Jara ersetzt Gerets Trainervorstellung mit Hindernissen

Kurt Jaras erster öffentlicher Auftritt für den 1. FC Kaiserlautern musste heute leider ausfallen. Der Gerets-Nachfolger war bei seiner eigenen Präsentation verhindert. Morgen soll der Österreicher dann aber wirklich den abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten übernehmen.


Gepriesener Jara: "Der richtige Mann, um den FCK am Leben zu halten"
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Gepriesener Jara: "Der richtige Mann, um den FCK am Leben zu halten"

Kaiserslautern - Erst mit einiger Verzögerung konnte Kaiserslautern heute Nachmittag die Jara-Verpflichtung bekannt geben. Der 53-Jährige fehlte bei der als Vorstellung geplanten Pressekonferenz auf dem Betzenberg. Jara weilte zusammen mit seinen Anwälten auf einem Termin mit Vertretern seines Ex-Clubs Hamburger SV. Es ging um die Klärung von letzten Freigabe-Modalitäten. Morgen um 15 Uhr soll der neue Chefcoach das erste Training beim FCK leiten.

Nach dem 1:2 beim TSV 1860 München zum Bundesliga-Rückrundenstart hatte sich der FCK gestern Abend vom Belgier Erik Gerets sowie von Co-Trainer Reinhard Stumpf getrennt. Jara, der die Pfälzer nun vor dem drohenden zweiten Abstieg nach 1996 retten soll, war in Hamburg am 22. Oktober 2003 ausgerechnet nach der 0:4-Auswärtsniederlage in Kaiserslautern entlassen worden. Vor seinem Engagement beim HSV hatte Jara den FC Zürich und den FC Tirol trainiert.

Wie der FCK-Vorstandsvorsitzende René C. Jäggi mitteilte, erhält Jara einen auch für die Zweite Liga gültigen Vertrag bis 30. Juni 2005. Co-Trainer wird Manfred Linzmaier. "Nach München mussten wir einen Vollbremsung machen. Es stimmte nicht mehr zwischen Trainern und Mannschaft", sagte Jäggi, "wir wollten dem neuen Trainer die Möglichkeit geben, mit einem Heimspiel zu starten. Jara ist der richtige Mann, um den FCK am Leben zu halten." Derzeit trennt den Tabellen-16. ein Punkt vom rettenden Ufer. Jara absolvierte zwischen 1975 und 1981 insgesamt 191 Bundesligaspiele (25 Tore) für den MSV Duisburg und Schalke 04.

FCK-Boss Jäggi: "Sollten wir die Klasse nicht halten, werde ich nicht gehen"
DPA

FCK-Boss Jäggi: "Sollten wir die Klasse nicht halten, werde ich nicht gehen"

FCK-Boss Jäggi gestand eine Mitschuld an der derzeitigen Krisensituation ein: "Ich bin teilweise mit Gerets gescheitert. Wir haben uns zu viel vorgenommen. Wir haben Leute geholt, die die sportliche Erwartung nicht erfüllt haben." Jäggi kündigte an, im Falle eines Abstiegs mit Jara zusammen den Wiederaufstieg anzustreben. "Sollten wir die Klasse nicht halten, werde ich nicht gehen, denn meine Mission ist nicht erfüllt", sagte Jäggi, "mit Jara gehe ich durchs Feuer." Der Schweizer hatte eigentlich angekündigt, am Saisonende aufzuhören.

Die Entlassung von Gerets war der sechste vorzeitige Wechsel in der laufenden Bundesliga-Saison. Vor Gerets und Jara waren Huub Stevens bei Hertha BSC Berlin, Ewald Lienen bei Borussia Mönchengladbach und Friedhelm Funkel beim 1. FC Köln entlassen worden. Armin Veh hatte bei Hansa Rostock freiwillig das Handtuch geworfen. Gerets wird bis zum Saisonende bezahlt. Er hatte sein Amt beim FCK Anfang September 2002 angetreten.



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