Hamburg - "Ja is' denn heut' scho' Weihnachten?" sind mittlerweile geflügelte Worte im deutschen Sprachgebrauch, erstmals so ausgesprochen von Franz Beckenbauer. Und selten haben sie wohl besser gepasst als bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung von Beckenbauers Verein, dem FC Bayern München. Der Rekordmeister konnte seinen Mitgliedern am Donnerstagabend neue Rekordzahlen präsentieren.
"Die finanzielle Situation ist ausgezeichnet", sagte ein gut gelaunter Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2011/2012 betrug 332,2 Millionen Euro, nach Steuern machten die Münchner einen Gewinn von 11,1 Millionen Euro. 127,6 Millionen Euro lagern auf dem "Festgeldkonto", das Eigenkapital beträgt 278,2 Millionen Euro. Der Umsatz des Gesamtkonzerns betrug sogar 373,4 Millionen Euro, in den auch die Zahlen der zu 100 Prozent dem FC Bayern gehörenden Allianz Arena GmbH fließen.
"Der FC Bayern München hat eine wirtschaftliche Basis, wie es dieser Verein noch nie in der 112-jährigen Geschichte hatte", sagte der scheidende Finanzvorstand Karl Hopfner. Eine Eigenkapitalquote von 77,5 Prozent sei ein "im Weltfußball wohl einmaliger Wert". Der Club wird deshalb eine Dividende von 5,5 Millionen Euro an die Aktionäre Adidas, Audi und den Stammverein FC Bayern München e.V. als größten Anteilseigner ausschütten.
Hoeneß mit großer Mehrheit als Präsident wiedergewählt
Bei so viel Glückseligkeit erinnerten nur zwei kleine Pokale auf dem Podium daran, dass die vergangene Saison mit drei zweiten Plätzen sportlich enttäuschend verlaufen war. Denn anstelle von Champions-Legaue-Pokal oder Meisterschale konnten die Bayern nur den DFB-Pokal der Frauen und den Supercup der Männer aus dem Sommer vorzeigen. Zweite Plätze, "das mag für viele Clubs okay sein. Aber für uns sollte das nicht zur Norm werden", mahnte Rummenigge.
Uli Hoeneß hingegen freute sich, "dass wieder Ruhe eingekehrt ist bei uns". Der 60-Jährige wurde mit überwältigender Mehrheit in seine zweite Amtszeit als Präsident des Vereins gewählt, bekam 97,1 Prozent der Stimmen von den 2591 anwesenden Mitgliedern. Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit des Clubs sagte er stolz: "Es gibt keinen Verein auf der ganzen Welt, der ohne größte Unterstützung seiner Besitzer solche Zahlen vorweisen kann."
ham/dpa/sid
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