Engagement für Flüchtlinge Löw will "weltmeisterliche Willkommenskultur"

Joachim Löw hat eine offene Willkommenskultur in Deutschland gefordert. Anlässlich der Verleihung der Goldenen Sportpyramide rief der Bundestrainer zu mehr Toleranz auf - und spendete sein Preisgeld an die Flüchtlingsstiftung von Til Schweiger.

Preisträger: Joachim Löw (r.) erhält die Sportpyramide
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Preisträger: Joachim Löw (r.) erhält die Sportpyramide


Joachim Löw nutzte seine Dankesrede bei der Verleihung der deutschen Sportpyramide in Hamburg, um ein Plädoyer für Herzlichkeit und Offenheit gegenüber Flüchtlingen zu halten. "Auch unsere Willkommenskultur sollte Weltmeister sein. Lassen Sie uns die Flüchtlinge willkommen heißen - wie 2006, als wir die Fans aus aller Welt willkommen geheißen haben", sagte der 55-Jährige.

Löw wies bei der Veranstaltung in der Hamburger Handelskammer auf die gesellschaftliche Rolle der Nationalmannschaft hin: "Wir stehen für Toleranz und Integration. Und gegen Gewalt und Fremdenhass. Wir wollen ein guter Botschafter für Deutschland in der Welt sein - auch neben dem Platz."

Die mit der Sportpyramide verbundene finanzielle Zuwendung in Höhe von 25.000 Euro leitete Löw an die Til-Schweiger-Flüchtlingshilfe weiter, "um anderen zu helfen, denen es nicht so gut geht". Die Auszeichnung wird seit 2000 von der Deutschen Sporthilfe verliehen, zu den Preisträgern gehören deutsche Sportgrößen wie Max Schmeling, Hans Günter Winkler, Franz Beckenbauer und Rosi Mittermaier.

"Dass ich nun zu diesem erlesenen Kreis gehöre, macht mich besonders stolz", erklärte Löw, dem in Hamburg zeitgleich eine weitere Ehre zuteil wurde. Zusammen mit Boris Becker, Michael Stich, Michael Groß, Anja Fichtel und Hans-Georg Aschenbach wurde der Fußballlehrer und ehemalige Bundesliga-Profi in die virtuelle Hall of Fame des Deutschen Sports aufgenommen, in der 86 Persönlichkeiten vertreten sind.

Im Video: Joachim Löw über gesellschaftliche Verantwortung

rae/sid/dpa

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insgesamt 20 Beiträge
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euronote 13.09.2015
1. weltmeisterliche Willkommenskultur
wenn ich genug Geld hätte weil mir die Knete aus der Geldbörse quillt würde ich auch fast auf dem Hype aufspringen,jetzt hat der Jogi aber lange gebraucht,25.000 Euro die werden ihm bestimmt weh tun,ach so,nicht aus der eigenen Kasse,was ist er doch für ein edler Mensch,da kann ich leider mit meine 5 Euro im Monat für den Tierschutz nicht mithalten,die ich wohl selbst bezahle.Letzte Woche sprach mich ein Harz 4 Kind an,12 ist er jetzt,Onkel, so durch die Blume,verschämt,ich hätte gerne mal einen MP3 Player,es wird zwar kein I-Pod sein,aber er bekommt einen schönen von mir,ich entschuldige mich auch,es ist ein deutsches Kind aus dem Osten,2 Fresspakete habe schon diesen Monat geschickt,das ich nach der Wende wieder Pakete in den Osten schicken muss,hätte ich mir auch nicht gedacht,damit die Familie sich nicht wie die letzten Penner vorkommt,wenn sie wieder bei der Armenküche anstehen müssen,ups meine natürlich die Tafel,hört sich besser an,Abfall für den Abfall.
robien 13.09.2015
2. Bravo, ein klares Bekenntnis ...
... vor allem auch vor dem Hintergrund des unvergessenen und peinlichen Schweiger-/Ex-Dr-Scheuer-Eklats bei Maischberger. In dieser Angelegenheit kann gar nicht klar genug Position bezogen werden. Um die CSU herum wird es immer einsamer, fast fragt man schon, wird Seehofer mit seiner Clique bald Asyl in Orbans Ungarn beantragen. Gut so. Die vielen engagierten Münchener stellen jedenfalls eindrucksvoll unter Beweis, dass Bayern auch anders kann. Danke München, Danke Bayern, jetzt mussen die weiten Bundeskänder und Städte und natürlich Europa. die Schande aber ist bei der CSU zuhause.
821943 13.09.2015
3. Danke, Herr Löw,
dass Sie diese Selbstverständlichkeit nochmal so deutlich gemacht haben! Fußball ist Multikulti-Vorbild, praktiziertes Miteinander, über Herkunft, sexuelle Identität stehend und über Religion und Weltanschauung. Vorbildlich für alle gesellschaftlichen Gruppen. Dass Menschen, die rassistisch und fremdenfeindlich eingestellt sind und menschenverachtenden Rattenfaengern hinterherlaufen, in unseren Stadien unerwünscht sind und bitte fernbleiben moegen, hat unser Bundestrainer erneut deutlich gemacht. Alle Vereine sollten ihm folgen und dem rechten Mob klar machen, dass er besser zuhause bleibt. Und die wahren Fans sollten fremdenfeinliche Äusserungen gleichfalls nicht tolerieren, sondern die straffällig gewordenen Täter und jene, die mit ihren Bemerkungen gegen die Stadionordnung verstoßen haben, Ordnern und Polizei benennen.
ditor 13.09.2015
4. Seltsame Preisvergabe
Ich verstehe nicht wie man solche Preise an Preisträger vergibt für die der Preis (und auch das Preisgeld) nur eine Randnotiz ist. Wenn irgendeine Sportart hierzulange keine zusätzliche Öffentlichkeit benötigt dann doch die Fußballnationalmannschaft bzw. der Profifussball - unabhängig von Löws Leistungen.
Erwan 13.09.2015
5. Die Reichen, die mal spenden, sind doch unter sich und
beweihräuchern sich selbst. Wenn sie mal spenden, tut es ihnen doch nicht weh, da sie wie auch ein Löw ein Vielfaches im Jahr einnehmen, als sie spenden. Das Geschwätz von der Willkommenskultur kann man nicht mehr hören. Diese l
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