Von Jan Reschke
Kampf gegen den Kopf
Bayer Leverkusen hat 24 Spiele nicht verloren. Bayer Leverkusen hat mit 52 Toren die meisten Treffer der ganzen Bundesliga erzielt. Bayer Leverkusen hat bislang den schönsten Fußball geboten.
Bayer Leverkusen steht nur auf dem dritten Platz.
Elf Remis sind daran schuld. Wäre die Mannschaft ein Boxer, könnte man sagen, ihm fehle der Punch. Das ist genau das Syndrom, was die Mannschaft schon zu besten Zeiten plagte, als Michael Ballack, Zé Roberto, Lucio und Diego Placente sich mühten, einen Titel zu erspielen, letztlich aber immer kurz vor Schluss scheiterten. Trainer Jupp Heynckes kennt die Problematik. Die Spieler kennen sie ebenfalls. Und es nervt sie, ständig damit konfrontiert zu werden. Der ganze Verein will dieses lästige Image loswerden - und das ist das Problem.
Bayer Leverkusen ist so sehr damit beschäftigt, nicht Bayer "Vizekusen" zu sein, sich freizustrampeln von diesem Gedanken, dass die Gefahr droht, sich wieder genau in diese gedankliche Sackgasse zu manövrieren.
Der Mannschaft mangelt es nicht an spielerischer Klasse. Sie hat überragende Individualisten in ihren Reihen, die im Team perfekt harmonieren. Der Sturm ist extraklasse, die Abwehr dank Sami Hyypiä kein Problembereich. Doch die Defizite in Sachen Siegeswillen und Selbstbewusstsein wirken wie ein Flaschenhals, der die potentielle Leistungsfähigkeit nur stoßweise freigibt. Deswegen wird Bayer nur Dritter - und die Unterstellung vom ewigen Verlierer zur Self-Fullfilling Prophecy.
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