Bayern-Trainer Heynckes zieht sich aus Profifußball zurück

Es ist der vorläufige Abschied von einem Großen des Fußballgeschäfts: Jupp Heynckes hat seinen Rücktritt verkündet. Ein weiteres Engagement kommt für den 68-jährigen Meister-Trainer von Bayern München derzeit nicht in Frage.


Hamburg - Jupp Heynckes wird vorerst nicht mehr als Fußballtrainer arbeiten. Das gab der 68-Jährige auf einer Pressekonferenz in München bekannt. "Ich werde weder im Inland noch im Ausland ein Engagement annehmen. Ich werde versuchen zu regenerieren." So ganz wollte er sich dann aber doch nicht festlegen. Auf die Frage, ob er nun nie mehr an der Seitenlinie stehen werde, sagte er: "Ich habe etwas gegen das Endgültige."

Heynckes war seit 2011 in Diensten des FC Bayern, mit dem er in der abgelaufenen Saison die Deutsche Meisterschaft, die Champions League und den DFB-Pokal gewann.

Nun ist erst mal Schluss. "In den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass ich ein gewisses Alter erreicht habe. Besonders jetzt bei der Feierei." Heynckes gab zu, dass ihn die Arbeit in den vergangenen beiden Jahren sehr angestrengt habe. "Der Trainer beim FC Bayern muss sich um alles kümmern. Der Trainerjob beim FC Bayern kostet wahnsinnig Kraft und Energie."

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Die Trainerkarriere von Jupp Heynckes: Vom Bökelberg zum Triple

Bevor Heynckes seine Entscheidung verkündete, fanden Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß lobende Worte: "Der gesamte FC Bayern ist dem Jupp unendlich dankbar. Wir haben etwas Historisches erlebt. Was für mich aber genauso wichtig ist in diesem Jahr, das ist die Solidarität, die in diesem Club herrschte, die von Jupp Heynckes beispielhaft vorgelebt wurde", sagte Rummenigge. Hoeneß schloss sich an: "Die Spieler sind ihm gefolgt. Zum Teil blind."

Heynckes war zweimal Torschützenkönig

Seine Karriere als Fußballlehrer begann der in Mönchengladbach geborene Heynckes 1979 als Co-Trainer bei der Borussia, wo er zügig zum Chefcoach aufstieg. 1987 folgte das erste Engagement bei Bayern München, von dort aus wechselte Heynckes 1991 erstmals nach Spanien zu Athletic Bilbao (bis 1994).

Es schlossen sich Stationen bei Eintracht Frankfurt (bis 1995), in Teneriffa (bis 1997), bei Real Madrid (bis 1998), Benfica Lissabon (bis 2000), abermals Bilbao (2001 bis 2003), bei Schalke 04 (bis 2004), nochmals in Gladbach (2006 bis 2007) und beim FC Bayern (2009) sowie von 2009 bis 2011 bei Bayer Leverkusen an. Mit Real gewann Henyckes 1998 die Champions League, Deutscher Meister wurde er schon 1989 und 1990 mit München.

Heynckes erfolgreichste Zeit als Spieler waren die siebziger Jahre bei Borussia Mönchengladbach. Mit seinem Heimatclub gewann er 1971, 1975, 1976 und 1977 vier Deutsche Meisterschaften, 1973 den DFB-Pokal und 1975 den Uefa-Pokal. 1974 und 1975 wurde er jeweils Bundesliga-Torschützenkönig mit 30 beziehungsweise 27 Toren. Nach insgesamt 369 Bundesligaspielen beendete Heynckes 1978 seine Spielerlaufbahn.

Heynckes' Nachfolger bei Bayern München wird der Spanier Pep Guardiola. Der frühere Trainer des FC Barcelona wurde bereits im Januar verpflichtet.

psk/chp

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insgesamt 88 Beiträge
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Seite 1
elmard 04.06.2013
1. Bravo Jupp,
man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist. Alles Gute für den Ruhestand!
mephisto1997 04.06.2013
2. danke, don jupp!
die bierduschen brachten...haha...das fass zum überlaufen, jetzt musst du dich regenerieren!..:-)) danke für deinen großartigen einsatz, du bist der beste!!!
chico 76 04.06.2013
3. Dass er mit dieser
Beerdigungsstimme 25 junge Vollprofis zu einer Einheit verschmelzen konnte, ist für mich das eigentliche Wunder. Trotzdem, alles Gute.
carolian 04.06.2013
4. Sehr vernünftig
So kann er noch einige Jahre leben. Das hat er sich mehr als verdient.
spmc-134658795612172 04.06.2013
5. Hä?
Er versuchen zu "regenieren"? Was ist das den großartiges? :-)
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