Medienberichte Mourinho akzeptiert nach Steuerdelikt offenbar einjährige Freiheitsstrafe

3,3 Millionen Euro Steuern soll José Mourinho in seiner Zeit bei Real Madrid hinterzogen haben. Nun hat er sich offenbar mit den spanischen Behörden auf eine Freiheitsstrafe geeinigt.

José Mourinho
AP

José Mourinho


José Mourinho, Trainer des englischen Fußballklubs Manchester United, soll sich laut Informationen der Zeitung "El Mundo" auf einen Deal mit der spanischen Steuerbehörde geeinigt haben. Demnach soll der Portugiese bereit sein, zur Einstellung eines Steuerhinterziehungsverfahrens eine einjährige Haftstrafe zu akzeptieren. Dazu kommt eine Geldstrafe von insgesamt knapp zwei Millionen Euro.

Dass Mourinho tatsächlich ins Gefängnis muss, ist jedoch unwahrscheinlich. Im spanischen Recht werden Erststrafen unter zwei Jahren regelmäßig zur Bewährung ausgesetzt. "El Mundo" berichtet, die Einigung werde "in den nächsten Tagen" öffentlich gemacht.

Es geht um eine Summe von 3,3 Millionen Euro, die Mourinho in den Jahren 2011 und 2012 am Fiskus vorbeigeschleust haben soll. Die Enthüllungsplattform Football Leaks hatte dem SPIEGEL und dem EIC-Recherchenetzwerk Dokumente zur Verfügung gestellt - darunter auch welche, die zeigen, dass Mourinho versuchte, Geld an der Steuer vorbeizuschleusen. Dazu trat er zum Beispiel seine Bildrechte an eine Firma ab, die den einzigen Zweck erfüllte, dem Coach Millionen Euro an Steuern zu ersparen. Statt des Spitzensteuersatzes für sein Gehalt war dann nur der Unternehmenssteuersatz fällig.

ANZEIGE
Rafael Buschmann und Michael Wulzinger:
Football Leaks

Die schmutzigen Geschäfte im Profifußball

SPIEGEL-Buch bei DVA; 288 Seiten; 16,99 Euro

Mourinho hat zudem Briefkastenfirmen in der Karibik gründen lassen, um nur Bruchteile seiner Werbemillionen versteuern zu müssen. Die Finanzbehörden haben Mourinho deswegen bereits zu einer Strafzahlung in Höhe von mehreren Millionen Euro verurteilt.

Im Dezember 2016 hatte DER SPIEGEL mit Recherchepartnern des EIC-Netzwerks enthüllt, dass Mourinhos Werbegelder in eine neuseeländische Stiftung namens Kaitaia flossen. Neuseeländische Ermittler hatten die Berichterstattung daraufhin zum Anlass genommen, das Büro der Stiftung aufzusuchen und Unterlagen anzufordern.

chh/Reuters



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.