Politik macht Druck Irans Fußballer sollen Israel-Verbot vertraglich festhalten

Zwei iranische Fußballer sind in der Europa-League-Qualifikation gegen Maccabi Tel Aviv angetreten. Das Außenministerium will eine Wiederholung ausschließen - und drängt auf verbindliche Erklärungen.

Ehsan Hajsafi (l.), Eyal Golasa (r.)
Panagiotis Moschandreou/ EPA/ REX/ Shutterstock

Ehsan Hajsafi (l.), Eyal Golasa (r.)


Im Ausland spielende iranische Fußballer sollen vertraglich klarstellen, dass sie nicht gegen israelische Mannschaften antreten. Das fordert das Außenministerium, wie Sprecher Bahram Ghassemi nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna erklärte. Demnach solle dieses Verbot schon im Vorfeld in den Verträgen verankert werden.

In der Europa-League-Qualifikation waren die Nationalspieler Massoud Schojaei und Ehsan Hajsafi in der vorigen Woche mit Panionios Athen gegen Makkabi Tel Aviv angetreten. Seitdem droht beiden Akteuren eine Sperre oder gar ein Ausschluss aus der iranischen Auswahl. Dies würde für beide auch das Aus bei der WM nächstes Jahr in Russland bedeuten.

Sportministerium und Fußballverband (FFI) haben die beiden Spieler verurteilt und ihr Auftreten scharf kritisiert. Eine Entscheidung wollen sie aber noch nicht treffen. Ein Ausschluss, der die logische Konsequenz wäre, würde nach Einschätzung vieler Beobachter zu einer Protestwelle der Fans führen. Schojaei als Kapitän und Hajsafi als dessen Stellvertreter sind Schlüsselspieler und daher unverzichtbar.

Besonders in den sozialen Netzwerken gab es massive Proteste der Fans und Mitspieler gegen eine drohende Sperre sowie uneingeschränkte Unterstützung für Schojaei und Hajsafi. Fans starteten eine Kampagne gegen eine eventuelle Strafe. Die Spieler hätten nur ihren Job im Verein gemacht, hieß es dort bei vielen. Das 38-jährige Verbot sei absurd, habe politisch nichts gebracht und könnte sogar zu einer eventuellen Disqualifikation Irans von der WM 2018 durch den Weltverband Fifa führen.

chh/dpa



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