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Liverpool gewinnt gegen Manchester United: Ein Sieg für die Premier League

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Wenn zwei Premier-League-Klubs gegeneinander spielen, kommt wenigstens einer weiter. Im Derby gegen Manchester United scheint das Jürgen Klopp mit seinem FC Liverpool zu sein. Es war ein Sieg der Taktik.

Ausgangslage des Abends: Liverpool gegen Manchester United. Mehr Ausgangslage braucht ein Spiel normalerweise nicht. Tatsächlich aber ging es um mehr als die Ehre im Duell der beiden erfolgreichsten Klubs der britischen Fußballgeschichte. Denn die Erzrivalen aus dem Nordwesten Englands liegen in der Tabelle der Premier League beide außerhalb der ersten vier Plätze. Da der Sieger der Europa League ebenfalls in die Champions League einzieht, war das Spiel zusätzlich relevant.

Die Aufstellungen:
Liverpool: Mignolet - Clyne, Lovren, Sakho, Alberto Moreno - Lallana, Henderson, Can, Coutinho - Firmino - Sturridge.
Manchester United: De Gea - Varela, Smalling, Blind, Rojo - Schneiderlin, Fellaini - Rashford, Mata, Depay - Martial.

Das Ergebnis: 2:0 (1:0)

Die erste Hälfte: Die ersten zehn Minuten eines großen Premier-League-Spiels sind meistens von Hektik, Tempo und Aggressivität geprägt, bevor alle Beteiligten sich auf etwas zivilere Umgangsformen einigen können. So auch hier. Gelb gegen Liverpools Kapitän Jordan Henderson. Nach 100 Sekunden. Wildes Hin und Her, bevor man merkte, dass die Gastgeber die bessere Mannschaft waren. Daraus resultierte ein Foulelfmeter, Memphis Depay an Nathaniel Clyne. Daniel Sturridge verwandelte den Strafstoß. Weitere drei Großchancen machte United-Keeper David de Gea zunichte.

Die zweite Hälfte: Louis van Gaal brachte zur Pause Michael Carrick für den jungen Marcus Rashford. Fortan agierte United mit einer Dreierkette, bestehend aus Smalling, Carrick und Rojo. Da die Gäste nun einen Mann mehr im Mittelfeld hatten, konnten sie Liverpools Dominanz mehr entgegensetzen. Aber nur für etwa zehn Minuten. Dann kam Liverpool wieder vermehrt zu Chancen. Zweimal parierte wieder De Gea. Dann traf Roberto Firmino, der einen groben Fehler von Carrick nutzte. Van Gaal brachte noch Bastian Schweinsteiger. Der Weltmeister hätte mit einer Flanke auf Marouane Fellaini fast noch das wichtige Auswärtstor vorbereitet.

Bastian Schweinsteiger (l.) im Zweikampf mit Joe Allen. Im Hintergrund Emre Can und Liverpools Kapitän Jordan Henderson. Zur Großansicht
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Bastian Schweinsteiger (l.) im Zweikampf mit Joe Allen. Im Hintergrund Emre Can und Liverpools Kapitän Jordan Henderson.

Taktischer Schlüssel des Abends: Liverpools Pressing und generell das Spiel ohne Ball war dem von United deutlich überlegen und verantwortlich für die erstaunliche Dominanz der Reds. Jürgen Klopp gewann das taktische Duell mit Louis van Gaal.

Alle Taktik ad absurdum führender Faktor des Abends: David de Gea. Uniteds spanischer Keeper verhinderte, dass Liverpool das Spiel 6:0 gewann. Viele Fans erinnerten sich daran, dass nur eine Panne im Sommer den Wechsel des Torwarts zu Real Madrid verhindert hatte.

Splendid Isolation des Abends: Tottenham Hotspur, Tabellenzweiter der Premier League, hatte am frühen Abend das Spiel in Dortmund abgeschenkt, um sich auf das Ligaspiel am Sonntag bei Aston Villa zu konzentrieren. Immerhin musste bei Liverpool gegen United eine englische Mannschaft ins Viertelfinale einziehen. Der Eindruck der letzten Jahre in Europa: Die großen Ligen werden immer einseitiger, außer der Premier League, dort wird es immer ausgeglichener. Dafür reißen die Engländer im Europacup schon länger nichts mehr. Ob das an der hohen Belastung liegt? Oder am Fehlen taktischer Klasse? Mag beides sein. Kann den Briten aber auch egal sein, denn ihre spannende Liga funktioniert ja, weltweit wollen alle die Spiele sehen. Sehr unterhaltsam war es auch an der Anfield Road.

Ausblick des Abends: Liverpool hat vor dem Rückspiel in einer Woche in Old Trafford (Donnerstag, 17.3., 19 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) am Wochenende spielfrei. United muss dagegen ein schweres FA-Cup-Spiel gegen West Ham absolvieren. Und nach dem Rückspiel wartet auf die Mannschaft von Van Gaal direkt das nächste Derby: gegen Manchester City. Da geht es direkt um Platz vier in der Premier League. So ist Jürgen Klopp, dessen Team bisher 47 Pflichtspiele in dieser Saison absolviert hat, erstmals in der komfortablen Position, ausgeruhter in ein wichtiges Spiel zu gehen als der Gegner. Und der Traum vom Spiel Klopp gegen Dortmund bleibt.

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insgesamt 32 Beiträge
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1. Pl
eulenspiegel_der_narr 11.03.2016
Die PL wird nach meiner Meinung unheimlich überschätzt. Im taktischen und strategischen Sinne sind die dem oberen Bereich der BL klar unterlegen - siehe heute 2. der PL gg 2. der BL - ein Klassenunterschied. Was sie haben, ist Kohle ohne Ende um individuelle Klasse einzukaufen und ein perfektes Vermarktungssystem. Fußballtaktisch bin ich gespannt, was PEP erreichen kann. Im Umgang mit fertigen Spielern ist er ja gut. Nachwuchsspieler in ein hohes Niveau zu bringen allerdings weniger.
2.
eulenspiegel_der_narr 11.03.2016
ein Nachtrag: da ich davon ausgehe, dass sowohl der BVB als auch Liverpool weiter kommen, wäre diese Begegnung mein Wunsch: viel Emotionen und sportlich für den BVB relativ leicht.
3. LVG vs Kloppo
uta.dietrich 11.03.2016
Ich denke es ist nur eine Frage der Zeit bis van Gaal seine Sachen packen muss. Glückwunsch an Kloppo und die Reds - starker Auftrittan der Anfield Road. Achja, Dortmund hat auch mit 3:0 gewonnen. Traumfinale - LFC vs. BVB Tuchel vs. Klopp :) mit dem besseren Ende für Echte Liebe
4.
munich1952 11.03.2016
Van Gaal ist es ja aus seiner Münchner Zeit schon gewohnt gegen Kloppo zu verlieren. Insofern war es für ihn nichts Neues :-)
5.
pb-sonntag 11.03.2016
Herzlichen Glückwunsch, Herr Kopp und Liverpool.
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2008 Zenit Sankt Petersburg
2007 FC Sevilla
2006 FC Sevilla
2005 ZSKA Moskau
2004 FC Valencia
2003 FC Porto
2002 Feyenoord Rotterdam
2001 FC Liverpool
2000 Galatasaray Istanbul
1999 AC Parma
1998 Inter Mailand
1997 FC Schalke 04
1996 FC Bayern München
1995 AC Parma
1994 Inter Mailand
1993 Juventus Turin
1992 Ajax Amsterdam
1991 Inter Mailand
1990 Juventus Turin
1989 SSC Neapel
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