Randale in Genua: "Negatives Beispiel für den Sport"

Nachspiel für die Profis des FC Genua: Dass die Spieler ihre Trikots auf Verlangen von Hooligans ausgezogen haben, wird in Italien scharf kritisiert. Auch den Anhängern des FC drohen Untersuchungen - die ersten sind bereits verurteilt.

Krawalle in Genua: "Inakzeptables" Verhalten der Profis Zur Großansicht
DPA

Krawalle in Genua: "Inakzeptables" Verhalten der Profis

Hamburg - Nach den schweren Krawallen von Hooligans am Sonntag hat Italiens Fußballverband FIGC Untersuchungen gegen den FC Genua und dessen Spieler aufgenommen. Der Verband will überprüfen, warum viele Genua-Profis am Sonntag bei den Krawallen im Heimspiel gegen den AC Siena unter dem Druck der Randalierer sich das Trikot ausgezogen haben. Einzige Ausnahme sei Stürmer Giuseppe Sculli gewesen, der sich weigerte, vor den Randalierern sein Trikot auszuziehen.

"Wir haben die Spieler nicht gezwungen, ihr Trikots auszuziehen. Wir haben sie dazu aufgefordert, weil sie nach den schlechten Leistungen dieser Saison der Vereinsfarben nicht mehr würdig sind", sagte ein Sprecher der Ultras.

Der italienische Sportminister Piero Gnudi kritisierte die Genua-Akteure. "Das Verhalten der Genua-Kicker hat mich beeindruckt. Es ist inakzeptabel, dass sie einfach ihr Trikot ausgezogen haben. Das ist ein sehr negatives Beispiel für den Sport", sagte der Minister.

Genua muss zwei Spiele ohne Zuschauer austragen

Verbandschef Giancarlo Abete will unterdessen möglichen Verstrickungen zwischen dem Erstligisten und Hooligan-Gruppen nachgehen, die im Spiel gegen Siena beim Zwischenstand von 0:4 durch das Zünden von Rauchbomben eine 50-minütige Spielunterbrechung erzwungen hatten. Die Randalierer wurden mit Hilfe von Videoanlagen im Stadion identifiziert.

Nach den schweren Ausschreitungen sind bereits elf Rowdys zu einer fünfjährigen Stadionsperre verurteilt worden. Weiteren 20 Hooligans, die ebenfalls identifiziert worden seien, drohen ähnliche Sanktionen, teilte die Polizei in Genua mit.

Auch für den FC haben die Krawalle Konsequenzen: Der Serie-A-Club muss die nächsten zwei Meisterschaftsspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Das wurde von FIGC-Sportrichter Giampaolo Tosei beschlossen.

"Was in Genua passiert ist, zeigt wieder einmal die schlimmste Seite des italienischen Fußballs und dessen moralischen Verfall", sagte Gianni Petrucci, Präsident des Nationalen Olympischen Komitee Italiens. Er sprach von einer "Schande für den italienischen Fußball". Es sei nicht mehr zu tolerieren, "dass der Fußball derart in den Schmutz gezogen wird", so Petrucci.

aha/sid

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik WM-News
RSS
alles zum Thema Fußball international
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren
Tabellen