Rummenigge ärgert sich über Lewandowski "Wer öffentlich kritisiert, kriegt Stress mit mir"

Im SPIEGEL forderte Robert Lewandowski den Einkauf von Weltstars bei seinem Verein Bayern München. Vorstandschef Rummenigge kritisiert die Aussagen scharf - und droht dem Stürmer "Stress mit mir persönlich" an.

Karl-Heinz Rummenigge
Getty Images

Karl-Heinz Rummenigge


Robert Lewandowski macht sich in einem SPIEGEL-Interview Sorgen um die Konkurrenzfähigkeit von Bayern München und kritisiert die Transferpolitik des Klubs. Der FC Bayern müsse mehr Geld ausgeben, um Weltklassespieler verpflichten zu können, fordert der Stürmer. Der Konter folgte umgehend: Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge attackiert den polnischen Torjäger.

"Er ist bei uns als Fußballer angestellt - und verdient dafür sehr viel Geld", sagte Rummenigge der "Bild"-Zeitung (Pay-Artikel). Er "bedauere" die Aussagen Lewandowskis. "Schon in der Rückrunde hatte er nach dem Freiburgspiel unzutreffende Vorwürfe gegen die Mitspieler erhoben, dass er nicht genügend unterstützt worden wäre."

Robert Lewandowski
Getty Images

Robert Lewandowski

Rummenigge droht Lewandowski in dem Interview: "Wer öffentlich den Trainer, den Verein oder die Mitspieler kritisiert, kriegt ab sofort Stress mit mir persönlich." Ob Lewandowski wegen des SPIEGEL-Interviews auf die Tribüne verbannt werde, entscheide bei Bayern der Trainer. "Aber ich weiß schon, wie man Spieler zur Räson bringen kann." Sportdirektor Hasan Salihamidzic habe mit Lewandowski bereits ein Gespräch geführt.

ANZEIGE
Rafael Buschmann und Michael Wulzinger:
Football Leaks

Die schmutzigen Geschäfte im Profifußball

SPIEGEL-Buch bei DVA; 288 Seiten; 16,99 Euro

Lewandowski hatte in dem Interview auch gesagt, dass Geld und Erfolg den Fußball diktieren, Loyalität sei nicht gefragt. Dazu Rummenigge: "Das wäre sehr schade, wenn er das so sehen würde. Loyalität ist Bayern-DNA und wichtig für unsere Fans."

Der Torjäger brauche sich keine Sorgen über die Qualität des Kaders von Bayern München zu machen, sagte Rummenigge: "Wir haben auch diese Saison wieder einen sehr guten Kader. Und wir haben seit langer Zeit eine seriöse und erfolgreiche Philosophie und haben damit große Erfolge erzielt. Immerhin haben wir damit in den letzten 5 Jahren alle nationalen und internationalen Titel gewonnen."

als

insgesamt 97 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
braindead0815 11.09.2017
1. über "loyalität" läst sich streiten
wir haben immer noch Meinungsfreiheit in Deutschland - auch wenn es Rummenigge nicht passt und es vielleicht besser intern angesprochen wird. das ein spieler wie lewa erfolgsorientiert denkt, sollte eigentlich klar machen, das Bayern froh sein kann, ihn zu haben. das er aber auch darüber nachdenkt den verein zu wechseln, wenn keine richtigen investionen gemacht werden - sollte auch klar sein. Rummenigge ist nach Mailand damals gewechselt, weil er mehr Geld verdienen konnte - wo war da seine Loyalität dem fc Bayern gegenüber `? dieses wort - genau wie Tradition hat im Geschäft fuß´ball keinen sinnvollen nutzen
n.a.max 11.09.2017
2. Vorab...
... ich bin nicht begeistert von den unsummen die Mittlerweile bezahlt werden, ganz gleich ob 222 Mio. ? für Neymar oder 140 Mio. ? für Dembele. Aber Fakt ist, dass Geld Tore schiesst und das der FC Bayern München sich diesen unsummen anschliessen muss um International was reissen zu können. Diesen Punkt, und den Punkt dass Fussballer nicht Loyal sind hätte Lewandowski diplomatischer ansprechen können. Ändert jedoch nix an der Wahrheit. Vor Jahren war der FC Bayern stolz auf das Festgeldkonto, ich glaube damals 350.000.000 ?. Heute ist das Wert: 3 Gute bis Sehr gute Spieler. Mehr nicht.
grizzle 11.09.2017
3. Erschreckend,
wie kurzsichtig Rummenigge hier - mal wieder - agiert. Als Bayernmitglied muss ich feststellen, dass eine Führungskraft in meinem Verein anscheinend nicht in der Lage ist, ein Interview im SPIEGEL komplett zu lesen und zu verstehen. Die Aussagen von Lewandowski beschreiben schonungslos die aktuelle Situation im internationalen Profifußball, und immer da wo sehr viel Geld im Spiel bleiben einfach moralische Ansprüche auf der Strecke. Das ist nicht schön, aber davor darf man nicht die Augen verschließen. Vielleicht ist Rummenigge auch nur sauer über die Aussagen zur internationalen Vermarktung und der "grandiosen" Asienreise. Lewandowskis Bemerkungen insbesondere bezüglich der Auswirkungen auf die Fitness des Spieler ist mehr als nachvollziehbar. Ebenso wie seine Hinweise auf den sprachlichen Nachteil deutscher Vereine gegenüber spanischen und englischen Klubs. Insgesamt ist dieses Interview das intelligenteste, was ich seit langem zum Thema Profifußball gelesen habe. Von Rummenigge habe ich noch nie ein Interview mit substanziellen Aussagen gelesen!
bauausdo 11.09.2017
4. Kalle kann ruhig reden, Lewa juckt es nicht
Lewandowsky ist nur sich und seiner Familie gegenüber loyal. Das sagte es selbst über sich beim Wechsel nach München und das ist auch okay, weil er stets 100% Leistung bringt und den Leuten nichts vormacht. Ich denke, er sieht angesichts der Bayern Lage, dass sich vielleicht im Winter ein Wechselfenster öffnet. Für Zukäufe für Bayern - oder für seinen Abgang. Rummenigge kann ruhig geifern, Lewandowsky weiß genau, dass er nur schwer gleichwertig zu ersetzen ist. Auf Sympathie von Uhrensammlern kann er verzichteten.
forky 11.09.2017
5. Nervöse Bayern
Au Backe, sind die Bayern schon wieder nervös. Die wissen atmosphärisch stimmt was nicht und ahnen schon ein schwieriges Jahr. Und Lewandowski? Total durchsichtig. In dem Interview verlangt er an einer Stelle mehr internationale Hochkaräter, um (vermeintlich) wettbewerbsfähig zu bleiben, und an anderer Stelle schwadroniert er, dass er beim Vorstand mehr Gehalt verlangen würde, wenn neues Personal mehr verdienen würde. Übersetzt heißt das: Ich, Lewandowski, habe verstanden, dass meine Strahlkraft als Marke mit Neymar, Mbappe oder Dembelé nicht mithalten kann und daher im Sommer keine Nachfrage da war, außer China, aber wenn sich das Gehaltsgefüge bei den Bayern ändern würde, dann kann ich auch mehr verlangen, bevor ich aufs Altenteil nach China gehe. Schon clever, James nur ausgeliehen zu haben... ;-)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.