Suspendierter Fifa-Boss "Weltwoche" macht Blatter zum Schweizer des Jahres

Joseph Blatter ist als Fifa-Boss suspendiert, heute muss er sich vor der Ethikkommission des Verbandes verantworten. Trotzdem kürte ihn eine Zeitung zum "Schweizer des Jahres" - und schwärmt von ihm.

Ex-Fifa-Chef Blatter: Bei der "Weltwoche" sitzen seine Freunde
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Ex-Fifa-Chef Blatter: Bei der "Weltwoche" sitzen seine Freunde


Der derzeit suspendierte Fifa-Chef Joseph Blatter hat sich aus Sicht der konservativen Zeitung "Weltwoche" den Titel "Schweizer des Jahres" verdient.

In seiner am Donnerstag erschienenen Ausgabe hebt das Blatt den 79-Jährigen auf den Titel und schwärmt von den "eindrücklichen Leistungen dieses Ausnahmeschweizers, der als eine Mischung aus Sonderbotschafter und Entwicklungshelfer rastlos um den Planeten tourte".

Blatter werde verkannt, die Zeitung sieht in ihm einen "unermüdlichen und bewundernswerten Fußballkämpfer für eine bessere Welt". Blatter selbst sagt im Interview: "Eigentlich müsste man mir ein Diplom überreichen für das, was ich hier erreicht habe." Der Chefredakteur und Verleger der "Weltwoche", Roger Köppel, gilt als Vertrauter Blatters und hat ihn in der Öffentlichkeit schon mehrfach vehement gegen Vorwürfe verteidigt.

Blatter ist am Donnerstagmorgen zur entscheidenden Anhörung über eine weitere Sperre vor der Fifa-Ethikkommission eingetroffen. Ihm wird eine dubiose Zwei-Millionen-Franken-Zahlung im Jahr 2011 an den derzeit ebenfalls für 90 Tage suspendierten Uefa-Chef Michel Platini vorgeworfen. Nach Darstellung der beiden Spitzenfunktionäre handelt es sich um eine verspätete Honorarzahlung für Dienste aus den Jahren 1998 bis 2002. Das Urteil der rechtsprechenden Ethikkammer wird für den 21. Dezember erwartet.

aha/dpa

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insgesamt 82 Beiträge
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Seite 1
o.b.server 17.12.2015
1.
Mir war nicht bekannt, dass die "Weltwoche" ein Satire-Magazin ist.
n.wemhoener 17.12.2015
2.
Es bleibt ein Rätsel, warum dieser Rechtsausleger Roger Köppel, der einen derartigen Müll verbreitet, immer wieder hierzulande gern zu Polit-Talks gebeten wird.
ackergold 17.12.2015
3. kann man wohl kaum ernst nehmen.
Dazu muss man natürlich schon sagen, dass Köppel ein Nationalist ersten Ranges und die Weltwoche durchaus als rechtes Kampfblatt einzustufen ist. Insofern handelt es sich um die gleiche Kategorie, wie wenn die Nationalzeitung den Höcke zum Deutschen des Jahres küren würde. Nichts, worüber man wirklich berichten müsste.
woistmeinaccount 17.12.2015
4. Gott sei Dank, dass wir die Weltwoche und ihren
Chefredaktor Köppel haben! Im Ernst : Sollte der noch ein einziges Mal die Gelegenheit zum Auftritt in einer der hiesigen Talkshows bekommen, dann . . .
Watchtower 17.12.2015
5. Herr Köppel und seine Kumpels...
Liegt wohl an den rechten Scheuklappen und die Kunst der Verdrängung...Realsatire!
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