DFB-Trainer Löw reagiert auf Lahm-Kritik mit Unverständnis

Joachim Löw hat sich zu seinem weiteren Vorgehen bei der Aufarbeitung des WM-Debakels geäußert und Gespräche mit seinen Spielern angekündigt. Zur Lahm-Kritik sagte er: "In der Art und Weise nicht richtig."

Joachim Löw
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Joachim Löw


Fußballbundestrainer Joachim Löw hat sich erstmals zu der Kritik von Philipp Lahm geäußert. Der Kapitän der Weltmeisterelf von 2014 hatte Löw mit seiner Analyse zu einem anderen Führungsstil für die neue Generation geraten, straffer und weniger kollegial.

"Ich habe es natürlich vernommen, ich finde das in der Art und Weise nicht richtig", sagte Löw. "Wir haben immer auf Vertrauen und Kommunikation gesetzt."

"Suchen das Gespräch"

Zu Ergebnissen seiner WM-Aufarbeitung wollte der Bundestrainer dagegen keine Stellung nehmen, auch das seit Wochen heiß diskutierte Thema Mesut Özil blockte er ab. Er habe nach der WM den Spielern gesagt, "dass es für sie wichtig ist, in den Urlaub zu gehen, Ruhe und Abstand zu haben und sich auch Gedanken zu machen. Deswegen solle man "bitte Verständnis haben", weil dies "ein sehr sensibles Thema" sei. Er werde, so Löw, "ab jetzt mit den Spielern die Gespräche suchen. Dann werden wir auch in personeller Hinsicht Entscheidungen treffen."

Seit dem historischen Aus in der WM-Vorrunde habe er zusammen mit seinen Assistenten Marcus Sorg und Thomas Schneider sowie mit Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff "ständig" an einer Analyse gearbeitet. "Das Trainerteam hat sich mehrfach getroffen. Wir haben wahnsinnig viele Daten gesammelt. Natürlich wollten wir auch das Ende dieser WM abwarten, um zu sehen, wo geht der Trend im Fußball hin, wer wird Weltmeister. Wir haben nun dem Präsidium eine detaillierte Analyse vorgelegt", sagte Löw.

Heftige Kritik von Rummenigge

Seit Mittwoch waren Löw und sein Team in der DFB-Zentrale in Klausur gegangen. Eigene Fehler, der Neuaufbau der Mannschaft oder die Veränderung des Spielsystems standen auf der Tagesordnung.

Währenddessen hat sich auch der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG, Karl-Heinz Rummenigge, zu Wort gemeldet. Er nahm Löw in Schutz, äußerte aber zugleich heftige Kritik an der Führungsspitze des DFB.

mfu/sid/dpa



insgesamt 141 Beiträge
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torflut 20.07.2018
1. ach Jogi
hättest Du nur nach dem WM-Titel den Staffelstab übergeben!
hooge789 20.07.2018
2.
"Wir haben immer auf Vertrauen und Kommunikation gesetzt." Das ist doch genau das was Lahm kritisiert. Löw hat immer noch nicht begriffen, dass die Spieler sein Vertrauen ausgenutzt haben. Er härter mit den Spielern sein sollen. Dahin müsste der neue Führingsspiel gehen. So habe ich Lahm verstanden.
hooge789 20.07.2018
3. Der Trend
"Natürlich wollten wir auch das Ende dieser WM abwarten, um zu sehen, wo geht der Trend im Fußball hin, wer wird Weltmeister." Um zu sehen wo der Trend hingeht, brauche ich nicht zu sehen wer WM wird. Der Trend geht in Richtung Hochgeschwindigkeitsfusball.
cimarol 20.07.2018
4. Na und Herr Löw?
Was für eine Schmierenkomödie. War zu erwarten man verbittet sich Einmischungen, schottet euch ruhig weiter ab im DFB. Völlig die Bodenhaftung verloren. Was soll denn bei einer Analyse von denen die es verbockt haben herauskommen. Natürlich nichts! Würde ja nur was bringen, wenn man nicht auf dem gleichen Ast sitzt auf dem man sägt. Und dann dieser Käse, „wir wollten die Entwicklung der WM abwarten, wer Weltmeister wird“ bla bla bla. Es geht doch nicht darum die aktuelle Entwicklung im Fußball festzustellen, sondern darum die Zukunft zu antizipieren, mit diesen Jogi Bären Personal? Never ever!!
-volver- 20.07.2018
5. allmählich...
...wünsche ich mir sogar das nächste debakel im september gegen den weltmeister.
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