Remis zwischen Juve und Barça Abgespeckte Schwergewichte

Was nach Premiumfußball klingt, überzeugte nur phasenweise: Juventus und Barcelona sind über ihren Zenit hinaus, bei den Katalanen musste der größte Star lange zuschauen. Immerhin: Ein Turin-Talent fiel positiv auf.

Douglas Costa (l.) und Luis Suárez
DPA

Douglas Costa (l.) und Luis Suárez


Der Lack ist (derzeit) ab: Beide Teams zählen aktuell nicht mehr zur absoluten Spitze Europas. Fehlpässe, Stockfehler, schlecht getimte Laufwege - auch heute wurden zahlreiche Mängel auf beiden Seiten sichtbar. Während die Vecchia Signora nach zwei Niederlagen und einem Remis in der Serie A vier Punkte hinter Spitzenreiter Neapel auf Platz drei liegt, ist Barcelona zwar ungeschlagen Erster in La Liga (elf Siege, ein Remis), versprüht aber längst nicht mehr den Glanz früherer Tage. Nach jetzigem Stand würden die meisten wohl eher auf Manchester City oder PSG als Champions-League-Sieger 2018 tippen.

Das Ergebnis: Nach 90 ereignisarmen Minuten trennten sich die beiden Schwergewichte 0:0. Statt fußballerischen Gourmethäppchen bekamen die Zuschauer biedere Hausmannskost geboten. Hier geht's zur Sammelmeldung der wichtigsten Mittwochspiele.

Auf Abschiedstournee: Nach Italiens Aus in der WM-Qualifikation wurde vor allem Gigi Buffon mit Mitleid überschüttet. Barças Ivan Rakitic bot dem scheidenden Torwart-Monument ("Einmalig, was er den Fußballfans gegeben hat") öffentlich seinen Platz im kroatischen Kader für die WM 2018 an. Buffon, der seine letzte Saison spielt, reagierte mit Humor und Größe - wie so oft in seiner Karriere. Ob Rakitic eine CL-Finalteilnahme ebenso großzügig anbieten würde? Trotz drei Endspielen fehlt dem viermaligen Welttorhüter Buffon dieser Titel noch in seiner Trophäensammlung.

Die erste Hälfte: In der Anfangsphase prüfte Ex-Bayer Douglas Costa Barça-Keeper Marc-André ter Stegen (2. Minute). In der Folge erspielte sich der Gast mehr Spielanteile. Ein Rakitic-Freistoß aus dem Halbfeld klatschte unberührt an Juves rechten Pfosten (22.), auf der Gegenseite verzog Paulo Dybala knapp (44.). Ansonsten passierte nicht viel, zu oft versandeten Passstafetten auf dem Weg nach vorne.

Superstar als Bankangestellter: An 40 Spielen in der Königsklasse hatte Lionel Messi zuletzt in Serie mitgewirkt, wenn er im Kader stand. Heute wurde er von Trainer Ernesto Valverde geschont und musste bis zur 56. Minute mit einem Bankplatz vorliebnehmen. Immerhin steht am Sonntag Spaniens Top-Duell gegen den Tabellenzweiten aus Valencia an.

Trainer Valverde vor Lionel Messi (r.)
AP

Trainer Valverde vor Lionel Messi (r.)

Die zweite Hälfte: Es blieb eine zähe Angelegenheit, jedoch mit Vorteilen für Barça. Ein abgefälschter Freistoß von Luis Suárez aus 20 Metern flog übers Tor (50.). Nach seiner Hereinnahme zirkelte auch Messi einen ruhenden Ball deutlich drüber (64.), ehe Lucas Digne die beste Chance in aussichtsreicher Position vertändelte (68.). Gegen Ende hatten sich beide Mannschaften mit einer Punkteteilung angefreundet, nur Dybala versuchte es nochmal ernsthaft mit einer Direktabnahme (90.+2).

Der Nächste, bitte! Angesichts der Abgesänge auf Juves in die Jahre gekommene Stars bildete Daniele Rugani eine willkommene Abwechslung. Der 23 Jahre alte Verteidiger bestand die Feuertaufe bei seinem ersten Einsatz in dieser Champions-League-Spielzeit. Als linker Part der Dreierkette überzeugte er, verfügt er doch über ein gutes Pass- und ein überdurchschnittliches Stellungsspiel. 2015 verpasste Rugani in Diensten von Aufsteiger Empoli in seiner ersten Erstliga-Saison nicht nur keine einzige Minute, sondern blieb sogar gänzlich ohne Verwarnung. Es scheint, als stehe zumindest ein würdiger Nachfolger für die überalterten Turiner Abwehrgranden parat.

Juventus - FC Barcelona 0:0
Turin: Buffon - Barzagli, Rugani, Benatia, Alex Sandro - Pjanic (66. Bentancur), Khedira - Cuadrado (71. Marchisio), Dybala, Douglas Costa (85. Matuidi) - Higuaín
Barça: ter Stegen - Nelson Semedo, Piqué, Umtiti, Digne - Busquets - Paulinho, Rakitic - Iniesta (82. Jordi Alba) - Deulofeu (56. Messi), Suárez
Gelbe Karten: Pjanic, Alex Sandro/ Paulinho, Digne, Piqué
Schiedsrichter: Milorad Mazic (Serbien)



insgesamt 3 Beiträge
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malcom1 23.11.2017
1. Barca
Bei Barca ist nicht der Lack ab. Wie kommen Sie auf diese Idee? Barca führt die spanische Liga mit 10 Punkte vor Real Madrid an (Tabellendritter) an. Und am Sonntag abend das Spitzenspiel gegen Valencia (Tabellenzweiter). Da ist es doch verständlich das man nicht "volle Kanne" spielt und einen Messi schont. Bayern macht das doch auch. Oder? Wobei Barca ja schon vor diesem Spiel für die nächste Runde qualifiziert war.
mister_a 23.11.2017
2. Lack
Juve hatte immer wieder den einen oder snderen nicht ganz unwichtigen verletzten Spieler diese Saison. Barca muss dss mittlerweile auch spüren, wenn such eher in schwächeren Form: So ist Suarez Form momentan gesundheitlich was das Niveau eines Leistungssportlers angeht stark beeinträchtigt. Wenn dann Messi nicht von Beginn an spielt und Iniesta keinen Sahnetag erwischt, rollt es gegen eine immernoch überdurchschnittliche Juve Defensive nicht ganz so wie gewohnt. Dazu kommt die Konstellation in der Gruppe: Beide wären mit nem Remis gut bedient, Barca sogar weiter. Klar, Juventus hätte die Chance sich zu revanchieren, aber im Camp Nou musst du in erster Linie die Balance wahren: Sonst wird man auch ohne Messi ausgekontert. Zudem kann Valverde vor allem eines gut: Seine Mannschaft während des Spiels Ergebnissicher spielen lassen. Das 0:0 war okay und es sah nicht danach aus, dass da großartig mehr an Wille gefordert wurde. Hat jetzt garnicht mal was mit den beiden Mannschaften zu tun: Ist halt oft so, dass solche Spiele in der Gruppe recht bieder daherkommen. Es braucht schon die KO-Runde damit's mehr fetzt...
meikel_lopez 23.11.2017
3. Unverständlich
Barcelona ist mit 4 Pinkten abstand erster der spanischen Liga, hat am Sonntag ein Spiel gegen den Tabellenzweiten Valencia und ist in der Champions Leauge schon längst qualifiziert. Das schreibt der Praktikant ja alles selber, also warum sollte jetzt der Lack ab sein?
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