hat er (Hoffmann - d. Red.) sich klar dagegen positioniert." Kühne betonte: "Ich kann nicht immer nur Geld geben, ohne dass es eine Gegenleistung dafür gibt." Der HSV wollte sich zu dem Interview auf Anfrage nicht äußern.

Kühne hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach unterschiedlich zu seinem Engagement bei dem Verein geäußert: Im Mai hatte er dies noch als "die schlechteste Investitionsentscheidung meines Lebens" bezeichnet. Nach einem Treffen mit Trainer Christian Titz Anfang Juni hatte er angekündigt, sich weiter engagieren zu wollen. Der Verein hatte diese Nachricht mit Skepsis aufgenommen.

Zu seiner Entscheidung, sich aus der Förderung zurückzuziehen, sagte Kühne im Interview: "Im Augenblick bin ich mal weg und nur noch Fan - das wird sich auch nicht kurzfristig ändern. Dieser Entschluss ist nachhaltig."

ngo/dpa/sid



insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
schuessler.manfred 27.06.2018
1. Hsv
Bitte macht es ohne Herrn Kühne, wir schaffen das.
super-m 27.06.2018
2.
Jau, is klar. Bis zum nächsten Interview im Juli.
HamburgerJung2110 27.06.2018
3. Wunsch nicht respektiert?
Er sagt doch selber, er hätte sich mit Hoffmann zusammengesetzt und Papiere erarbeitet. Also Respekt wurde ihm mehr als genug entgegengebracht. Es ist schlichtweg nicht möglich, seinem ungeheuerlichen Wunsch nachzukommen, denn dafür müssten 75% der Stimmberechtigten dafür stimmen und das wird sicherlich nicht passieren. Das sollte der gute Mann eigentlich wissen. Und dann noch die Aussage, dass er keine Gegenleistung für sein Geld gäbe. Sind verzinste Darlehen und Aktien in Höhe von 20,57% keine Gegenleistung dafür, dass er mitverantwortlich an der Rückholaktion von vdv, den Millionengehältern von Lasogga und Wood ist? Richtig so Herr Hoffmann, lassen Sie sich nicht erpressen!
klaro4 27.06.2018
4. 15 Trainer, in Worten fünfzehn
100 Mio. seit 2010 von Kühne ... 15 Trainer im gleichen Zeitraun .in den letzten Jahren permanenter Kampf gegen den Abstieg ... und jetzt 2. BL. Das nenne ich mal ein geiles Investment!!!
Grummelchen321 27.06.2018
5. Wohl eher
weil die weitere Kommerzialisirung und privatisierung im Sport in Deutschland nicht wie in den USA funktionirt. Wer investsiert will immer eine Dividende sehen am Schluss und verdienen.
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