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Löw zu Freiburger Vorwürfen: "Ich lehne Doping absolut ab"

Fußballer Löw (Bild von 1981): "Galt für mich als Spieler genauso wie heute" Zur Großansicht
Bongarts/Getty Images

Fußballer Löw (Bild von 1981): "Galt für mich als Spieler genauso wie heute"

"Doping hat für mich im Sport nichts verloren": Bundestrainer Joachim Löw hat jede Verwicklung in die Dopingaffäre des VfB Stuttgart und des SC Freiburg zurückgewiesen. Löw hatte als Profi bei beiden Vereinen gespielt.

Hamburg - Bundestrainer Joachim Löw hat sich klar von den gegen seine ehemaligen Vereine erhobenen Doping-Vorwürfen distanziert. "Doping hat im Sport nichts verloren, ich lehne es absolut ab, das galt für mich als Spieler genauso, wie es heute als Bundestrainer immer noch gilt", sagte der 55-Jährige.

Am Montag waren erste Erkenntnisse der Ermittlungen der Evaluierungskommission, die sich an der Freiburger Universität mit der Doping-Vergangenheit beschäftigt, an die Öffentlichkeit gelangt.

Demnach sei in den "späten Siebziger- und frühen Achtzigerjahren" beim Bundesligisten VfB Stuttgart "im größeren Umfang" und, "wenn auch nur punktuell nachweisbar", auch beim damaligen Zweitligisten SC Freiburg Anabolika-Doping vorgenommen worden.

Löw war damals bei beiden Klubs als Spieler aktiv: 1978 bis 1980 sowie 1982 bis 1984 in Freiburg, 1980/81 in Stuttgart.

Auch der frühere Stuttgarter Mannschaftsarzt, Winfried Laschner, hat Doping-Vergehen während seiner Amtszeit ausgeschlossen. Er wisse nicht, was der einstige Freiburger Sportmediziner Armin Klümper, bei dem sich damals auch VfB-Profis behandeln ließen, "bei jedem einzelnen Patienten in seinen Spritzen hatte. Ich kann aber ausschließen, dass Mittel zur Leistungssteigerung eingesetzt wurden", sagte Laschner den "Stuttgarter Nachrichten". Der Mediziner war von 1976 bis 1984 Team-Arzt des VfB.

Klümper habe eine "besondere, intensivere und umfangreichere Sportmedizin betrieben als andere Ärzte", sagte Laschner weiter. "Dass Anabolika-Mittel wie Megagrisevit von Klümper zu therapeutischen Zwecken eingesetzt wurden, kann ich nicht ausschließen, ich habe davon aber nichts gewusst."

Kommission kennt Ergebnisse noch nicht

Fritz Sörgel glaubt all den Beteuerungen nicht. "Da muss der DFB in Zukunft eine Schippe drauflegen, damit er glaubwürdig wird", sagte der Pharmakologe, seit Kurzem selbst Mitglied der Freiburger Dopingkommission, dem ZDF: "Fußball ist ein Volkssport, der wichtigste Sport in Deutschland - da kann man sich nicht erlauben, dass etwas ungeklärt bleibt." Der Verband müsse über die "Narrenfreiheit", die der Fußball nun einmal habe, nachdenken.

"Wir kennen weder Ergebnisse noch einen Bericht der Kommission und können deshalb auch zur Sache selbst nichts sagen", teilte Rainer Koch, Vorsitzender der Anti-Doping-Kommission des DFB, mit: "Um das Ganze seriös einordnen zu können, müssten wir den detaillierten Bericht kennen." Öffentlich geworden seien bislang aber "gravierende Vorwürfe, die selbstverständlich umfänglich aufgeklärt werden müssen".

"Ich habe nie geglaubt, dass es in Mannschaftssportarten keinen Sinn macht zu dopen, wie man es uns von vielerlei Seiten über Jahre hat weismachen wollen", sagte die Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestags, Dagmar Freitag (SPD). "Das ist ein klarer Beleg, dass es in Mannschaftssportarten natürlich genauso Sinn macht wie in anderen Sportarten und dass Mannschaftssportarten genauso anfällig für Leistungsmanipulationen sind wie Individualsportarten auch."

aha/sid

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Naja
Bueckstueck 03.03.2015
Wie Dagmar Freitag den Rasenfresserfussball von damals so undifferenziert mit dem Fussball von heute gleichsetzt, ist jetzt auch nicht so seriös. Da sollte man erstmal folgendes tun bevor man losprescht: 1) aufklären was da damals wirklich lief 2) von Seiten des DFB die geeigneten Massnahmen zur lückenlosen Aufdeckung eventueller Vergehen *heute* ergreifen Erst wenn das geschehen ist, sollte man sich aus dem Fenster lehnen. Das die ganzen "ich habs ja immer gewusst!" Pappnasen jetzt gleich loslegen, lässt sich ohnehin nicht verhindern. Sollten doch wenigstens jene, von denen man klares Denkvermögen erwartet, sich anders verhalten.
2.
whitewisent 03.03.2015
Wenn es für ihn so klar ist, sollten er und andere Zeitzeugen, die keine Täter waren und sich selbst belasten, endlich in der Öffentlichkeit ihre Erfahrungen und Kenntnisse ohne innere Zensurschere bekanntgeben. Selbst wenn es nur 3,4 je Manschaft waren glaubt hier niemand ernsthaft, daß der Rest der Mannschaft, die Trainer und Betreuer es nicht bemerkten, oder sich ihre Gedanken machten. Da wahrscheinlich etliche Täter noch im Bereich Sport aktiv sind, hätte das auch wirklich eine Wirkung im Kampf gegen Drogen, denn selbst wenn diese es bereuen, haben sie nie dazu gestanden, selbst als es strafrechtlich nicht mehr relevant waren. Täterschutz ist kein Opferschutz!
3. Erinnert mich stark an
paragraphic 03.03.2015
die Erklärungen von Lance Armstrrong und Co.
4. Antidopingkommission des DFB
ein-berliner 03.03.2015
Gesponsert von der BASF? So glaubwürdig wie Bock und Gärtner. Fehlen nur noch eidesstattliche Erklärungen bzw die übliche Verjährungsformel der Juristenbande.
5. Glaube ich dem Löw sogar
Grafsteiner 03.03.2015
Als Berufsfussballer war er nur Mittelklasse und hat den Durchbruch nie geschafft. Das deutet darauf hin, dass er nie dopte.
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