Englische Nationalmannschaft: Verband irritiert über Terrys Rücktritt

Der englische Fußball-Verband FA hat mit Unverständnis auf den Rücktritt von John Terry aus der Nationalmannschaft reagiert. Laut des FA-Generalsekretärs könne Terry die "Three Lions" und die Ermittlungen wegen der Rassismusvorwürfe nicht voneinander trennen.

Englands Verteidiger Terry: 78 Länderspiele für die "Three Lions" Zur Großansicht
REUTERS

Englands Verteidiger Terry: 78 Länderspiele für die "Three Lions"

Hamburg - Der Streit zwischen John Terry und dem englischen Fußball-Verband FA geht in die nächste Runde. Die FA kann Nationalmannschaftsrücktritt des 31-Jährigen nicht nachvollziehen. "Das ist eine persönliche Entscheidung. Aber ich sehe nicht, wie wir die Position von Terry in der Mannschaft unhaltbar gemacht haben", sagte FA-Generalsekretär Alex Horne dem TV-Sender Sky. Dies waren die Worte des Chelsea-Profis.

Hintergrund sind die Rassismusvorwürfe gegen Terry. Im Oktober 2011 soll er im Premier-League-Spiel gegen den Londoner Lokalrivalen Queens Park Rangers Gegenspieler Anton Ferdinand rassistisch beschimpft haben. In der Nationalmannschaft war Terry anschließend das Kapitänsamt entzogen worden. Darüber kam es zu Streit zwischen Nationaltrainer Fabio Capello und dem Verband. Der Italiener gab sein Amt daraufhin auf.

Ein Londoner Gericht sprach Terry im Juli dieses Jahres von den Vorwürfen frei. Allerdings ermittelt der FA immer noch gegen ihn. Am Montag sollte Terry in dem Fall vom Verband in London angehört werden. Eine Entscheidung wird jedoch nicht vor Dienstag erwartet. Im Falle eines Schuldspruchs drohen ihm eine lange Sperre und eine hohe Geldstrafe. Laut Horne habe der Vorfall nichts mit der Nationalmannschaft zu tun. "Ich kann beide Dinge trennen", sagte er, "aber es sah nicht so aus, als könnte er das auch."

Enttäuscht über den Rücktritt äußerte sich Nationalcoach Roy Hodgson. Er verliere einen Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, so der Trainer. Der 65-Jährige wolle nicht versuchen, Terry umzustimmen. "Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass John vor seiner Ankündigung mit mir gesprochen hätte", sagte Hodgson.

Seit 2003 hatte Terry insgesamt 78-mal für England gespielt, zwischen 2006 und 2012 war er Kapitän der "Three Lions". Zuletzt lief Terry beim WM-Qualifikationsspiel in Moldawien für die englische Nationalmannschaft auf.

max/sid/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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1.
Alex B 24.09.2012
"Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass John vor seiner Ankündigung mit mir gesprochen hätte" Skysports sagt da was anderes: "I can only confirm that he had the courtesy to call me prior to announcing his retirement from the England team. I'd like to wish John well for the future with Chelsea." http://www1.skysports.com/football/news/11095/8106439/
2.
cs01 24.09.2012
Also ich kann ihn sehr gut verstehen. Wenn ein Verband mich fertig machen will, obwohl die Gerichte meine Unschuld festgestellt haben, dann würde ich auch nicht mehr für ihn spielen.
3. Hier könnte ein Titel stehen
shokaku 24.09.2012
Zitat von cs01Also ich kann ihn sehr gut verstehen. Wenn ein Verband mich fertig machen will, obwohl die Gerichte meine Unschuld festgestellt haben, dann würde ich auch nicht mehr für ihn spielen.
Bingo. Allerdings dürfte der Verband über die Entwicklung nicht allzu traurig sein, auch wenn er nach außen natürlich Unverständnis heucheln muss.
4. schliesse mich an...
zelema030 25.09.2012
der Verband wird froh sein menschlich ist Terry eine Null, zumindestens wenn auch nur ein Hauch der Wahrheit an den medialen Berichten über ihn stimmt. Ok als Fusballer gut aber brauch England ihn bei der nächsten WM noch, ich sage nein bei so vielen farbigen Kollegen.
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