Trainerstreit Conte vs. Mourinho "Er ist ein kleiner Mann"

Der eine sei "ein Clown" und ein Betrüger, der andere dement und "ein kleiner Mann". Die beiden Star-Trainer José Mourinho und Antonio Conte beschimpfen sich aktuell im Tagesrhythmus über die Medien.

José Mourinho (l.), Antonio Conte
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José Mourinho (l.), Antonio Conte


Dass José Mourinho und Antonio Conte einander nicht besonders sympathisch sind, ist schon im Sommer deutlich geworden. Chelsea-Trainer Conte hatte nach dem gewonnenen Meistertitel davor gewarnt, auch seinem Team könne "eine Mourinho-Saison" passieren. Ein Seitenhieb auf den heutigen Coach von Manchester United, der 2015 an der Stamford Bridge ebenfalls als Titelverteidiger in die Saison gestartet war, nach einer komplett missglückten Hinserie dann aber kurz vor Weihnachten entlassen wurde.

In den vergangenen Tagen hat die Fehde zwischen den beiden Star-Trainern noch einmal an Geschwindigkeit und Schärfe zugelegt. Die Chronologie:

Donnerstag, 4. Januar: Mourinho erklärt in einem Interview, er verspüre nicht das Bedürfnis, sich an der Seitenline "wie ein Clown" aufzuführen. "Ich ziehe es vor, mich so zu benehmen, wie ich es tue - viel reifer, das ist besser für mein Team und mich selbst. Ich glaube nicht, dass man sich wie ein Verrückter aufführen muss, um mit Leidenschaft dabei zu sein." Der United-Trainer nennt dabei zwar ausdrücklich keine Namen, Antonio Conte fühlt sich aber offensichtlich angesprochen.

Antonio Conte
AFP

Antonio Conte

Freitag, 5. Januar: Einen Tag später meldet sich Conte zu Wort. "Vielleicht hat er über sich selbst in der Vergangenheit gesprochen", sagt der Italiener. "Manchmal gibt es ja diese 'senile Demenz', bei der man vergisst, was man in der Vergangenheit getan hat."

Samstag, 6. Januar: Mourinho demonstriert, dass er sich sehr wohl an die Vergangenheit erinnern kann. Er weist einerseits darauf hin, dass die "Clown"-Bemerkung nicht Conte gegolten habe, einen Nachsatz kann er sich andererseits nicht verkneifen: "Was mir nie passiert ist - und auch nie passieren wird: wegen Spielabsprachen gesperrt zu werden."

José Mourinho
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José Mourinho

Conte war 2012 während seiner Zeit bei Juventus für vier Monate suspendiert worden. Ihm war damals vorgeworfen worden, seine Kenntnis einer versuchten Spielmanipulation nicht gemeldet zu haben. Conte wurde allerdings in einem späteren Verfahren von jeglichem Fehlverhalten freigesprochen.

Sonntag, 7. Januar: "Bevor du so eine Art Bemerkung machst", reagiert der Italiener, "bevor du eine andere Person verletzt, musst du schon sehr aufpassen. Du zeigst, dass du ein kleiner Mann bist. Ich kenne ihn [Mourinho] sehr gut. In der Vergangenheit war er ein kleiner Mann, er ist in der Gegenwart ein kleiner Mann und, ganz sicher, er wird auch in der Zukunft ein kleiner Mann sein."

Am 25. Februar treffen Manchester United und Chelsea im Old Trafford aufeinander. Viel spricht dafür, dass es zumindest für die beiden Trainer eines der wichtigsten Spiele der Saison sein wird.

chh/AP



insgesamt 8 Beiträge
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sametime 07.01.2018
1. Peinlich
Einfach nur peinlich, diese "Top-Trainer"...
andreasm.bn 07.01.2018
2. tja, auch wenn ich Mourinho als Mensch nicht besonders...
leiden kann, hier ist er mal um Klassen souveräner als Conte. 1:0 Mourinho
Niedlifizierer 07.01.2018
3. Eines der wichtigsten Spiele der Saison?
Wieso? Weil es um persönliche Animositäten geht? Keiner der beiden Herren wird Meister, beide dürfen sich Guardiola und City von weit hinten ansehen.
DerDifferenzierteBlick 07.01.2018
4. Ich erkenne ein Muster
Es ist schon erstaunlich, dass alle besonders heftigen "Trainerduelle" der jüngeren Vergangenheit (Wenger-Mou, Pep-Mou, Conte-Mou) immer eine Gemeinsamkeit haben: Einer der Kontrahenten ist immer Jose Mourinho!
kopi4 08.01.2018
5.
Nach Wenger und Guardiola gehört nun auch Conte zu den Kollegen die Mourinho ins Nachtgebet einschließt.
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