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Neuer Vertrag für Löw: Joachim, der Ewige

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Bongarts/Getty Images

Bundestrainer Joachim Löw: DFB und kein Ende

Joachim Löw bleibt zwei weitere Jahre Bundestrainer. Er soll die Nationalmannschaft jetzt auch zur WM 2018 führen - eine logische Entscheidung des DFB. Es gibt für beide Seiten keinen Anlass, sich zu verändern.

Dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft so erfolgreich ist, hat vor allem eine Ursache: Kontinuität. Bei so gut wie allen anderen Fußballnationen wechselt das verantwortliche Betreuungspersonal in regelmäßigen Abständen. Beim DFB regiert das Prinzip Löw. Seit zwölf Jahren ist der Bundestrainer nun für die Nationalmannschaft verantwortlich, zwei Jahre als Assistent, zehn Jahre als Chefcoach.

Beim Staff der Nationalmannschaft weiß jeder mittlerweile, was der Andere denkt, Löw kennt alle Beteiligten seit Jahren, vom Busfahrer über den Teamarzt bis zum Manager. Es wäre aus Sicht des Verbandes fahrlässig, dieses Erfolgsprinzip zu verändern. Der lange ruhige Fluss, den die Nationalmannschaft mittlerweile bildet, er ist der Quell für den WM-Titel in Brasilien gewesen. Von daher ist es nur mehr als folgerichtig, weiter auf Löw und sein Team zu setzen - nach derzeitigem Stand, so lange es irgend geht.

Unter Löw und Bierhoff ist die Nationalmannschaft innerhalb von zehn Jahren zu einem Apparat geworden. Kein anderes Team im Weltfußball kann auf einen so professionellen Hintergrund aufbauen: Datensammler, Gegnerbeobachter, Fitnesscoaches - der Hang zum Perfektionismus, der den Deutschen nachgesagt wird, selten ist er präziser zu beobachten als rund um die Nationalmannschaft. Sie ist eine sehr gut geölte Maschine. Und der Maschinist Löw hat an jedem Rädchen, jeder Stellschraube mal gedreht, damit es keine Unwägbarkeiten mehr gibt.

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Bundestrainer Löw: Vom Co-Trainer zum Weltmeistercoach
Vor der WM in Brasilien haben viele, auch SPIEGEL ONLINE, spekuliert, es werde das letzte Turnier des Bundestrainers werden. Tatsächlich gab es Anzeichen, dass Löw, nach dann zehn Jahren, mit einem Abschied vom DFB kokettierte. Aber die Erfahrung des WM-Sommers, der Erfolg des Teams, die Perspektiven der Mannschaft mit ihren exorbitanten Talenten - all das war und ist zu reizvoll, um es fürs Ungewisse aufzugeben.

Löw will weiter entspannt am Espresso nippen

Wahrscheinlich hätte der 55-Jährige mit dem Weltmeistertitel im Rücken derzeit die Möglichkeit, jeden Topverein in Europa trainieren zu können. Aber Löw weiß um die Fallhöhe, um das Risiko zu scheitern, er weiß aber vor allem, was er an dem DFB-Job hat. Ein Job, der im Grunde wie gemalt ist für Löw. Der es auch mal ruhig mag, der Rückzugsräume braucht, der es liebt, sich auf Turniere zu fokussieren, statt sich das ganze Jahre lang in der Hektik des Ligaalltags zu verbrennen.

Der entspannt am Espresso nippende Löw, der Bundestrainer, der morgens am Strand von Brasilien seine Joggingrunden dreht - das ist nicht nur ein öffentliches Bild, das ist auch genau die Einstellung, die Löw von sich abgeben möchte. Work-Life-Balance, das ist für den Bundestrainer nicht nur ein Schlagwort. So versteht er seinen Job - und das ist beim DFB erheblich leichter zu leben als beim FC Chelsea oder bei Real Madrid. Carlo Ancelotti, von der Einstellung her ein Wahlverwandter Löws, erfährt dies gerade in Madrid leidvoll.

2018, bei der Weltmeisterschaft in Russland, wäre Löw 58 Jahre alt. Es würde passen, wenn er dies als ein gutes Alter ansähe, sich langsam aus dem Trainerleben zurückzuziehen. Es gibt dann immer noch viele schöne Dinge für ihn zu tun. Und wenn nicht, bleibt er eben beim DFB bis zur Rente.

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insgesamt 26 Beiträge
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1. Gut so!
ge1234 13.03.2015
Unter Jogi spielt die N11 das erstemal seit Menschengedenken attraktiven UND erfolgreichen Fussball! Weiter so, meinen Segen hat er!
2. Anlass für Löw
Untertan 2.0 13.03.2015
Ich weiß nicht, wie weit Löw finanziell bereits ausgesorgt hat aber für ihn gäbe es durchaus einen Grund, den Posten aufzugeben: nach dem Weltmeistertitel kanns eigentlich nur noch berab gehen. Wenn er jetzt bei der Euro nicht ganz so gut und 2018 sogar enttäuschend schlecht abschneidet, wird man ihn wohl als den Trainer in Erinnerung behalten, der halt einmal Glück hatte...
3.
Msc 13.03.2015
"Löw ist der falsche Mann, mit dem gewinnen wir NIE was!" - viele Leute anno 2013.
4. Gute Nachricht
singliketroubardix 13.03.2015
- 2006: WM-Dritter - 2008: EM-Zweiter - 2010: WM-Dritter - 2012: EM-HF - 2014: WM-Titel Dazu spielt die deutsche N11 seit Jahren einen tollen und qualitativ guten Fußball. Erfolge nur an Titeln zu messen ist extrem kurzsichtig. Löw ist das beste, was der deutschen N11 seit Beckenbauer widerfahren ist. Gut, das er und sein Team bleibt.
5. Zehn Jahre Bundestrainer?
Marinus_Ladegast 13.03.2015
"Seit zwölf Jahren ist der Bundestrainer nun für die Nationalmannschaft verantwortlich, zwei Jahre als Assistent, zehn Jahre als Chefcoach." Löw ist seit August 2006 Bundestrainer. Hab ich einen Time-Warp verpasst und wir sind schon im Sommer 2016, oder haben die Kumpels von SPON leichte Probleme mit dem Kopfrechnen? Na, egal. :-)
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