Pressestimmen zu Italiens WM-Aus "Ein nationales Trauma ist geboren"

"Tragödie", "Demütigung, "brutale Ohrfeige": Die italienische Presse übertrifft sich nach dem WM-Aus in negativen Abgesängen. Doch auch international schlägt das Remis gegen Schweden hohe Wellen.

Italiens zurückgetretener Nationaltorwart Gianluigi Buffon
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Italiens zurückgetretener Nationaltorwart Gianluigi Buffon


Italien

"Corriere dello Sport": "Apokalypse, Tragödie, Katastrophe: Es ist vorbei. Unser Fußball ist in einer tiefen Krise. Italien muss jetzt der Wahrheit in die Augen schauen. Die Wahrheit eines italienischen Fußballs, der die größte Demütigung seiner Geschichte erlebt hat, eine unerträgliche Schande, ein unauslöschlicher Fleck. Buffons ehrliche und leidenschaftliche Tränen bezeugen einen Zusammenbruch, den viele zu verantworten haben. Niemand darf sich vor der Verantwortung mehr drücken."

"Gazzetta dello Sport": "Ende! Das ist die Apokalypse. Italien nach 60 Jahren ohne WM. Italien erlebt sein Jahr Null. Buffons Tränen und die unwirkliche Stille im San-Siro-Stadion wiegen wie ein Grabstein, auf dem ein Urteil ohne Rückkehrmöglichkeit steht: Russland Adieu. Italien erlebt eine der dunkelsten Phasen unserer Sportgeschichte. Eine brutale Ohrfeige und ein enormer Schaden für ein Land, das vom Fußball lebt und damit atmet."

"Tuttosport": "Italien an der Endstation. Der 13. November 2017 wird in der italienischen Fußballgeschichte als Datum des Debakels in Erinnerung bleiben. Italien muss jetzt das Blatt wenden."

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WM-Aus: Italiens "unerträgliche Fußball-Schande" in Bildern

"La Stampa": "Alle nach Hause. Das Desaster der Azzurri ist Wirklichkeit und bezeugt die Pleite der Ära von Verbandschef Tavecchio. Jetzt braucht Italien dringend einen Neustart."

Spanien

"Marca": "Eine WM ohne Italien! Es ist ein historisches Fiasko. Buffon hat dieses Italien nicht verdient. Arrivederci Italia! Italien hatte keine Spielidee und keinen Spielwitz. Italien weint. Die Apokalypse hat man kommen sehen. Kurios: Schweden war mit einem Ibrahimovic bei den letzten beiden Weltmeisterschaften nicht dabei, ohne ihn hat man es geschafft."

"As": "Drama: Die WM findet ohne Italien statt! So einen Abschied hat ein Gigant wie Buffon nicht verdient. Ein Desaster für den italienischen Fußball. Eine historische Erniedrigung unterstreicht die Krise im italienischen Calcio. Das tränenüberströmte Gesicht Buffons ist das Spiegelbild eines ganzen Landes. Unfassbar!"

"Sport": "Dieses Italien hat nicht die Handschrift früherer Trainer wie Zoff, Trapattoni, Lippi, Prandelli und Conte. Das Unternehmen WM war für Ventura viel zu groß. Das ist die italienische Realität, ein dramatisches Ausscheiden. Das Ausscheiden ist einer der schwärzesten Momente in der italienischen Fußballgeschichte."

"El Mundo Deportivo": "Es war eine der dunkelsten Nächte in der Geschichte des italienischen Fußballs. Ein dramatisches Ende im 175. Länderspiel von Gianluigi Buffon."

Niederlande

"Algemeen Dagblad": "Schlampiges Italien verpasst erstmals seit 1958 eine WM. Italien war vor einem fanatischen Publikum im San Siro die bessere Mannschaft, ohne guten Fußball zu spielen."

"De Telegraaf": "Schweden taucht Italien in Trauer. Der viermalige Weltmeister ist bei der WM nicht dabei. Schweden hielt dem Druck in Mailand stand. Zum ersten Mal seit 1958 verpassen die Azzurri eine Weltmeisterschaft."

"NRC Handelsblad": "Nach den Niederlanden ist noch eine große europäische Fußballnation nicht bei der WM dabei. Ein nationales Trauma ist geboren, eine Schande."

krä/sid



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gnarze 14.11.2017
1. Karma
Die drei Schandtaten, die zum Titelgewinn 2006 führten, wurden nun ausgeglichen Monsterschwalbe gegen Australien-> Vorrundenaus 2014 Anschwärzen von Frings-> Niederlage im Elfmeterschießen 2016 gegen den Lieblingsgegner Matarazzi -> Nicht bei der WM 2018 dabei Ab jetzt darf es wieder Aufwärts gehen.
ralfbraun 14.11.2017
2. Staatsverschuldung
Italien sollte seine Anstrengungen auf das Haushaltsdefizit und die Staatsverschuldung richten. Die Apokalypse die da droht hat gesellschaftszerstörende Kraft und wird Europa nebenbei ebenfalls schwer beschädigen.
bwk 14.11.2017
3. Unsere Italiener
"Apokalypse, Tragödie, Katastrophe: Es ist vorbei", schreibt die Corriere dello Sport. Ganz so schlimm ist es nicht. Es war nur ein Fußballspiel aber vielleicht symptomatisch für die Krise, die den italienischen Staat seit Jahren im Griff hat.
ralfbraun 14.11.2017
4. Fairplay
Habe mit den Schweden gefiebert. Die haben ein knappes Spiel gewonnen, ohne Zeitschinden, ohne Schauspielerei ohne versteckte Fouls und Provokationen. Das alles hätten wir wie so oft von Italien gesehen, wenn die ein 1:0 über die Zeit hätten retten müssen. Chiellini allein hätte mehrere Gelbe und eine Rote Karte (Ellenbogencheck ins Gesicht) verdient gehabt. Fairplay und Italien, ein Gegensatzpaar, dass den italienischen Fußball perfekt charakterisiert. Italien spielt den häßlichsten Fußball, auch wenn sie das schönste Trikot haben.
schwerpunkt 14.11.2017
5.
Zitat von gnarzeDie drei Schandtaten, die zum Titelgewinn 2006 führten, wurden nun ausgeglichen Monsterschwalbe gegen Australien-> Vorrundenaus 2014 Anschwärzen von Frings-> Niederlage im Elfmeterschießen 2016 gegen den Lieblingsgegner Matarazzi -> Nicht bei der WM 2018 dabei Ab jetzt darf es wieder Aufwärts gehen.
Das wird es. Warum? Weil es seit gestern Abend gar keine andere Richtung mehr gibt.
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